Nicole Schramm verlässt die St.-Regina-Gemeinde
Ein Abschied, der schwerfällt

Drensteinfurt -

Zwei Jahre lang hat Nicole Schramm die Kirchengemeinde St. Regina als pastorale Mitarbeiterin gerade in der Kinder- und Jugendarbeit unterstützt. Ende dieses Monats verlässt sie Drensteinfurt. Ihre Doktorarbeit hat nun Priorität. Eine Rückkehr ist aber nicht ausgeschlossen.

Dienstag, 21.07.2020, 07:43 Uhr
Nach zwei Jahren verlässt Nicole Schramm die St.-Regina-Gemeinde, hofft aber, nach Fertigstellung ihrer Doktorarbeit die Ausbildung zur Pastoralassistentin hier machen zu können.
Nach zwei Jahren verlässt Nicole Schramm die St.-Regina-Gemeinde, hofft aber, nach Fertigstellung ihrer Doktorarbeit die Ausbildung zur Pastoralassistentin hier machen zu können. Foto: Nicole Evering

Für Nicole Schramm sind es die letzten Tage in der St.-Regina-Gemeinde. Noch einmal hat sie in der vergangenen Woche einen Wortgottesdienst für die angehenden Schulkinder in der Kita St. Lambertus gehalten und eine Andacht für die Bewohner des Malteserstifts St. Marien zelebriert. Doch Ende dieses Monats läuft Schramms Vertrag aus. Sie verlässt Drensteinfurt – zumindest vorerst.

„Es ist nicht einfach, jetzt zu gehen, wo man eigentlich gerade richtig angekommen ist“, sagt die 33-Jährige. Zwei Jahre hat sie als pastorale Mitarbeiterin in der Gemeinde verbracht und dabei „viele gute Begegnungen“ gehabt. „Ich hatte mir zu Beginn einen einfachen Einstieg erhofft – und das hat sich voll erfüllt“, blickt sie zurück. Sie sei von Anfang an als vollwertige Mitarbeiterin eingesetzt worden. „Mir wurde viel zugetraut, ich wurde ermutigt und durfte eigenständig arbeiten“, zieht sie ein sehr positives Fazit ihrer Zeit in Drensteinfurt.

Dass diese nun erst einmal ein Ende findet, hat wissenschaftliche Gründe. Um parallel an ihrer Doktorarbeit zum Thema „Katholische Friedensarbeit in Nordirland“ schreiben zu können, hatte Schramm sowieso nur eine halbe Stelle angetreten. Doch die Zeit, ihre Arbeit „nebenher“ fertigzustellen, hat einfach nicht gereicht. „Ich musste viele Interviews führen und Daten erheben. Nun habe ich eine Fülle an Informationen, die analysiert werden muss.“ Das gehe nicht mal eben zwischen Tür und Angel, sondern brauche Zeit. „Die Doktorarbeit hat jetzt Priorität“, sagt Nicole Schramm, die aus Esbeck bei Lippstadt stammt und in Münster studiert hat. Das Bistum habe ihr in Aussicht gestellt, ihre Ausbildung zur Pastoralassistentin in der Drensteinfurter Gemeinde absolvieren zu können, falls denn die Doktorarbeit innerhalb des nächsten Jahres fertig wird. „Und das ist auch weiterhin der Plan“, möchte sich Schramm neben dem wissenschaftlichen auch ein zweites, pastorales Standbein aufbauen. Ihre Mentorin Mechthild Döbbe hofft ebenfalls auf eine Rückkehr Schramms nach Stewwert: „Wir brauchen einfach mehr Frauen in der Kirche.“

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Die zwei Jahre seien rasant vergangen und aufregend gewesen, resümiert die 33-Jährige. Gerade in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat sie viel Zeit investiert. Sie hat Kindergottesdienste gehalten, die Leiterrunde der Rinkeroder Messdiener unterstützt, Ferienfreizeiten begleitet und das neue Konzept für die Erstkommunionvorbereitung mit erarbeitet. „Es ist toll zu sehen, dass es viele junge Menschen gibt, die noch für die Kirche brennen“, sagt Schramm etwa mit Blick auf die Messdienerarbeit.

Nachhaltig beeindruckt haben sie jedoch auch die vielen Gespräche mit älteren Gemeindemitgliedern. „Es hat mich richtig gepackt zu sehen, wie genau sie sich mit der aktuellen kirchenpolitischen Situation auseinander setzen. Da war ich als junger Mensch wirklich gefordert“, berichtet sie, dass Senioren auch vor dem Hintergrund steigender Kirchenaustritte quasi an sie appelliert hätten, nichts einfach hinzunehmen, sondern alles zu hinterfragen und kritisch zu sein. „Das ist eine unserer großen Herausforderungen: Wie sprechen wir die Menschen in unserer Gemeinde an und wie die, die der Kirche schon den Rücken gekehrt haben?“. Gerade in Corona-Zeiten habe sich gezeigt, dass nicht alles übers Internet laufen könne, sondern die persönliche Begegnung entscheidend sei. „Seelsorge geht auch übers Telefon oder am Gartenzaun“, findet Schramm.

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