Ferienprogramm 2020
Alternativen sind in Arbeit

Drensteinfurt -

Es ist schon länger vermutet worden, nun ist es offiziell: „Minilon“ und „Halli-Galli“ sind abgesagt. Aber trotzdem will die Stadt ein Ferienprogramm für die Kinder und Jugendlichen auf die Beine stellen. An den Details wird noch gearbeitet. Doch die Devise dieses Jahr wird lauten: Spaß in Kleingruppen.

Freitag, 22.05.2020, 17:11 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 17:20 Uhr
Das Ferienprogramm soll dieses Jahr auf jeden Fall stattfinden, wird aber anders aussehen als gewohnt. Das Baucamp kann unter den geltenden Abstandsregeln veranstaltet werden.
Das Ferienprogramm soll dieses Jahr auf jeden Fall stattfinden, wird aber anders aussehen als gewohnt. Das Baucamp kann unter den geltenden Abstandsregeln veranstaltet werden. Foto: Dietmar Jeschke

Dass die beiden Großveranstaltungen im Drensteinfurter Ferienprogramm nicht wie üblich würden stattfinden können, damit war schon länger zu rechnen. Und nun ist es offiziell: „Minilon“ und „Halli-Galli“ sind abgesagt, teilt die Stadtverwaltung mit.

„Wir wollten nicht die schlechte Nachricht verkünden, ohne auch eine gute nachschieben zu können“, erklärt Bürgermeister Carsten Grawunder , warum man mit dieser Information erst jetzt an die Öffentlichkeit gehe. Man habe zunächst Entscheidungen auf Landesebene abwarten müssen. Die gebe es jetzt – und damit eine gewisse Planungssicherheit.

Im Hintergrund feilt das Team um Jugendpfleger Rüdiger Pieck schon seit Wochen an Alternativen. „Das Ferienprogramm wird völlig anders aussehen als üblich. Aber was ist in diesem Jahr schon wie üblich?“ Details seien noch nicht spruchreif, aber der Rahmen stehe.

So sollen in diesem Jahr die Angebotsformen „Betreuung“ und „Freizeitgestaltung“ strikt getrennt werden, räumlich wie organisatorisch. Bei „Halli-Galli“ und „Minilon“ sei beides durch die Kooperation von OGS und außerschulischer Jugendarbeit seit vielen Jahren eng verknüpft, heißt es in der Mitteilung weiter.

Umzug in den Kulturbahnhof

Im Zentrum der Freizeitgestaltung wird der Kulturbahnhof stehen. „Durch den Umzug machen wir deutlich, dass in diesem Jahr alles anders ist. Dann kommen erst gar keine Erwartungen auf, die wir hinterher nicht erfüllen können“, erklärt Pieck. Aber auch dem Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus dient die Verlegung an einen anderen Ort: „So halten wir die betreuten Kinder räumlich auseinander, die Gruppengrößen bleiben überschaubar, Ansteckungswege sind leichter verfolgbar.“ Wo Gemeinsamkeit sonst ausdrücklich erwünscht ist, da wird sie in diesem Jahr vermieden.

Der Kulturbahnhof als zentraler Veranstaltungsort habe aber noch einen weiteren Vorteil: Dort gebe es bereits ein detailliertes Hygienekonzept, das sich seit zwei Wochen im Betrieb der Musikschule und der VHS bewähre. „Mit den gleichen Regeln sollen auch die Veranstaltungen im Ferienprogramm durchgeführt werden“, teilt die Stadt mit.

Unser Ziel ist es, dass in den kommenden Sommerferien möglichst viele Kinder im Ferienprogramm mitmachen können.

Jugendpfleger Rüdiger Pieck

Über allem steht die „Kleinteiligkeit“. Angebote gibt es ausschließlich in kleinen Gruppen. In der Regel sind das fünf Kinder und ein Teamer. Bei Angeboten draußen können es auch zehn Kinder und zwei Betreuer werden. Die meisten Angebote werden nicht länger als zwei oder drei Stunden dauern. „Unser Ziel ist es, dass in den kommenden Sommerferien möglichst viele Kinder im Ferienprogramm mitmachen können“, so Pieck. „Insgesamt wird wohl alles viel ruhiger ablaufen. Weniger Halli-Galli eben.“ Der Jugendpfleger ist sich aber sicher, dass der Bedarf in Sachen Feriengestaltung in diesem Jahr trotzdem groß sein wird.

Das sieht auch Bürgermeister Grawunder so: „Aktuell sind viele Familienurlaube unsicher. Eltern haben ihre Urlaubstage verbraucht und benötigen Unterstützung. Kinder und Jugendliche suchen nach der langen Isolation in der eigenen Familie den Kontakt zu Gleichaltrigen.“ Deshalb sei es ihm auch wichtig, dass es in diesem Jahr ein Ferienprogramm gebe. In anderen Kommunen sei dieses bereits komplett abgesagt. Andere bastelten an virtuellen Konzepten. „Das ist nicht unser Weg. Nach den Wochen voller Homeschooling am Computer wollen wir – im Rahmen der Möglichkeiten – wieder echte menschliche Kontakte erlebbar machen“, so Grawunder.

„Kuba-Galli“ und „Kubalon“

Die beliebtesten Veranstaltungen der Vorjahre geben dem Ferienprogramm die Struktur – allerdings in stark veränderter Form. Statt „Halli-Galli“ in der ersten Ferienwoche nun „Kuba-Galli“: mit zahlreichen Angeboten in den klassischen Bereichen Spiel, Sport und Basteln. Nur ein Wechsel von einem Angebot zum anderen ist in diesem Jahr nicht möglich.

In der zweiten Ferienwoche wird ein dörfliches „Kubalon“ anstelle der Kinderstadt „Minilon“ errichtet: verkürzt auf drei Tage, ohne Kino, Freizeitpark und Arbeitsamt. Ein Wechsel von einem Beruf in den anderen wird auch da nicht möglich sein. Dafür soll die Mini-Spielstadt gleich vier Mal angeboten werden. Und anstelle des Ladens soll es einen Onlineshop geben. „Hoffentlich bekommen wir das umgesetzt“, schaut Pieck gespannt nach vorne.

Das Baucamp in der dritten Ferienwoche soll wie geplant stattfinden. Natürlich mit mehr Abstand und festen Bauteams.

In der vierten Ferienwoche geht es raus ins Grüne. Vorgesehen sind viele erlebnispädagogische Aktivitäten. Die haben früher, vor „Halli-Galli“ und „Minilon“, einen Großteil des Ferienprogramms ausgemacht. „Mal sehen, ob die Kinder heute auch noch – oder wieder – Spaß an diesen Angeboten haben?“, fragt sich Pieck.

Verbindliche Anmeldung

Für die fünfte und sechste Ferienwoche hat die Stadt Drensteinfurt die Pfarrgemeinde St. Regina und den Verein „Drensteinfurter Sonnenstrahl“ eingeladen, ihre geplanten Veranstaltungen unter den neuen Bedingungen umzusetzen. Es könnte also skiff@home geben, oder eine Gallische Olympiade im Miniaturformat. „Endgültig entschieden oder gar geplant sei auch da noch nichts – schließlich warteten auch diese Träger von Tag zu Tag auf neue Vorgaben der Landesregierung“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bei aller Vielfalt, eines sei klar: Teilnehmen könnten Kinder in diesem Jahr nur nach verbindlicher Anmeldung. Schließlich müsse immer nachvollziehbar bleiben, wer mit wem Kontakt gehabt habe.

Ein Programmheft wird es nicht geben, dafür einen kurzen Flyer mit einer Übersicht und den wichtigsten Infos. Einzelheiten über alle Veranstaltungen finden Kinder und Eltern auf der Anmeldeseite, die die Stadt Drensteinfurt seit einigen Jahren dafür zur Verfügung stellt: www.drensteinfurt.ferienprogramm-online.de.

Die Anmeldung erfolgt in zwei Phasen. Vom 13. bis zum 21. Juni werden alle Anmeldungen gesammelt. Nach dem vorläufigen Anmeldeschluss werden automatisch Plätze zugeteilt. Kinder mit wenigen Wünschen werden dabei bevorzugt. Eine Anmeldung zusammen mit Freunden wird möglich sein. Ab dem 22. Juni sind dann noch Nachmeldungen für neue oder nicht ausgebuchte Veranstaltungen möglich – bis jeweils drei Tage vor der Veranstaltung.

Gezahlt werden muss in diesem Jahr erstmals nicht bar. Alle Zahlungen werden ausschließlich per Überweisung oder per PayPal abgewickelt. „Weitere Infos zum Ferienprogramm gibt es, sobald sie feststehen. Damit ist allerdings frühestens in zwei Wochen zu rechnen“, heißt es abschließend.

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