Erweiterung der Rinkeroder Grundschule
Zum Essen in den Keller gehen ?

Rinkerode -

Um die derzeit gebotenen Abstände einhalten zu können, tagen die Ausschüsse nicht in der Alten Post, sondern in der Teamschule. Den Anfang machte am Montag der Bauausschuss. Er hatte unter anderem über die geplante Erweiterung der Grundschule Rinkerode zu beraten.

Mittwoch, 06.05.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 15:29 Uhr
Über die Erweiterung der Grundschule Rinkerode diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses.
Über die Erweiterung der Grundschule Rinkerode diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses. Foto: Dietmar Jeschke

„Es eilt nicht“, erklärte Bürgermeister Carsten Grawunder und meinte eine endgültige Entscheidung über die Erweiterung der Rinkeroder Grundschule. Denn die in den aktuellen Haushalt eingestellten Planungskosten von rund 250 000 Euro reichen für das Projekt bei Weitem nicht aus. Das hat sich nach näherer Betrachtung des Bestandsbaus durch das Architekturbüro Frigge aus Ascheberg herausgestellt.

Handlungsbedarf besteht dennoch, denn Schüler und Lehrer brauchen mehr Platz. Zudem haben Feuchtigkeit und Schimmel den Keller im Altbau bereits beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen. Dort muss in nicht allzu ferner Zukunft etwas passieren.

Was genau, darüber haben die Mitglieder des Bauausschusses am Montagabend diskutiert. Sie waren, um die derzeit gebotenen Abstände einhalten zu können, nicht in der Alten Post, sondern im Forum der Sekundarschule zusammengekommen.

Drei Varianten erarbeitet

Drei Varianten zur Erweiterung der Schule hatte Architekt Thomas Frigge in enger Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Schulleitung erarbeitet. Alle haben eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus gemeinsam. Dort sollen in Zukunft keine Klassenräume mehr untergebracht sein. Stattdessen würden Kollegium und Sekretariat im Erdgeschoss sowie die OGS-Kinder im Obergeschoss mehr Platz als bisher finden. Ein Aufzug soll für Barrierefreiheit sorgen. Der Turm, bisher Standort der OGS, soll für alle musikalischen Angebote der Schule dienen. Im Keller könnte die Mensa untergebracht werden. Die Idee dahinter erläuterte Bauamtsleiter Christoph Britten: Wenn der Keller ohnehin grundlegend saniert werden müsse, solle er anschließend möglichst auch genutzt werden und nicht bloß „toter Raum“ sein.

Alternativ war die Mensa in der kleinen Turnhalle platziert worden, doch dem Gedanken schob Rektorin Jutta Nienhaus einen Riegel vor: „Wir genießen den Vorteil zweier Turnhallen und müssen unsere Stundenpläne deshalb nicht nach den Hallenzeiten ausrichten. Außerdem wird die Halle auch im Vormittagsbereich oft von Vereinen genutzt.“

Ein „unnötiger Kraftakt“

Einer Mensa im Keller konnten weder die Grünen noch die FDP viel abgewinnen. „Bauchschmerzen“ mache ihm diese Planung, erklärte Reinhard Weißen, selbst Architekt. Die Sanierung dieses Bereichs sei ein „unnötiger Kraftakt“. Sie wolle auch nicht unbedingt „zum Essen in den Keller gehen“, betonte Maria Tölle. Der liberale Immobilienkaufmann Andreas Kurzhals stieß ins gleiche Horn. Der Ausbau sei mit hohem Risiko und vielen Unwägbarkeiten verbunden, und am Ende habe man doch keinen vollwertigen Aufenthaltsraum. Lieber sollte man darüber nachdenken, auch die Mensa in den geplanten Neubau auszulagern.

Dieser ist in der favorisierten zweiten Variante parallel zum bestehenden Klassentrakt angeordnet und soll – bislang – zwei Geschosse bekommen. Vorteile dieser Planung laut Verwaltung: Der Neubau könne energetisch komplett vom Bestand entkoppelt werden. Während der Maßnahme müssten die Kinder nicht in Container umziehen. Der Langbau würde anschließend abgerissen, wodurch die beiden Schulhöfe verbunden würden. Das habe eine Verbesserung der Aufsichtssituation in den Pausen zur Folge.

Um die gebotenen Abstände einhalten zu können, tagte der Bauausschuss im Forum der Teamschule.

Um die gebotenen Abstände einhalten zu können, tagte der Bauausschuss im Forum der Teamschule. Foto: Foto: Nicole Evering

Die Kostenschätzung für diese zweite Variante liegt bei rund 7,7 Millionen Euro. Ein kompletter Neubau irgendwo auf der „grünen Wiese“ dürfte zwar etwas günstiger werden, rechnete Thomas Frigge vor. Doch zum einen gebe es kein geeignetes Grundstück. Und zum anderen sei es der Wunsch aller Beteiligten, die Grundschule im Dorf zu behalten: für alle fußläufig erreichbar und in der Nähe der erst vor wenigen Jahren errichteten Sporthalle. Der Standort in der Ortsmitte habe oberste Priorität, machte Ingo Meyer (CDU) klar.

Da man sich noch in einer recht frühen Phase der Planung befindet, sind Änderungen möglich. Der Aussschuss einigte sich darauf, auf Basis von Variante zwei weiter zu denken. Vor der nächsten Sitzungsperiode wollen die Politiker das Schulgebäude persönlich in Augenschein nehmen.

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