Bürgermeister stellt Jahresabschluss vor
Acht Millionen auf der hohen Kante

Drensteinfurt -

Gut zwei Wochen vor der Kommunalwahl legte Bürgermeister Carsten Grawunder dem Hauptausschuss den Jahresabschluss 2019 vor. Und der kann sich sehen lassen: Ein unerwarteter Überschuss in Höhe von 1,7 Millionen Euro lässt die Ausgleichsrücklage auf fast sieben Millionen Euro wachsen.

Dienstag, 01.09.2020, 22:52 Uhr
Kurz vor der Wahl präsentierte Bürgermeister Carsten Grawunder der Politik einen lange unerwarteten Geldsegen. Der Haushaltsüberschuss 2019 liegt bei 1,7 Millionen Euro.
Kurz vor der Wahl präsentierte Bürgermeister Carsten Grawunder der Politik einen lange unerwarteten Geldsegen. Der Haushaltsüberschuss 2019 liegt bei 1,7 Millionen Euro. Foto: Dietmar Jeschke

Kurzarbeitergeld, Soforthilfe für Selbstständige und nicht zuletzt das große „Konjunkturpaket mit Wumms“: Der Staat lässt es sich die Corona-Krise einiges kosten. Wie hoch die Rechnung dafür ausfallen wird und wer sie am Ende in welchem Umfang zu begleichen hat, mag dagegen noch niemand zu sagen. Die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung in Drensteinfurt können jedoch – finanziell gesehen – durchaus gelassen in die nähere Zukunft blicken. Denn wie Bürgermeister Carsten Grawunder am Montagabend in der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses in der aktuellen Wahlperiode in der Vorstellung des Jahresabschlusses 2019 vermelden ließ, verfügt Drensteinfurt über ein stattliches Finanzpolster. Rund 1,7 Millionen Euro, berichtet Kämmerer Ingo Herbst, waren zum Ende des vergangenen Haushaltsjahres noch übrig. Sie fließen nun in die Ausgleichsrücklage, die damit auf 6,8 Millionen Euro wächst, und erhöhen das Bankvermögen der Stadt auf satte acht Millionen Euro.

„Dass der Jahresabschluss um zwei Millionen Euro besser ausfällt als der Ansatz, macht Hoffnung für die nächsten Jahre“, befand Heinz Töns. „Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass viele Investitionen nur verschoben wurden“, so der CDU-Fraktionsvorsitzender mit Blick auf zahlreiche ausstehende Großprojekte – wie etwa die Baulandentwicklung am Mondscheinweg. Aber: „Wir können dem Abschluss voll und ganz zustimmen, sollten es aber mit dem ,Hurra-Rufen‘ nicht übertreiben.“

Finanzen kann er auch.

Ingo Stude (SPD)

Positiv äußerte sich auch Ingo Stude: „Finanzen kann er auch“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf Bürgermeister Carsten Grawunder, der während der Vorstellung des Zahlenwerks naturgemäß auf einem Publikumsstuhl Platz genommen hatte. „Das ist ein sehr schöner Abschluss. Aber wir dürfen nicht übermütig werden und sollten dankbar sein, über ein nettes Polster zu verfügen“, so Stude. „Und dafür kann man den Bürgermeister loben.“

Dem schloss sich FDP-Mitglied Burkhard Wieland durchaus an – um im gleichen Atemzug darauf zu verweisen, dass von den ursprünglich geplanten Investition in Höhe von 20 Millionen Euro lediglich Projekte in Höhe von fünf Millionen Euro tatsächlich realisiert wurden. „Vielleicht waren 20 Millionen für die Leistungsfähigkeit der Verwaltung einfach zu hoch gegriffen“, mutmaßte Wieland. „Es wäre zukünftig schön, wenn der Haushalt nur das abbilden würde, was die Verwaltung auch leisten kann.“

Die beantragte Entlastung des Bürgermeisters erfolgte schließlich einstimmig – bei einer Enthaltung von Grünen-Ratsfrau Maria Tölle.

Kunstrasenplätze sorgen für weitere Diskussionen

Abgesegnet wurde in der HFA-Sitzung ferner die für einige Diskussionen (siehe Leserbrief auf der zweiten Lokalseite) sorgende geplante Umwandlung des Rinkeroder Bolzplatzes und des Drensteinfurter „Grasche“-Platzes in Kunstrasenflächen. Wie berichtet, möchte die Stadt dafür auf Antrag von SPD und CDU Finanzmittel aus dem Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten des Bundes in Anspruch nehmen. Grünen-Sprecherin Maria Tölle monierte, dass es sich wohl um „ziemlich große Wahlkampfgeschenke“ handele, bei denen der Umweltaspekt „leicht an die Seite“ gedrängt werde. „Ich bin der Meinung, dass Fußballern durchaus zugemutet werden kann, auf Rasen oder ,Grasche‘ zu spielen“, so Tölle. „Man muss das Für und Wider abwägen“, entgegnete Bürgermeister Carsten Grawunder. Und Tatsache sei nun mal, dass ein Kunstrasenplatz ganzjährig bespielt werden könne.

Mehr Steuern – weniger Aufwendungen

 

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