Zehn Jahre Jugendfeuerwehr in Walstedde
Teamgeist ist gefragt

Walstedde -

Eigentlich ist es ein Grund zum Feiern. Angesichts der Corona-Lage fällt die Party allerdings vorerst aus. Dennoch sind die Aktiven stolz auf das zehnjährige Bestehen der Walstedder Jugendfeuerwehr, in der die Mädchen übrigens in der Überzahl sind.

Mittwoch, 02.09.2020, 22:58 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 13:52 Uhr
Nach monatelanger Pause trafen sich die Mitglieder der Walstedder Jugendfeuerwehr zum ersten Übungsabend. Betreut werden sie von Willi Mussenbrock (kl. Bild, li.) und Thorsten Torchalla.
Nach monatelanger Pause trafen sich die Mitglieder der Walstedder Jugendfeuerwehr zum ersten Übungsabend. Betreut werden sie von Willi Mussenbrock (kl. Bild, li.) und Thorsten Torchalla. Foto: Beckmann

Für die Jugendfeuerwehr im Lambertusdorf ist der 3. September nicht einfach ein normaler Donnerstag. Denn genau heute vor zehn Jahren fand der erste Übungsabend der Walstedder Nachwuchsbrandbekämpfer statt. Damals traf sich Jugendwart Daniel Heinrichs mit acht Jugendlichen, um erstmalig über Technik, Grundlagen für Knoten und Stiche, Fahrzeugkunde und vieles mehr zu reden. Unterstützung in der Ausbildung der ersten Jugendlichen erhielt er damals von seinem Stellvertreter Marc Allendorf und den Betreuern Carsten Stellmacher und Jörg Hambrock.

„Zu Beginn waren es nur Jungen, die in der Jugendfeuerwehr waren. Mittlerweile haben sich die Zeiten aber geändert“, weiß Thorsten Torchalla , der die Jugendlichen im Lambertusdorf seit 2019 zusammen mit Willi Mussenbrock auf die Tätigkeit als Feuerwehrmann oder -frau vorbereitet. „Die Mädels sind heute die stärkste Fraktion“, schiebt er lachend hinterher. Derzeit seien sieben Mädchen und sechs Jungen als Nachwuchsbrandbekämpfer aktiv. Sie treffen sich sich alle zwei Wochen am Gerätehaus am Böcken zu Übungsabenden. „Das Interesse an Technik und an den Grundlagen für Knoten und Stiche ist groß“, hat Torchalla nur Lob für den Nachwuchs im Gepäck.

Neben der Vermittlung von Wissen steht bei den Übungsabenden vor allem auch immer der Spaß im Vordergrund. Einmal im Jahr sind für die Jugendlichen auch ein 24-Stunden-Dienst mit zahlreichen simulierten Einsätzen und ein gemeinsamer Dienstabend mit den aktiven Kameraden des Löschzuges geplant. „Bei Veranstaltungen und Feiern der aktiven Abteilung sind die Jugendlichen ebenfalls immer mit dabei. Das ist selbstverständlich“, sagt Torchalla. In den Sommerferien „rücken“ die Nachwuchsbrandbekämpfer normalerweise auch immer zu zwei Tagestouren „aus“. „Das Geld reicht leider nicht für eine einwöchige Fahrt“, so Mussenbrock. „Ein Wochenende an der See kriegen wir aber hin.“

Großen Wert legen die beiden Jugendwarte zudem auf die Förderung von Teamgeist und selbstständigem Arbeiten. „Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe“, bemerkt Mussenbrock, der seit 1985 in der Jugendausbildung tätig ist und quasi zum Inventar des Stewwerter Löschzuges gehört. Dementsprechend bietet er einmal im Jahr „Willis Kochstube“ an, die bei den Mädchen und Jungen schnell zu einem Highlight avanciert ist. „Wir machen Reibekuchen oder Pizza, essen anschließend gemeinsam und räumen selbstverständlich zusammen auf“, schildert er. Torchalla ergänzt: „Das fördert die Gruppendynamik.“ Besonders gerne verrät Mussenbrock dabei auch eine seiner Spezialitäten – Cola mit Zwiebeln. „Das schmeckt gut zu Bratwurst und Reibekuchen“, meint er.

Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen wegen der Corona-Pandemie nicht. „Das ist besonders traurig, weil wir alle ehemaligen Mitglieder, Betreuer und Jugendwarte der Walstedder Jugendfeuerwehr eingeladen hätten, um mit ihnen gemeinsam zu feiern“, erklärt Torchalla. Ebenso wurden wegen des Coronavirus alle anderen Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr in diesem Jahr – wie etwa das Osterfeuer, der Schnuppertag für interessierte Kinder und Jugendliche oder die eine oder andere Fahrt – abgesagt. „Vor einer Woche haben wir uns zum ersten Mal wieder zu einem Übungsabend getroffen“, freut sich Torchalla darüber, dass das wieder möglich ist. „Den Jugendlichen war anzumerken, wie ihnen diese gemeinsamen Treffen gefehlt haben“, schiebt er hinterher. Mit an Bord waren dabei gleich zwei neue Anwärter. „Das ist auch gut so. Im nächsten Jahr gehen nämlich drei Mädels zum Grundlehrgang“, sagt er. Schließen die drei Nachwuchsbrandbekämpferinnen diesen erfolgreich ab, wechseln sie zu den aktiven Kameraden in den Löschzug – wie viele ehemalige Mitglieder der Jugendfeuerwehr vor ihnen. „Normalerweise passiert das im Alter von 18 Jahren“, informiert der Jugendwart, der diese Tätigkeit mit viel Leidenschaft ausübt.

„Die Arbeit mit den Jugendlichen macht Spaß und hält jung“, sagt er unisono mit Mussenbrock. Allerdings koste dies auch eine Menge Zeit. „Manchmal lassen Familie und Beruf den Zeitaufwand zusätzlich zum aktiven Dienst nicht mehr zu“, geben die beiden eine Erklärung für die Wechsel der Jugendwarte in den vergangenen Jahren.

Neben dem stets an den Tag gelegten Eifer der Jugendlichen gefällt den beiden Jugendwarten auch das Interesse der Eltern. „Sie wollen wissen, was ihre Kinder hier machen, wollen uns kennenlernen und kommen zu jedem Elternabend“, so Torchalla.

Interessierte Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren sind eingeladen, bei den Übungsabenden, die jeden zweiten Freitag von 19 bis 20.30 Uhr stattfinden, vorbeizuschauen.

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