„Auerochsen-Woche“ auf Anfang 2021 verschoben
Gourmets müssen sich gedulden

Rinkerode -

Seit gut und gerne zehn Jahren laden die Nabu-Naturschutzstation und mehrere Gastronomen aus dem Münsterland immer Anfang November zur „Auerochsen-Woche“ ein. Nicht so in diesem Jahr. Aus logistischen Gründen musste die Aktion kurzfristig abgesagt werden.

Mittwoch, 21.10.2020, 21:34 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 16:41 Uhr
Die in Ems- und Emmerbachaue lebenden Heckrinder tragen ihren Teil
Die in Ems- und Emmerbachaue lebenden Heckrinder tragen ihren Teil Foto: Nabu

Bei vielen steht der Termin stets dick im Kalender: Seit gut und gerne zehn Jahren laden die Nabu-Naturschutzstation und mehrere Gastronomen aus dem Münsterland immer Anfang November zur „Auerochsen-Woche“ ein. Nicht so in diesem Jahr.

Und tatsächlich hat die Absage ausnahmsweise einmal nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, der in diesen Tagen ja so manches Angebot zum Opfer fällt. Stattdessen sind „logistische Gründe im Schlachtablauf“ ausschlaggebend, erklärt Andreas Beulting , der beim Nabu für dieses Projekt zuständig ist, auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir arbeiten an einer Lösung des Problems“, so Beulting, doch diese bereite den Verantwortlichen einiges Kopfzerbrechen und werde somit nicht zeitnah erwartet. „Fakt ist: Die Tiere stehen nicht zur Verfügung.“ Deshalb musste die eigentlich bereits fest für Anfang November terminierte gemeinschaftliche Aktion nun abgesagt werden.

Diese Kurzfristigkeit sorgt nicht nur beim Nabu-Projektleiter für Unmut, sondern auch bei den beteiligten Gastronomen. Denn viele Gäste reservieren weit im Voraus einen Tisch, um ein Stück von dem exklusiven Heckrindfleisch abzubekommen, wie Bernadette Lohmann vom gleichnamigen Rinkeroder Gasthof erzählt. Der Betrieb macht schon seit vielen Jahren bei der „Auerochsen-Woche“ mit. Und gerade in Corona-Zeiten, wo die Gastronomie unter diversen Einschränkungen sowie Umsatzrückgängen zu leiden hat, wäre die „Auerochsen-Woche“ ein willkommenes Highlight im Terminkalender gewesen.

Ganzjährig freilebende Heckrinder

Das Besondere an diesem Projekt: Das Fleisch stammt von ganzjährig freilebenden Heckrindern, die zusammen mit Konik-Pferden in der Emsaue bei Telgte sowie in der renaturierten Emmerbachaue bei Davensberg leben. „Durch den Einsatz der imposanten, urwüchsigen Heckrinder – einer Rückzüchtung der ausgestorbenen Auerochsen – und robusten Koniks haben sich einzigartige Naturparadiese entwickelt. Mit der extensiven Ganzjahresbeweidung leisten die Tiere einen wertvollen Beitrag zu Erhalt und Förderung der Artenvielfalt im Münsterland“, hat es der Nabu in der Ankündigung der „Auerochsen-Woche“ 2019 formuliert.

Und weil das besondere Fleisch eben nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht, wird es jedes Jahr in einem außergewöhnlichen Rahmen angeboten. Nur fünf Tiere werden laut Beulting für die „Auerochsen-Woche“ geschlachtet. „Ziel der Aktion ist es, die Menschen über das hochwertige, ökologisch wertvolle Fleisch und den besonderen kulinarischen Genuss für die Naturparadiese an Ems und Emmerbach zu begeistern. Getreu dem Motto: Naturschutz geht durch den Magen“, beschrieb der Nabu Sinn und Zweck weiter.

Und das Konzept kommt gut an, weiß Bernadette Lohmann, die ihren Gästen nun allerdings mitteilen muss, dass sie 2020 nicht in den Genuss dieses besonderen Fleisches kommen werden. Andreas Beulting hat aber die Hoffnung, dass, wenn alle Logistikprobleme aus der Welt geschafft sind, die Aktion Anfang 2021 nachgeholt werden kann. „So ist es von unserer Seite zumindest fest eingeplant.“

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