Beschränkter Unterrichtsbeginn an der Teamschule
Zehntklässler starten wieder

Drensteinfurt -

Unter strikten Auflagen beginnt für die Zehntklässler der Teamschule am Donnerstag wieder der Unterricht. Das jedoch in deutlich in „abgespeckter“ Version: Zwecks Prüfungsvorbereitung stehen lediglich die Kernfächer Deutsch, Mathe und Englisch auf dem Stundenplan.

Dienstag, 21.04.2020, 22:13 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 15:33 Uhr
Unterricht mit Abstand: Unter strikten Auflagen werden die Abschlussschüler der Teamschule am Donnerstag wieder schrittweise den Unterricht aufnehmen – allerdings nur in den Kernfächern.
Unterricht mit Abstand: Unter strikten Auflagen werden die Abschlussschüler der Teamschule am Donnerstag wieder schrittweise den Unterricht aufnehmen – allerdings nur in den Kernfächern. Foto: Dietmar Jeschke

Wohl selten dürfte der Start in den „Wonnemonat“ so sehnsüchtig erwartet worden sein wie in diesem Jahr. Denn: Am Montag, 4. Mai, soll sich entscheiden, wie es mit dem weitreichenden Corona-Kontaktverbot – und damit mit dem gesellschaftlichen Leben – weitergeht. Das betrifft nicht zuletzt auch die Schulen, die immer noch geschlossen sind. Zumindest für die vor ihren Abschlussprüfungen stehenden Zehntklässler der Teamschule wird sich das aber bereits in dieser Woche ändern. Am morgigen Donnerstag werden sie pünktlich um 8 Uhr erstmals wieder die Schulbank drücken – das allerdings in einem alles andere als normalen Rahmen.

„Am Montag fand in der Teamschule zusammen mit Vertretern des Schulträgers sowie der Reinigungsfirma eine Schulbegehung statt. Wir sind in der Lage, die Hygienevorschriften einzuhalten“, berichtet Schulleiterin Anja Sachsenhausen. „Wir werden die 10-er-Klassen teilen und täglich je zwei Stunden Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichten. Dieser Unterricht dient der Prüfungsvorbereitung. Die anderen Fächer werden nach wie vor durch Arbeitspläne erarbeitet. Wichtig ist, zu erwähnen, dass eine Schulpflicht besteht.“

Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs selbst erfolgt unter strikten Auflagen. So müssen die Schüler an nummerierten und namentlich registrierten Tischen Platz nehmen, die sie während der Schultage nicht tauschen dürfen. Das Tragen von Masken ist keine Pflicht, wird aber empfohlen. Körperlicher Kontakt jedweder Art – also auch Begrüßungsrituale wie Umarmungen und Händeschütteln – sind strikt untersagt. Und auch in den Pausen gilt: Abstand halten – und zwar mindestens 1,5 Meter.

Organisatorisch stellt der „Schulstart light“ die Verantwortlichen aber nicht nur wegen der strengen Hygieneauflagen vor einige Herausforderungen. Da nämlich die Bezirksregierung alle Lehrer über 60 Jahren, Pädagogen mit Vorerkrankungen sowie Schwangere aus Sicherheitsgründen vom Unterricht ausschließt, ist auch das Teamschulkollegium um einige Pädagogen dezimiert. „Dennoch können wir die Stunden in den Kernfächern mit Fachlehrern abdecken. Durch die Zusammenarbeit mit den innerschulischen Gremien haben wir gute Ergebnisse in den Planungen erreicht. Nun arbeiten die Fachkonferenzen weiter mit Hochdruck daran, die inhaltliche Gestaltung des Unterrichtes anzugleichen“, schildert Sachsenhausen.

Und wie und wann geht es für die übrigen Schüler weiter? Das, so die Teamschulleiterin weiter, wisse derzeit noch niemand. Angedacht sei jedoch, dass nach einer möglichen Lockerung des Kontaktverbotes zunächst die Viert- und Neuntklässler wieder in den Regelunterricht einsteigen könnten. Einen „Fahrplan“ für die übrigen Jahrgänge gebe es allerdings noch nicht.

Unterrichtsfrei haben die meisten Schüler der Jahrgänge fünf bis neun der Teamschule allerdings trotzdem nicht. Wie schon vor den Osterferien, so findet seit dieser Woche wieder Unterricht im Homeoffice statt – und zwar bis zu drei Stunden täglich via Videokonferenz auf dem iPad. Für die übrigen Stunden erhalten die Schüler entsprechende Aufgaben.

Eine praktikable und gut funktionierende, angesichts der fehlenden sozialen Kontakte und der spürbaren gesellschaftlichen Verunsicherung auch in der Schülerschaft allerdings längst nicht optimale Lösung, weiß auch Anja Sachsenhausen. „Wichtig ist uns, dass wir nicht nur dem fachlichen Input entsprechen. Wir befinden uns alle nun seit einigen Wochen im Ausnahmezustand. Unsere sozialen Kontakte sind massiv eingeschränkt, Freizeitmöglichkeiten kaum existent und dazu die Ungewissheit die Pandemie betreffend, womöglich aber auch ein persönliches Betroffensein. Für uns als Schule bedeutet das zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr. Wir sind uns bewusst, mit welchen Ängsten und Nöten auch unsere Schüler und Eltern belastet sind. Wir können sicher nicht von der ersten Stunde an zur Tagesordnung übergehen. Uns stehen ereignisreiche Wochen bevor, in denen wir gewiss viel nachsteuern müssen. Aber mit Geduld, intensiven Überlegungen und guter Struktur werden wir auch das bewältigen“, so die Leiterin.

Was die weitere Planung für die Rückkehr zum geregelten Schulalltag betrifft, so hofft nicht nur sie, sondern auch Bürgermeister Carsten Grawunder auf rechtzeitige Informationen seitens der Landesregierung. „Es ist schon ein wenig ärgerlich, dass wir hier am ,langen Arm‘ hängen“, erklärte Grawunder. Er selbst gehe davon aus, dass auch die Grundschulen in absehbarer Zeit wieder starten werden. Die notwendigen Vorbereitungen dazu seien bereits angelaufen.

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