Stadt stellt am Montag ihr Plankonzept vor
Millionen für die Grundschule

Rinkerode -

Nach umfangreichen Investitionen in die Grundschulen in Walstedde und Drensteinfurt ist nun die Grundschule in Rinkerode an der Reihe. Am Montag wird die Verwaltung ihren Entwurf für die umfassenden Um- und Neubauarbeiten im Bauausschuss vorstellen.

Freitag, 01.05.2020, 13:23 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 15:14 Uhr
Der bisherige Klassentrakt (li.) der Katholischen Grundschule in Rinkerode soll einem Neubau auf der gegenüberliegenden Schulhofseite weichen.
Der bisherige Klassentrakt (li.) der Katholischen Grundschule in Rinkerode soll einem Neubau auf der gegenüberliegenden Schulhofseite weichen. Foto: Dietmar Jeschke

Die Zahl der Schüler ist seit vielen Jahren zwar weitestgehend konstant. Trotzdem fehlt es der Katholischen Grundschule an Räumen. Und das nicht nur aufgrund des anhaltenden Trends zur Offenen Ganztagsbetreuung. Sondern auch, weil sich die Unterrichtsformen in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben – Digitalisierung und Differenzierung sind dabei nur zwei der gängigen Stichworte. Kurz: Es besteht Handlungsbedarf. Den haben auch Verwaltung und Politik registriert. Am kommenden Montag wollen sie in der Sitzung des Bauausschusses – Beginn ist um 17 Uhr im Forum der Drensteinfurter Teamschule – die Planungen für einen umfassenden Um- und teilweisen Neubau auf den Weg bringen.

Wie Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung mitteilt, hat sich die Verwaltung im Vorfeld mit drei verschiedenen Varianten beschäftigt. Zum Zuge kommen soll nach Rücksprache mit der Schulleitung nun das „Modell zwei“, das im Wesentlichen den Rückbau des WC-Traktes der Schule, der Umkleiden der alten Turnhalle und des bestehenden Klassentraktes im Langbau vorsieht. Gegenüber dem bestehenden Klassentrakt soll dafür ein zweigeschossiger Neubau entstehen. Den denkmalgeschützten und durchaus ortsbildprägenden Altbau möchte die Stadt sanieren, um in dessen Keller die künftige Schulmensa sowie Lagerräume unterzubringen, was allerdings einigen Aufwand erfordert. Wie Christoph Britten mitteilt, befinde sich der Gebäudekomplex zwar größtenteils in einem guten Zustand. „Aufgrund des Alters und der damaligen Bauweise hat der Keller des Altbaus jedoch keine Feuchtigkeitssperre. Im Laufe der Zeit sind nun die Kellerwände und die Decke feucht und von Schimmel durchzogen“, so der Bauamtsleiter. „An einigen Stellen hat die dauerhafte Feuchtigkeit das Material schon soweit angegriffen, dass der Stein bereits aufgeweicht ist.“ Allerdings sei der Verfall noch nicht soweit fortgeschritten, dass die Tragfähigkeit beeinträchtig ist. „Mittelfristig ist dies jedoch absehbar. Unabhängig von der Erweiterung der Schule werden hier in den kommenden Jahren also allein zum Erhalt des Gebäudes selbst bereits erhebliche Sanierungskosten fällig“, schildert Britten.

Konkret müsse die Kellerwand mit Spezialharz versetzt werden, das nach flächendeckenden Bohrungen mittels „Lanzen“ eingebracht wird. Ferner könne es sein, dass einzelne Wände komplett erneut werden müssen und zwecks Abdichtungen an der Außenseite Schachtungen bis zur Kellersohle notwendig werden. Kostenpunkt: Insgesamt rund 200 000 Euro.

Zur Herstellung ein weitgehenden Barrierefreiheit sieht der von Verwaltung und Schule favorisierte Planentwurf ferner den Einbau von zwei Aufzügen vor. Außerdem sollen in der ehemaligen Hausmeisterwohnung und im Dachgeschoss des Schulturmes Lager- und Lehrmittelräume entstehen.

Neben dem Erhalt und der Modernisierung des Altbaus nennt die Verwaltung vor allem die „energetische Entkopplung“ des Neubaus vom Altbau als großen Vorteil des Entwurfes. „Dadurch können mit relativ wenig Aufwand weit höhere Einsparpotenziale erreicht werden, als dies bei einer energetischen Sanierung des bestehenden Klassentraktes der Fall wäre“, erläutert der Bauamtsleiter. Außerdem würden im historischen Altbau große Flächen nutzbar gemacht, wobei der Keller in seiner künftigen Funktion als Mensa eine Kernbedeutung für den Schulalltag erhalte. „Durch die bedachte Platzierung eines Aufzuges kann der gesamt historische Altbau vom Keller bis zur Hausmeisterwohnung barrierefrei erreicht werden“, schreibt Britten. Weiterer Pluspunkt: „Durch den Neubau gegenüber des bestehenden Klassentraktes entstehen Sichtachsen zwischen den beiden Schulhöfen und dadurch ein homogener Außenbereich. Außerdem wird hierdurch die Aufsichtsituation deutlich verbessert.“ Nicht zuletzt könne das Gesamtprojekt in einzelnen Bauabschnitten durchgeführt werden, wodurch Kosten für eine Ersatzunterbringung der Schüler entfallen. Apropos Kosten: Das Gesamtprojekt wird voraussichtlich mit rund 7,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Für die Machbarkeitsstudie und die Vorbereitung der Ausschreibung stehen dazu aktuell 250 000 Euro im Haushalt. Der Rest wird Bestandteil der kommenden Haushaltsberatungen sein.

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