„Ratzenclub“ der Teamschule
Beim Lesen zur Ruhe kommen

Drensteinfurt -

In der Teamschule gibt es eine Bücherei. Romane und Krimis, Lexika und Bildbände, Zeitungen und Zeitschriften, Filme und Fachliteratur liegen in den Regalen. „Chefin“ im „Ratzenclub“ ist Bettina Bruhn. Die Lehrerin erzählt, wie die Schulbücherei zu diesem ungewöhnlichen Namen gekommen ist.

Dienstag, 03.11.2020, 07:08 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 07:10 Uhr
Durch einen Schülerwettbewerb kam der „Ratzenclub“ zu seinem Namen.
Durch einen Schülerwettbewerb kam der „Ratzenclub“ zu seinem Namen. Foto: Bettina Bruhn

„Lesen bildet“, so sagt man. Keine große Überraschung also, dass es in der Teamschule eine eigene Bücherei gibt. Mit Romanen und Krimis, Lexika und Bildbänden, Zeitungen und Zeitschriften, Filmen und Fachliteratur. „Chefin“ im „Ratzenclub“ ist Bettina Bruhn . Die Lehrerin erzählt, wie die Schulbücherei zu diesem ungewöhnlichen Namen gekommen ist.

Die Einrichtung selbst hatte es nämlich schon in den Vorgängerschulen, Christ-König-Haupt- und Städtische Realschule, gegeben. Mit dem Übergang zur Sekundarschule sollte allerdings endlich auch ein richtiger Name her. Dafür hat die Schule 2017 extra einen Wettbewerb ins Leben gerufen, damit die Mädchen und Jungen sich anschließend noch besser mit ihrer Bücherei identifizieren – und diese noch stärker nutzen. Am Ende siegte das Bild der drei Nager, die sich lesend auf dem Sofa lümmeln. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, ist „Ratze“ doch zum einen ein alter Begriff für die Ratte, die es ja bekanntlich auch in der Gattung der gebildeten „Leseratte“ gibt. Zum anderen dürfen die Schüler in der Bücherei zwar nicht unbedingt schlafen, gerne aber doch entspannen und sich ausruhen, „ratzen“ eben.

Vor Ort lesen oder ausleihen

Und dieses Angebot nehmen zahlreiche Schüler gerne wahr, wenn der „Ratzenclub“ im Obergeschoss des Neubaus in zwei großen Pausen pro Woche sowie an zwei Tagen über Mittag geöffnet ist. „Die Medien können entweder vor Ort gelesen oder ausgeliehen werden“, erklärt Bettina Bruhn – ganz, wie es in einer Bücherei nun mal üblich ist. Tische und Stühle sowie gemütliche Sofaecken laden zum Bleiben ein. Die Bücherei soll ein Treffpunkt sein, an dem die Schüler zwar auch soziale Kontakte pflegen können, in erster Linie aber lesen und dabei zur Ruhe kommen sollen. Wer stört oder lärmt, der muss gehen.

Auch in Corona-Zeiten bleibt die Bücherei geöffnet, spezielle Aktionen können allerdings entfallen. Der Zutritt ist auf zehn Schüler beschränkt. „Jeder sitzt auf einem Einzelplatz, und die Hygieneregeln müssen eingehalten werden“, erklärt Bruhn. Also: Hände desinfizieren beim Betreten der Bücherei, Maske tragen und sich namentlich in eine Liste eintragen, lautet die Devise.

Für alle Altersstufen

„Es gibt ein richtiges Stammpublikum“, sagt die Lehrerin schmunzelnd. Gerade die jüngeren Fünft- und Sechstklässler kämen regelmäßig. Geboten wird aber etwas für alle Altersstufen und querbeet für jedes Interesse: Bücher, die bloß dem Lesevergnügen dienen, aber auch Fachliteratur, die beim Lernen hilft. Auch die „Bravo“, die „Geo“ und „Dein Spiegel“ liegen in den Regalen. „Denn erst einmal ist es ganz egal, ob die Schüler zu Buch oder Zeitschrift greifen. Hauptsache, sie kommen mit Lesestoff in Berührung – auch als Kontrastprogramm zu der digitalen Welt, in der wir heute leben“, erklärt Bettina Bruhn.

Sie kümmert sich von Beginn an darum, dass regelmäßig Nachschub geordert und, sortiert nach Alter und Geschlecht, in die Schränke eingeräumt wird. Dabei und bei der Ausleihe der Medien wird sie von einigen Teamschülern unterstützt, den sogenannten „Büchereiassistenten“. „Die bekommen darüber auch einen positiven Vermerk in ihrem Zeugnis“, weiß Bruhn, die immer auf der Suche nach neuen Helfern ist, die zuverlässig sind und Freude am Lesen haben. „Ich spreche Schüler da auch ganz gezielt an. Man hat ja immer so seine Kandidaten im Auge.“

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