Digitalisierung der Schulen schreitet voran
Das Ende der „Kreidezeit“

Drensteinfurt -

Die Stadt will den digitalen Ausbau der Schulen weiter vorantreiben. Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Schulausschusses erläuterte, soll im Herbst auf zwei Schüler ein iPad kommen. Perspektivisch soll jedes Kind ein Gerät haben. Kritik – vor allem an der Markenbindung – gab es von den Grünen.

Montag, 31.08.2020, 22:10 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 16:34 Uhr
Gut angelegtes Geld – sagen zumindest die Vertreter von CDU, SPD und FDP: Bis zum Herbst soll rein rechnerisch ein iPad für zwei Schüler im Stadtgebiet vorhanden sein. Perspektivisch soll jedes Kind ein eigenes Gerät zur Verfügung haben.
Gut angelegtes Geld – sagen zumindest die Vertreter von CDU, SPD und FDP: Bis zum Herbst soll rein rechnerisch ein iPad für zwei Schüler im Stadtgebiet vorhanden sein. Perspektivisch soll jedes Kind ein eigenes Gerät zur Verfügung haben. Foto: Dietmar Jeschke

Plötzlich musste alles ganz schnell gehen. Als zu Beginn der Corona-Pandemie die Schulen geschlossen wurden, „da haben wir Gas gegeben“, so Bürgermeister Carsten Grawunder . Und zwar im Hinblick auf die Ausstattung der vier Drensteinfurter Schulen mit Infrastruktur und Hardware, um die Schüler auch zu Hause erreichen und unterrichten zu können. Die Unterschiede zwischen dem Ist-Zustand 2019 und heute stellte die städtische IT-Leiterin Nina Russow jetzt im Schulausschuss vor.

Mittlerweile verfügt jede der drei Grundschulen sowie die weiterführende Sekundarschule unter anderem über einen Glasfaser-Internetanschluss, Online-Lernplattformen für Kommunikation und Datenaustausch, Whiteboards und Kurzdistanzbeamer sowie die entsprechenden Endgeräte für Schüler und Lehrer. Bis zum Herbst sollen weitere geliefert werden, so dass in Drensteinfurt dann rein rechnerisch ein iPad pro zwei Schüler vorhanden ist. „Wir läuten das Ende der ‚Kreidezeit‘ ein und rüsten iPad-technisch auf“, erklärte Russow. Ziel sei es, perspektivisch jedem Kind ein Tablet zur Verfügung zu stellen. Das Geld für die Anschaffungen soll aus dem Digitalpakt des Bundes kommen.

Wobei, das betonte insbesondere Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen: „Wir schreiben auch noch mit dem Füller, und wir schauen auch noch in Bücher.“ Es gehöre mit zum pädagogischen Konzept, dass die iPads nicht in jeder Stunde Teil des Unterrichts seien. Auf Smart- oder Whiteboards wird dort zum Beispiel ganz verzichtet. Welche Technik welcher Schule zur Verfügung gestellt wurde, diese Entscheidung sei den Leitungen im Vorfeld selbst überlassen worden, betonte Grawunder. „Das sind Schul-Interna, in die hat sich der Träger nicht einzumischen.“

Damit reagierte der Bürgermeister auf Kritik aus den Reihen der Grünen. Thomas Kluth hatte bemängelt, dass man sich zu sehr in die Abhängigkeit eines großen Anbieters – Apple – begebe. „Ich kritisiere nicht, dass die Arbeit getan wird, sondern in welche Richtung wir dabei gehen.“ Zudem hatte Kluth hinterfragt, ob bei den Systemen auch der Datenschutz ausreichend berücksichtigt werde. Und: Seines Wissens habe es keinen endgültigen Beschluss zu all diesen Anschaffungen gegeben. „Wer hat das wann entschieden, dass das so gemacht wird? Das müssen Gremien wie der Rat entscheiden und nicht die Stadt. Ich fühle mich entmachtet.“

Diese Kritik konnten die anderen drei Fraktionen indes nicht teilen. „Da bricht über Nacht unser Bildungssystem zusammen, und jetzt regt man sich über den Datenschutz auf. Das kann ich nicht nachvollziehen“, entgegnete Burkhard Wieland (FDP). Markus Wiewel (CDU) ergänzte: „Als die Info zum Digitalpakt kam, da haben wir alle gejubelt. Wenn das jetzt nicht der Wille des Rates gewesen sein soll, würde mich das doch sehr wundern.“ Und auch Ingo Stude (SPD) sah die Fördergelder gut angelegt: „Und was den Sicherheitsaspekt angeht: Der wird bedacht, ich habe da auch Vertrauen.“

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