Walstedder Fortuna stellt Inklusionsbeauftragte vor
„Bei uns ist jeder willkommen“

Walstedde -

Vielerorts wird seit langem über das Thema „Inklusion“ geredet – ohne das mitunter viel passiert. Die Walstedder Fortuna hat nun „Nägel mit Köpfen“ gemacht und eine eigene Inklusionsbeauftragte berufen. Alexandra Rohling wird den Posten im mitgliederstärksten Sportverein des Dorfes übernehmen.

Montag, 13.07.2020, 22:47 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 22:50 Uhr
Fortuna-Vorsitzender Clemens Kuhn (li.) und sein Stellvertreter Olaf Lenz freuen sich, dass der Verein nun mit Alexandra Rohling eine eigene Inklusionsbeauftragte hat.
Fortuna-Vorsitzender Clemens Kuhn (li.) und sein Stellvertreter Olaf Lenz freuen sich, dass der Verein nun mit Alexandra Rohling eine eigene Inklusionsbeauftragte hat. Foto: Fortuna

„Es wird viel über Inklusion gesprochen, aber wenig getan“, findet Clemens Kuhn , der erste Vorsitzende von Fortuna Walstedde. Um das zu ändern, hat der über 1000 Mitglieder starke Sportverein aus dem Lambertusdorf nun sein neues Konzept „Alle gemeinsam – Fortuna inklusiv“ und damit verbunden die neue Inklusionsbeauftragte Alexandra Rohling vorgestellt, teilt der Verein mit.

„Es gibt nach wie vor eine Hemmschwelle für Menschen mit Handicap, an Vereine, wie beispielsweise uns, heranzutreten. Deswegen gehen wir jetzt bewusst den Schritt an die Öffentlichkeit und wollen die Tür aufmachen und die Botschaft aussprechen: Bei uns ist jeder willkommen“, erzählt Kuhn. Alexandra Rohling ergänzt, dass es schon jetzt viele Mitglieder bei Fortuna gebe, die einen inklusiven Hintergrund haben. „Die trainieren ganz normal mit. Das ist für niemanden ein Problem – und das ist auch gut so“, bemerkt die 36-Jährige. „Bei Fortuna wird Inklusion gelebt. Das Ganze wollen wir jetzt aber noch weiter intensivieren und es Menschen mit Handicap erleichtern, auf uns zuzukommen.“

Den Sportbereich hält Rohling für einen idealen Ort für Inklusion, heißt es im Bericht der Fortuna weiter. Neben körperlicher Fitness habe der Sport unzählbar viele soziale Komponenten, wo ein jeder – egal, welche Kultur er lebe, welches Alter er habe, welcher Religion er angehöre, welche sexuelle Identität er besitze oder welches vermeintliche Handicap er habe – seinen Teil in ein großes Puzzle einfügen könne. „Jeder Mensch sollte – egal, was er in seinem ,Rucksack‘ mit sich rumträgt – die selbstverständliche und dauerhafte Möglichkeit haben, am Vereinsleben im Bereich Sport und Fitness seinen nahen Lebensumfeldes teilzuhaben“, betont sie.

Dabei sollte der Sportverein die Möglichkeit bieten, auf die individuellen Sportwünsche eines Jeden einzugehen und gemeinsam mit dem Mitglied und jeweiligen Übungsleitern abzuschätzen und zu beraten, inwieweit eine Teilnahme – gegebenenfalls auch unter veränderten, differenzierten Vorgehens – möglich sei. „Dafür ist ein reger und offener Austausch im Verein zwischen Vorstand und Übungsleitern unabdingbar“, weiß Rohling. „Bedenken, eventuelle Hindernisse in der Umsetzung und das praktische Leben sollten regelmäßig ausgetauscht werden. So kann man eine optimale Situation für alle schaffen“, fügt die 36-Jährige hinzu.

Bei Fortuna wird nun zunächst sondiert, welche Sportgruppen die Möglichkeit haben, einen Menschen mit einem vermeintlichen Handicap zu inkludieren. „Je nach Situation müssen wir schauen, welche zusätzlichen Hilfsmittel oder personelle Begleitungen nötig sind“, so Kuhn. Bei Anfragen an den Sportverein kümmert sich Rohling als Inklusionsbeauftragte um die Wünsche und Belange von Menschen mit Handicap und fungiert als Bindeglied zwischen den Interessierten und den Übungsleitern. „Ich würde dann die gewünschte Sportgruppe kontaktieren, um Fragen oder Hilfsmittelbedarfe zu klären“, berichtet die gelernte Heilerziehungspflegerin. „Auch eine mögliche Begleitung zu den ersten Trainingsstunden ist gesichert.“ Falls ein Wunsch mal nicht umgesetzt werden könne, würde Rohling gemeinsam mit der jeweiligen Person nach einer passenden Alternative suchen, schreibt die Fortuna.

Ebenso wird die 36-Jährige als Inklusionsbeauftragte Kontakt zu externen Stellen aufnehmen, um Gelder für zusätzliche Hilfsmittel für das Thema Inklusion zu beantragen und eventuelle Fortbildungen, Austausch und Hilfen zu organisieren. „Wir hätten Alexandra während unserer Jahreshauptversammlung im März, die wegen der Corona-Pandemie leider abgesagt werden musste, ebenfalls als neue Beisitzerin für den Vorstand vorgeschlagen“, schildert Kuhn. „Uns ist wichtig, dass diese ganze Thematik im Vorstand aufgehoben ist.“

Kontakt zur Inklusionsbeauftragten Alexandra Rohling können Interessierte unter  01 75 / 3 89 30 37 aufnehmen.

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