110. Trabrenntag im Erlfeld für dieses Jahr abgesagt
Auch die Pferde laufen nicht

Drensteinfurt -

Keine Schützen- und keine Stadtfeste – und auch kein Trabrenntag. Die nächste traditionelle Großveranstaltung fällt der Corona-Krise zum Opfer. „Wir sehen derzeit keine Möglichkeit, die Veranstaltung stattfinden zu lassen“, erklärt Klaus Storck, Vorsitzender des Rennvereins, auf Anfrage unserer Zeitung.

Montag, 20.04.2020, 05:46 Uhr aktualisiert: 20.04.2020, 05:50 Uhr
Volles Haus im Erlfeld: Das wünschen sich die Veranstalter vom Rennverein wieder fürs nächste Jahr. Denn 2020 wird es keinen Trabrenntag geben.
Volles Haus im Erlfeld: Das wünschen sich die Veranstalter vom Rennverein wieder fürs nächste Jahr. Denn 2020 wird es keinen Trabrenntag geben. Foto: Simon Beckmann

Keine Schützen- und keine Stadtfeste – und auch kein Trabrenntag. Die nächste traditionelle Großveranstaltung fällt der Corona-Krise zum Opfer. „Wir sehen derzeit keine Möglichkeit, die Veranstaltung stattfinden zu lassen“, erklärt Klaus Storck , Vorsitzender des Rennvereins, auf Anfrage unserer Zeitung.

Der 110. Renntag hätte eigentlich am 16. August über die Grasbahn im Erlfeld gehen sollen. Doch da alle größeren Veranstaltungen bis Ende August untersagt sind, „müssen auch wir uns den behördlichen Verfügungen beugen“, so Storck. Zwar sei in Absprache mit den anderen Veranstaltern in der Region zunächst geprüft worden, den Renntag nicht gänzlich aus dem Jahresprogramm zu streichen, sondern ihn stattdessen auf Mitte September zu verschieben. „Aber das haben wir dann doch verworfen“, sagt Storck. Schließlich sei zum einen noch gar nicht klar, ob solche Events im Herbst bereits wieder möglich seien. Jegliche Planung sei also mit Unsicherheit verbunden. Zum anderen stelle sich die Frage, ob die Zuschauer, falls die Reglementierung zu Großveranstaltungen tatsächlich wieder aufgehoben würde, so kurz danach überhaupt schon wieder in Scharen kämen, um das Event rentabel zu machen. Den Entschluss, den Renntag dann lieber gleich ganz abzusagen, hat der Vorstand am Freitag getroffen.

Bislang war die Traditionsveranstaltung, zu der stets Tausende Besucher sowie Dutzende Fahrer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland kommen, nur während der Kriegsjahre ausgefallen. 2020 stellt in dieser Hinsicht für viele Vereine ein Novum dar. Ob der Rennbetrieb auf den anderen Bahnen in der Region wie beispielsweise in Gelsenkirchen oder Dinslaken dann eben ohne Publikum wieder aufgenommen werde, sei noch nicht abschließend geklärt, berichtet Klaus Storck. Dort speise sich ein Großteil der Umsätze aus dem Online-Wettgeschehen, das auch in Drensteinfurt in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.

Aber der Trabrenntag im Erlfeld ist dazu immer auch ein großes Familienfest gewesen. „Vor leeren Rängen wollen wir keine Rennen austragen“, betont der Vorsitzende des Rennvereins – der den 110. Trabrenntag dann hoffentlich 2021 wieder vor gewohnt vollem Haus veranstalten kann.

Die neuen Corona-Vorschriften für NRW

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  • KITA UND SCHULE: Grundsätzlich müssen alle öffentlichen Schulen, Kitas und Kindertagespflegestellen zunächst bis zum 3. Mai geschlossen bleiben. Eine Ausnahme gilt ab Donnerstag an den weiterführenden Schulen für Prüflinge. Darüber hinaus gibt es an Schulen - in der Regel für die Klassen 1 bis 6 - und an Kitas Notbetreuungen für Kinder von Eltern, die in gesellschaftlich unverzichtbaren Berufen arbeiten und keine andere private Betreuungsmöglichkeit haben.

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  • NOTBETREUUNG: Bislang zählten bereits Berufstätige aus zehn Sektoren zum Kreis der Berechtigten, die zentrale Bereiche wie etwa das Gesundheitswesen, die Energie-, Wasser- und Lebensmittelversorgung oder die öffentliche Verwaltung aufrecht erhalten. Jetzt wurde der Kreis auf 29 weit gefasste Sparten ausgedehnt und detailreich erläutert. Ausdrücklich aufgeführt werden nun unter anderem Mitarbeiter von Tankstellen, Lebensmittelhandel, Drogerien und Hausmeister. Auch Hersteller von Hygiene-, Desinfektionsprodukten und Seifen sind systemrelevant, Müllentsorger und Erntehelfer ebenso wie Banker und Notare.

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  • AUSZUBILDENDE: Neu in der Liste sind auch «Personen, die zur Stärkung im Gesundheitswesen und im Pflegebereich aktiviert oder reaktiviert werden», darunter auch Auszubildende für medizinisch-technische oder bio-technische Assistenzstellen ebenso wie Studierende der Biologie, Biochemie, Biophysik, Veterinärmedizin und der Chemie ab dem Bachelor.

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  • REISERÜCKKEHRER: Die 14-tägige häusliche Quarantänepflicht für Reisende, die aus dem Ausland nach Deutschland heimkehren, gilt weiter. Ausnahmen gelten für Pendler und verschiedene Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer, Piloten oder medizinisches Personal. Auch für diese Ausnahmegruppen hat NRW nun aber verfügt, dass sie innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Rückkehr grundsätzlich keine Krankenhäuser, Pflege-, Reha- und ähnliche Einrichtungen betreten dürfen. Ausnahmen gelten für medizinisches Personal.

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  • FAHRSCHULEN: Fahrschulen dürfen ihre Dienste unter Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen und Mindestabständen weiter anbieten. Beim praktischen Fahrschulunterricht kann und muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht eingehalten werden.

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  • SPORT: Untersagt bleibt laut Verordnung «jeglicher Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie alle Zusammenkünfte in Vereinen». Geschlossen bleiben müssen unter anderem Spiel- und Bolzplätze, Schwimmbäder und Fitnessstudios.

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  • SONNTAGSÖFFNUNG: «Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Geschäfte des Großhandels dürfen über die bestehenden gesetzlichen Regelungen hinaus an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr öffnen», heißt es in der Schutzverordnung. «Dies gilt nicht für den 1. Mai.» Apotheken dürfen an Sonn- und Feiertagen generell öffnen.

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  • GASTRONOMIE: Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Mensen, Kantinen, Kneipen, (Eis-)Cafés und anderen gastronomischen Einrichtungen bleibt zunächst untersagt. Sie dürfen aber mit Speisen und Getränken beliefern, falls Hygienevorschriften und Mindestabstände eingehalten und Warteschlangen vermieden werden können. Der Verzehr von Lebensmitteln ist untersagt in einem Umkreis von 50 Metern um gastronomische Einrichtungen sowie Geschäfte oder Kioske, in denen die Ware eingekauft wurde.

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  • GELDBUßEN: Ordnungswidrigkeiten können gemäß Infektionsschutzgesetz mit Geldbußen bis zu 25 000 Euro geahndet werden. Ordnungswidrig handelt demnach, wer vorsätzlich oder fahrlässig etwa unerlaubte Besuche in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen abstattet, Einrichtungen betreibt, die nicht den erforderlichen Standards für Hygiene, Mindestabstände und Zutrittsregelungen entsprechen, touristische Übernachtungen anbietet oder wahrnimmt oder auch «an einem Picknick oder einem Grillen auf einem öffentlichen Platz oder einer öffentlichen Anlage beteiligt ist». Insgesamt listet die Coronaschutzverordnung, die bis zum 3. Mai gilt, 30 Ordnungswidrigkeiten auf.

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  • STRAFEN: Wer «vorsätzlich oder fahrlässig» gegen wesentliche Vorschriften der Coronaschutzverordnung verstößt und eine unzulässige Veranstaltung durchführt oder an solchen Veranstaltungen beziehungsweise Versammlungen teilnimmt, kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe bestraft.

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