Plagegeist ist auf dem Vormarsch
Heißes Wasser gegen den Eichenprozessionsspinner

Drensteinfurt -

Die Corona-Krise ist längst noch nicht überstanden, da wirft ein anderer Plagegeist bereits seine Schatten voraus: Mit steigenden Temperaturen und satt-grünen Baumkronen beginnt auch die Zeit des Eichenprozessionsspinners – und mit ihm der „Feldzug“ gegen die gefährliche Raupe. Neben der Absaugmethode soll in diesem Jahr ein neues Verfahren angewandt werden.

Montag, 11.05.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 11.05.2020, 06:01 Uhr
Der Eichenprozessionsspinner sorgte bereits im vergangenen Jahr für einige Beeinträchtigungen. So war das Areal der Martinskirche zeitweilig für Besucher gesperrt.
Der Eichenprozessionsspinner sorgte bereits im vergangenen Jahr für einige Beeinträchtigungen. So war das Areal der Martinskirche zeitweilig für Besucher gesperrt. Foto: Nicole Evering

Die Corona-Krise ist längst noch nicht überstanden, da wirft ein anderer Plagegeist bereits seine Schatten voraus: Mit steigenden Temperaturen und satt-grünen Baumkronen beginnt auch die Zeit des Eichenprozessionsspinners – und mit ihm der „Feldzug“ gegen die gefährliche Raupe, die seit Jahren weiter auf dem Vormarsch ist. „Die Stadt hat diesen Schädling seit langem im Blick und hat in diesem Jahr die Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung noch einmal deutlich verstärkt“, teilt Bürgermeister Carsten Grawunder mit.

Fachfirmen helfen

Auch in diesem Jahr setze man daher auf die Beseitigung der Nester durch entsprechende Fachfirmen. „Neben der Absaugmethode, die nicht immer alle Brennhaare beseitigt, soll in diesem Jahr ein neues Verfahren angewandt werden. Dabei werden die Nester mit heißem Wasser abgespült, wodurch das Gift der Raupen unschädlich gemacht wird“, schildert der Bürgermeister. „Insgesamt 15 000 Euro wurden für diese Maßnahmen in den städtischen Haushalt aufgenommen. Die Beseitigung der EPS-Nester erfolgt natürlich nach einer gewissen Priorität. Befallene Bäume an Schulen, Kinderspielplätzen oder im Freibad werden eher behandelt als Bäume im Außenbereich.“

Wie Grawunder weiter erklärt, beabsichtige man bisher noch, auf den Einsatz von chemischen oder biologischen Mitteln zu verzichten. Zum einen aus ökologischen Gründen – andererseits, weil diese Mittel nur sehr bedingt wirkten, wie Fachleute bei einer Tagung des Landes NRW, an der zwei Mitarbeiter aus dem Rathaus teilgenommen haben, erläuterten. „Der Einsatz chemischer oder biologischer Mittel muss zum exakt richtigen Zeitpunkt erfolgen, damit diese die gewünschte Wirkung entfalten. Regnet es etwa an dem Tag der Ausbringung oder passt die Außentemperatur nicht, verfehlt diese recht kostenintensive Maßnahme ihre Wirkung“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung weiter. „Hinzu kommt, dass sich ein milchiger Film über den behandelten Baum legt und nicht auszuschließen ist, dass sich dieser auch auf Fahrzeugen und privaten Flächen niederschlägt.“

Online-Meldesysem

Erstmals haben die Bürger in diesem Jahr die Möglichkeit, befallene Bäume auf der Homepage der Stadt online zu melden. „So entsteht nach und nach ein Kataster, welches dabei hilft, die ergriffenen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen“, erläutert Carsten Grawunder. Auf der anderen Seite haben wir die Möglichkeit, schnell zu reagieren und die Informationen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“

Darüber hinaus wurden von Rinkerode bis Walstedde an den bekannten Stellen der Vorjahre Warnschilder aufgestellt. Die Stadt werde zudem bestimmte Bereiche mit Flatterband absperren müssen.

Im natürlichen Kampf gegen den Prozessionsspinner wurden in den vergangenen Jahren im gesamten Stadtgebiet ferner 250 Nistkästen aufgehängt, um damit die Meisenpopulation zu stärken. „Die Meisen zählen zu den natürlichen Fressfeinden des Eichenprozessionsspinners und stellen somit eine zusätzliche Bekämpfungsmaßnahme dar“, so die Verwaltung weiter.

"Intensive Bekämpfung"

„Wir werden auch weiterhin die neuesten Entwicklungen zur Bekämpfung intensiv verfolgen und entsprechende Maßnahmen zum Schutze unserer Bürger umsetzen. Nach Meinung der Fachleute ist jedoch aus heutiger Sicht nicht mit einem schnellen Bekämpfungserfolg zu rechnen. Insofern müssen wir leider auch davon ausgehen, dass uns die Unannehmlichkeiten durch den EPS noch einige Zeit begleiten werden und sich Menschen, die sehr stark allergisch reagieren ähnlich wie Pollenallergiker bestimmte Bereiche meiden oder sich in besonderer Weise schützen müssen“, so der Bürgermeister abschließend. Sollten Augen betroffen sein, sollte in jedem Fall ein Augenarzt aufgesucht werden.

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