Mahnwache „Stumme Stühle“
Es gibt Platz für Flüchtlinge

Drensteinfurt -

Zehn „Stumme Stühle“ vor der Katholischen Kirche St. Regina standen am Samstagnachmittag im Mittelpunkt einer Mahnwache für Geflüchtete.

Sonntag, 04.10.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 05.10.2020, 12:07 Uhr
Vor der St.-Regina-Kirche sollten leere, stumme Stühle daran erinnern, dass es auch im Kreis Warendorf noch Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen gibt. Pastor Jörg Schlummer mahnte, dass sie nicht auf den Straßen vor dem abgebrannten Aufnahmelager Moria verelenden dürfen.
Vor der St.-Regina-Kirche sollten leere, stumme Stühle daran erinnern, dass es auch im Kreis Warendorf noch Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen gibt. Pastor Jörg Schlummer mahnte, dass sie nicht auf den Straßen vor dem abgebrannten Aufnahmelager Moria verelenden dürfen. Foto: Angelika Knöpker

Zehn „Stumme Stühle“ vor der Katholischen Kirche St. Regina standen am Samstagnachmittag im Mittelpunkt einer Mahnwache für Geflüchtete. Ideengeberin Waltraud Angenendt vom Deutsch-Ausländischen Freundeskreis und Raphaela Blümer als Organisatorin hatten zu dieser Aktion eingeladen und dafür auch die Kirchengemeinden und einen Vertreter der „Seebrücke“ aus Münster mit ins Boot geholt.

Die orangefarbenen Stühle, so erfuhren die Anwesenden, sollten deutlich machen, dass in den Städten und Gemeinden noch Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen ist und der Kreis Warendorf zum sicheren Hafen werden soll.

Vor mehr als 40 Teilnehmern forderte Pfarrer Jörg Schlummer die Politik auf, humanitäre und befriedigende Lösungen für die Gestrandeten aus dem abgebrannten Lager Moria in Griechenland zu finden. „Sie dürfen nicht auf der Straße verelenden“, sagte er. Jesus selbst sei ein Flüchtling in Ägypten gewesen. Allen in der Flüchtlingsarbeit Engagierten wünschte er Kraft und Mut. Die Politik rief er dazu auf, Fluchtursachen zu bekämpfen.

Beeindruckende Worte fand „Mona“, die vor vier Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war und Familie und Freunde im Iran zurückgelassen hatte. „Ich bin ein Mensch wie Sie, ich möchte hier in Drensteinfurt frei leben, glücklich sein und wieder lachen können.“ Sie dankte allen Unterstützern für die gute Aufnahme und Betreuung in der schweren Zeit.

„Create save Harbours – Schafft sichere Häfen“: Mit diesem Plakat warb Marvin Chalupka um Unterstützung. Der Münsteraner stellte die Arbeit der Initiative „Seebrücke“ vor und bat um Mithilfe. Viele Teilnehmer nutzten abschließend die Möglichkeit, eine entsprechende Resolution zu unterzeichnen.

Für die musikalische Gestaltung der Mahnwache hatten Sigrid und Jörg Pünt gesorgt.

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