Corona: Auch die Feuerwehr trifft Vorsorgemaßnahmen
Einsatzbereit in schwieriger Zeit

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde -

Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf den Alltag der Freiwilligen Feuerwehr. Übungsabende und sonstige Zusammenkünfte finden aktuell nicht statt.

Mittwoch, 15.04.2020, 22:57 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 16:36 Uhr
Ob Brand, Unfall oder technische Hilfeleistung: Die Mitglieder der Feuerwehr haben sich auch in Corona-Zeiten ihren Aufgaben zu stellen. In den Löschzügen gelten jedoch besondere Vorsorge- und Schutzmaßnahmen.
Ob Brand, Unfall oder technische Hilfeleistung: Die Mitglieder der Feuerwehr haben sich auch in Corona-Zeiten ihren Aufgaben zu stellen. In den Löschzügen gelten jedoch besondere Vorsorge- und Schutzmaßnahmen. Foto: Dietmar Jeschke

Sie sind da, wenn Menschen in Not geraten und Hilfe benötigen – und das auch während der Corona-Krise. Denn die Feuerwehr rückt weiterhin aus, wenn sie zu Einsätzen gerufen wird. Aber dennoch zwingt die Pandemie die Blauröcke derzeit zu einigen besonderen Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Übungsabende fallen etwa aus, und auch in den Fahrzeugen werden schon längst nicht mehr alle Sitzplätze belegt. Hinzu komme, dass Kameraden mit Erkältungssymptomen und Verdachtsfällen im direkten Umfeld für 14 Tage vom Dienst freigestellt seien, wie der Walstedder Löschzugführer Ralf Becker berichtet. Ansonsten werde vor allem auf die „normale Hygiene“ wie regelmäßiges Händewaschen, die „Hustenetikette“ und das Vermeiden von Berührungen im Gesicht großer Wert gelegt. „Das ist für uns sowieso nichts Unbekanntes, da wir im Allgemeinen die sogenannte ‚Hygiene im Feuerwehrdienst‘ schon kennen und natürlich auch anwenden“, erzählt der 46-Jährige, der hauptberuflich als Serviceleiter Baustellenservice bei den DB-Fahrwegdiensten arbeitet.

„Aktuell belegen wir auch nicht alle Sitzplätze in den Fahrzeugen, um die Abstandsregel einzuhalten. Am Einsatzort steigen alle Kameraden aus und halten auch dort – soweit möglich – die nötige Distanz zum Nebenmann“, ergänzt er. „Nach den Einsätzen werden die Kontaktflächen desinfiziert. Und nach Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft wird das Gerätehaus umgehend verlassen.“ Im Bedarfsfall – je nachdem, was der Einsatz gerade erfordert – ergreifen die Wehrleute dann zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Gerufen wurde der Walstedder Löschzug während der Corona-Krise bereits zu mehreren Einsätzen. „Einmal hatten wir eine Bereitstellung bei einem Einsatz in Drensteinfurt. Ein anderes Mal mussten unsere First-Responder ausrücken“, erläutert Becker und ergänzt im nächsten Atemzug: „Wir haben dabei natürlich vermehrt auf die Hygiene und den Eigenschutz geachtet und werden das auch weiterhin tun. Die Sensibilität jedes einzelnen Kameraden ist für die gerade anstehende Situation und Aufgabe enorm hoch.“ Kommuniziert werde bei den Einsätzen überwiegend über Funk. Zudem würden nicht ausgerückte Kräfte zeitnah das Gerätehaus wieder verlassen.

Sorgen darum, dass aktuell keine Übungsdienste stattfinden dürfen, macht sich Becker unterdessen nicht. „Der Wissensstand und der Ausbildungsgrad der Kameraden ist sehr hoch“, erklärt der Löschzugführer, der diese Tätigkeit seit 2013 ausübt. Hierbei würden sich das regelmäßige Üben, das Engagement sowie die Teilnahme an den Lehrgängen bemerkbar machen. „Was fehlt, ist das persönliche Treffen, das Miteinander und die Kameradschaft, die die Feuerwehr prägen und ausmachen“, bedauert er. „Aber wir müssen verständlicherweise den Kontakt und den Aufenthalt im Geräte auf ein Minimum und das Nötigste herunterfahren.“

Und was hat sich zum „normalen“ Feuerwehralltag im Lambertusdorf sonst noch geändert? „Es ist ruhiger geworden. Das Leben ist entschleunigt“, findet Becker. Das merke man ebenfalls an den Einsatzzahlen. „Die sind doch deutlich weniger geworden.“

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