Michael Spanke wird als Kreisdekanatsgeschäftsführer verabschiedet
28 Jahre als „Drehscheibe und Dienstleister“

Drensteinfurt -

„Wenn ich mich heute noch einmal entscheiden müsste, ich würde es wieder tun – wie vor 28 Jahren.“ Dieses Fazit zieht Michael Spanke nach fast drei Jahrzehnten in der Funktion als Geschäftsführer des Kreisdekanates Warendorf und des Kreiskomitees der Katholiken. Am Freitag wird er verabschiedet.

Freitag, 26.06.2020, 13:08 Uhr
Nach 28 Jahren wird Michael Spanke als Kreisdekanatsgeschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann
Nach 28 Jahren wird Michael Spanke als Kreisdekanatsgeschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann Foto: Bischöfliche Pressestelle/Lader

Die verbleibenden Tage in seinem Büro neben der Landvolkshochschule in Freckenhorst nutzte er, um seinen Schreibtisch zu räumen und seinen Nachfolger Christoph Irzik einzuarbeiten. Am heutigen Freitag wird Spanke dann – aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nur im kleinen Kreis – in den Ruhestand verabschiedet.

Wenn man nach Höhepunkten in seiner Zeit fragt, muss der gebürtige Hammer kurz überlegen. „Da gibt es so einige, an die ich immer wieder gerne zurückdenke“, sagt er. Ihm fallen dabei vor allem Prozesse ein wie das Diözesanforum, ein auf mehrere Jahre angelegter diözesaner Dialogprozess zu drängenden Zukunftsfragen von Glauben, Kirche und Gesellschaft, Ende der 1990-er Jahre. „In unserem Selbstverständnis sind wir als Kreisdekanat Drehscheibe und Dienstleister für Informationen, Koordination und Vernetzung der verschiedenen Akteure im Kreis, was für den Prozess wichtig war“, erklärt Spanke. Gerne erinnert sich der Drensteinfurter auch an Großereignisse wie das Bistumsjubiläum 2005 und den Katholikentag in Münster 2018: „Hier wurde in der Vorbereitung und der Durchführung deutlich, wie vielfältig die katholische Kirche im Bistum, aber auch im Kreis Warendorf ist.“

Mit Engagement und Herzblut

Mit Engagement und Herzblut hat sich Spanke außerdem für die „Familiaden“ des Kreiskomitees der Katholiken eingesetzt, ein damals alle zwei Jahre stattfindendes Seminar an Pfingsten für Familien aus dem Kreis Warendorf. „Direkt zu Beginn, als ich meine Stelle angetreten hatte, mussten wir in Zusammenarbeit mit der LVHS ein Konzept für eine ‚Familiade‘ erarbeiten, das Inhalte für Kinder, Jugendliche und Eltern vereinte“, berichtet Spanke. „Das war eine echte Herausforderung. Zu Spitzenzeiten waren mehr als 300 Leute dabei“, so der scheidende Geschäftsführer. Vor einigen Jahren sei das Angebot mangels Teilnehmern eingestellt worden.

Doch es waren nicht nur die Großereignisse, die seine Zeit beim Bistum Münster geprägt haben. „Die massivste Entwicklung und gleichzeitig Herausforderung war sicherlich der Umstrukturierungsprozess der Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten, Pfarreiengemeinschaften und letztendlich die Zusammenschlüsse von mehreren ehemals eigenständigen Pfarreien“, betont Spanke. In den zurückliegenden Jahren wurden so aus 66 Pfarreien 22. „Das hat uns als Verwaltung des Kreisdekanates natürlich durchgehend beschäftigt.“ Immer wieder hätten er und sein Team hautnah mitbekommen, wie sehr diese Prozesse vor Ort mit Trennungs- und Verlustängsten verbunden gewesen seien. „Es galt, neue, kreative und tragfähige Strukturen aufzubauen, mit denen alle Beteiligten einverstanden waren“, sagt Spanke.

Rufbereitschaft der Notfallseelsorge

Was ihm außerdem am Herzen liegt: die Notfallseelsorge im Kreis Warendorf. Vor 20 Jahren baute er deren Rufbereitschaft in ökumenischer Zusammenarbeit auf, wurde schließlich der katholische Koordinator für den Kreis Warendorf, zusammen mit Pfarrer Manfred Uhte von der evangelischen Kirche. „Für mich ist die Notfallseelsorge ein wichtiger Bestandteil seelsorglicher Arbeit“, betont Spanke. Dabei verstehe sie sich nicht als Konkurrenz zur örtlichen Seelsorge. „Sie ist vielmehr ‚Erste Hilfe für die Seele‘ für Menschen, die ganz plötzlich aus ihrem Lebensalltag gerissen wurden, weil sie mit einer stark belastenden Situation konfrontiert wurden und jemanden brauchen, der ihnen hilft, Orientierung bietet und sie unterstützt.“ Anfangs engagierten sich ausschließlich hauptamtliche Seelsorger, mittlerweile setzen die Verantwortlichen auch auf die Ausbildung Ehrenamtlicher.

Was Spanke vermissen wird: „Die Begegnungen mit den Menschen, die ich in dieser Zeit kennen- und schätzengelernt habe.“ Er freut sich aber auf die ruhigere Zeit: „Ich freue mich vor allem darauf, mit meiner Frau Dinge zu unternehmen, die bis jetzt nicht oder nur schwer möglich waren. Es wird der Start in einen neuen Lebensabschnitt.“

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