Schützenfestsaison fällt aus
Enttäuschung, aber auch Erleichterung

Rinkerode/Drensteinfurt -

Keine Großveranstaltungen bis Ende August: Diese Entscheidung im Zuge der Corona-Krise betrifft auch die Schützenfestsaison – die damit ins Wasser fällt. Das sorgt für Enttäuschung, aber auch für Erleichterung.

Freitag, 17.04.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 15:36 Uhr
In Rinkerode werden Ferdi Witte und Doris Droste, das Königspaar aus 2019, einfach für ein weiteres Jahr regieren.
In Rinkerode werden Ferdi Witte und Doris Droste, das Königspaar aus 2019, einfach für ein weiteres Jahr regieren. Foto: sre

Denn: „Grundsätzlich hat uns die Politik damit eine schwerwiegende Entscheidung abgenommen. Wir haben uns natürlich gefragt, ob wir es überhaupt verantworten können, ein großes Dorffest zu veranstalten“, bewertet Thomas Watermann , Vorsitzender der Schützengilde Rinkerode, den Beschluss. „Daher ist trotz aller Fassungslosigkeit auch eine gewisse Erleichterung darüber da, dass uns diese Entscheidung – denn egal, wie sie ausgesehen hätte, sie wäre immer fraglich gewesen – abgenommen wurde.“ Dennoch sei es irgendwie unvorstellbar, dass eine Traditionsveranstaltung wie das Schützenfest, das es seit 180 Jahren gebe und das bisher nur in den Kriegsjahren ausgefallen sei, wegen einer Pandemie nicht stattfinden könne. „Aber der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass die Gesundheit aller Mitbürger eindeutig unser höchstes Gut ist und über allem steht“, teilt Watermann weiter mit.

Er habe am Mittwoch umgehend den Hörer in die Hand genommen und das amtierende Königspaar, Ferdi Witte und Doris Droste , gefragt, ob es bereit sei, ein weiteres Jahr die Schützengilde Rinkerode von 1840 zu regieren. „Sie haben beide sofort Ja gesagt“, freut sich der Schützen-Chef. Es sei doch sogar besser, habe Königin Doris erklärt, kein Schützenfest zu feiern als eines unter hohen Auflagen zu Abstandsregelungen und Personenzahlbeschränkungen. „Dann lieber nächstes Jahr wieder richtig und mit ‚Vollgas‘“, so Watermann.

In der kommenden Woche werde der geschäftsführende Vorstand eine Video-Sitzung abhalten, um die Formalitäten zu klären: Was muss noch storniert, was muss trotzdem organisiert werden? Sicherlich, berichtet Watermann weiter, werde dann auch thematisiert, ob man im Herbst eine Alternativveranstaltung planen sollte. „Aber zum einen weiß man nicht, ob dann überhaupt wieder Veranstaltungen stattfinden können. Und zum anderen gibt es auch viele traditionelle Termine, denen man dann in die Quere kommen würde, wie etwa das Oktoberfest des Löschzugs Rinkerode oder auch die Saisonabschlüsse der Sportvereine.“ Wahrscheinlich würden diverse Veranstaltungen in den Herbst verlegt, so dass es schwierig sei, überhaupt einen Alternativtermin zu finden.

Entscheidung gibt Planungssicherheit

Auch für den Vorsitzenden des Junggesellen-Schützenvereins, Sebastian Ringhoff, war die Entscheidung absehbar und nachvollziehbar. „Wir hatten natürlich noch die Hoffnung, dass sich die Lage bis zu unserem Schützenfest im August soweit entspannt, dass wir das Fest feiern können. Daher sind wir natürlich sehr enttäuscht, dass nicht nur unser Schützenfest in diesem Jahr nicht stattfinden wird, sondern wir auch nicht gemeinsam mit den anderen Vereinen feiern können.“

Es sei aber gut, dass es nun eine Entscheidung gebe. Das ermögliche Planungssicherheit, „und wir können uns ganz in Ruhe auf die neue Situation einstellen“. Wie sich nun der weitere Verlauf des Jahres gestalte, darüber müsse im Vorstand und auch mit den anderen Vereinen beraten werden, so Ringhoff weiter. „Ob die Veranstaltungen für unsere Mitglieder, sprich: das Pokalschießen im Juli sowie die Versammlung Anfang August, stattfinden, ist noch nicht klar.“ Es sei zurzeit allerdings nicht angedacht, das Junggesellen-Schützenfest zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

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