Auf dem Gelände der Feuerwehr soll ein Blockheizkraftwerk errichtet werden
Eine Heizung für viele Häuser

Drensteinfurt -

Das künftige Baugebiet Mondscheinweg beschäftigt am Montag erneut den Stadtentwicklungsausschuss. Dessen Mitglieder sollen nun die Pläne zum Bau eines Blockheizkraftwerkes absegnen, das auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses errichteten werden soll.

Donnerstag, 12.11.2020, 22:16 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 22:20 Uhr
Noch ein morgendliches Idyll: Läuft alles nach Plan, dann sollen im künftigen Baugebiet Mondscheinweg aber Anfang des Jahres die Bagger rollen.
Noch ein morgendliches Idyll: Läuft alles nach Plan, dann sollen im künftigen Baugebiet Mondscheinweg aber Anfang des Jahres die Bagger rollen. Foto: Dietmar Jeschke

Seit einigen Jahren nun wird diskutiert, geplant und wieder neu geplant. Passiert ist am Mondscheinweg bislang nichts – wenn man das Aufstellen des großformatigen Baustellenschildes am Rande der Konrad-Adenauer-Straße einmal außer Acht lässt. Und das, obwohl das „Paket“ mit Namen „Baugebiet“ ja eigentlich schon fest verschnürt war. Dass dennoch immer noch Stillstand herrscht, ist das Ergebnis der vor knapp anderthalb Jahren in den Stiel gestoßenen Debatte, der knapp 13 Hektar großen künftigen Siedlung im Nachhinein doch noch ein Klimaschutzkonzept zu verpassen. Wie dies aussehen könnte, wurde nun vor fast genau einem Jahr – nämlich am 25. November 2019 – erstmals durch das Fachbüro Gertec im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Am Montag sind die Mitarbeiter des Planungsbüro erneut vor Ort. Dieses Mal mit einem – fast – fertigen Entwurf, den der Fachausschuss in der ersten Sitzung der neuen Wahlperiode auf den Weg bringen soll.

Im Kern geht es dabei um das bereits angedachte zentrale Heizsystem, an dem zumindest alle Grundstücke, die von der Stadt vermarket werden, verbindlich angeschlossen werden sollen. Wie Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung erläutert, habe das Büro Gertec in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Ostmünsterland dazu mehrere Systeme hinsichtlich der klimarelevanten und finanziellen Auswirkungen untersucht und schließlich ein Konzept mit einem gasbefeuerten Blockheizkraftwerk mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung als „einerseits klimafreundlich aber auch wirtschaftliches und preisstabiles Konzept“ herausgearbeitet. „Über die Kraft-Wärme-Kopplung entsteht eine hohe Ausbeute der eingesetzten Energie und über eine zentrale Steuerung eine Effizienz, die mit herkömmlicher Einzeltechnik in den Häusern nicht erreicht werden kann“, so Britten. „Durch die Kraft-Wärme-Kopplung kann zusätzlich zur Wärme relativ umweltschonend Strom produziert werden, der bei Einspeisung in das Netz den weniger umweltfreundlichen Kohle- und Atomstrom verdrängt.“

Als Standort der rund vier Millionen Euro teuren Heizzentrale, die künftig von den Stadtwerken Ostmünsterland betrieben werden soll, war zunächst ein städtisches Grundstück innerhalb des künftigen Baugebietes vorgeschlagen worden. Zwischenzeitlich jedoch haben die Stadtwerke sich auch im benachbarten Gewerbegebiet Viehfeld umgehört, um sich dort vielleicht ergebende Synergieeffekte zu nutzen.

Wie Christoph Britten erklärt, hätten einige Betriebe bereits großes Interesse an einer Kooperation gezeigt, weshalb man nun einen anderen Standort für das Heizkraftwerk ins Auge gefasst hat – und zwar auf dem Gelände des in diesem Bereich zentral gelegenen Feuerwehrgerätehauses an der Konrad-Adenauer-Straße. „Es grenzt unmittelbar an das Baugebiet an, und die Länge der Versorgungsleitung erhöht sich nur geringfügig. Die Auswirkungen auf den Wärmeverlust sind vernachlässigbar“, schildert der Bauamtsleiter. Der Standort Feuerwehrgerätehaus empfehle sich aber auch unabhängig davon, ob eine Kooperation mit Gewerbebetrieben letztendlich zustande kommt oder nicht. „Als konkreter Standort bietet sich der südwestliche Bereich des Grundstücks an. Konflikte mit der Feuerwehr und der für die Zukunft eventuell geplanten Rettungswache können ausgeschlossen werden“, betont Christoph Britten.

Die Heizzentrale selbst soll über zwei 50-kW-Blockheizkraftwerke und eine kleine Gastherme für die Notversorgung in Spitzenlastzeiten oder bei technischen Problemen verfügen. Der in den Blockheizkraftwerken produzierte Strom soll ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

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