Grundschule: Ausschuss verwirft Vorschlag der Verwaltung
Alte Turnhalle soll bleiben

Rinkerode -

Das Thema „Keller-Mensa“ ist vom Tisch. Wo jedoch im Zuge des Teilneubaus der Grundschule der Speisebereich entstehen soll, ist nach wie vor offen. Der von der Verwaltung gemachte Vorschlag, die alte Turnhalle dafür zu teilen, wird von CDU, Schule und Sportverein abgelehnt.

Mittwoch, 18.11.2020, 10:36 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 10:40 Uhr
Dort, wo heute die Hecke den Schulhof von der Mägdestiege abgrenzt, soll der Neubautrakt entstehen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die angrenzende alte Turnhalle – ganz links im Bild – in eine Mensa und eine Gymnastikhalle zu verwandeln.
Dort, wo heute die Hecke den Schulhof von der Mägdestiege abgrenzt, soll der Neubautrakt entstehen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die angrenzende alte Turnhalle – ganz links im Bild – in eine Mensa und eine Gymnastikhalle zu verwandeln. Foto: Dietmar Jeschke

Die zentrale Lage wäre eigentlich ideal gewesen. Doch mit der Einrichtung der Mensa im Keller des Rinkeroder Grundschulaltbaus wird es nichts. Der Grund ist überaus „hart“ und heißt Mergelgestein. „Hinzu kommen Findlinge von der Größe, wie sie normalerweise nur Obelix durch die Gegend schleudert“, schilderte Roman Dörenhoff vom Bauamt der Stadt den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses am Montagabend recht plastisch, warum es mit einer angedachten Auskofferung des alten Kellers nichts wird. Der Arbeitseinsatz und die damit verbundenen Kosten, so Dörenhoff weiter, seien schlichtweg unkalkulierbar.

Für den im Wesentlichen bereits stehenden Entwurf zum Schulneubau heißt dies quasi wieder „alles auf Anfang“. Denn bevor nicht feststeht, wo denn die rund 150 Quadratmeter große Mensa samt Küchenbereich untergebracht werden soll, kann nicht weiter geplant werden.

Wie berichtet, soll der ortsbildprägende Schulaltbau im Zuge des rund acht Millionen Euro teuren Bauprojekts auf jeden Fall erhalten bleiben und saniert werden. Im Bereich des heutigen Schulhofs soll in Richtung Mägdestiege dagegen ein räumlich getrennter Neubau als zweigeschossiger Klassentrakt entstehen.

Nach dessen Fertigstellung soll der bislang östlich gelegene alte Klassentrakt abgerissen werden, wodurch die beiden bislang durch den Baukörper getrennten Schulhofbereiche eine Einheit werden würden.

Platz für die notwendige Mensa, schilderte die Stadt in der Sitzungsvorlage, könnte im Neubau an der Mägdestiege geschaffen werden. Der bislang zweigeschossig geplante Baukörper müsste dann allerdings wohl um ein drittes Staffelgeschoss aufgestockt werden. Um das – und damit einen recht wuchtigen Baukörper in unmittelbarer Nachbarschaft zur angrenzenden Wohnbebauung – zu vermeiden, hatte die Stadt nun eine andere Alternative ins Spiel gebracht: nämlich die Einbeziehung der alten und aus energetischer Sicht gleichfalls dringend sanierungsbedürftigen angrenzenden Turnhalle. Die nämlich, so die Verwaltung, könnte grundsätzlich geteilt werden. In der linken Hälfte könnte dann die Mensa eingerichtet werden, ohne dafür weitere Flächen auf dem Schulhof zu opfern. Die verbleibende Hallenhälfte würde dann in eine zwar kleinere, dafür aber moderne Gymnastikhalle verwandelt, wie sie bereits seit Jahren auch an der Drensteinfurter Kardinal-von-Galen-Grundschule steht.

Eine Lösung, die, so hatte es die Verwaltung ermittelt, auch der bisherigen Nutzung der alten Halle entsprechen würde. Denn in rund dreiviertel der Fälle, rechnete Bauamtsleiter Christoph Britten vor, seien in der alten Halle nur Kleingruppen von weniger als 15 Personen sportlich aktiv.

Ein Vorschlag, der innerhalb der CDU jedoch auf wenig Gegenliebe stieß. Wie Ausschussmitglied Ingo Meyer erklärte, hätten die Verantwortlichen des Rinkeroder Sportvereins nach ersten Gesprächen bereits vehement Widerspruch eingelegt. „Und auch wir sind der Meinung, dass die alte Halle unbedingt erhalten werden sollte“, erklärte Meyer, der auf die in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewachsenen Mitgliederzahlen des Sportvereins verwies.

Als „sensibel“ wertete im Fachausschuss auch Schulleiterin Jutta Nienhaus das Turnhallenthema. Aber nicht nur aus diesem Grund hatte sie sich mit ihrem Kollegium zusammengesetzt, um nach einer besseren Mensa-Lösung zu suchen. Und die haben die Pädagogen – zumindest aus schulischer Sicht – auch gefunden: In Gestalt eines rund 150 Quadratmeter großen Anbaus an die bisherige Pausenhalle.

Die Vorteile, so Nienhaus, lägen auf der Hand. Zum einen bliebe in der Sporthalle ausreichend Platz für Schul- und Vereinssport. Zum anderen sei die Pausenhalle direkt mit dem Verwaltungs- und dem OGS-Trakt verbunden. Und letztlich ließe sich durch eine mobile Trennwand bei Bedarf auch ohne großen Aufwand ein großer Veranstaltungsraum herrichten, der nicht nur bei Einschulungsfeiern und Schulentlassungen, sondern auch etwa bei Konzerten oder Theateraufführen bestens genutzt werden könnte.

„Wir sind froh, dass das Vorhaben, die Mensa im Keller einzurichten, hinfällig geworden ist“, erklärte Ausschussmitglied Marc Harenkamp (Grüne), dass man mit der ursprünglich angedachten Variante ohnehin „Bauchschmerzen“ gehabt habe. Anders als Schulleitung und CDU favorisieren die Grünen jedoch durchaus ein Kombi-Lösung von Mensa und Gymnastikhalle in der jetzigen Turnhalle. „Es wäre ein Abwasch. Man benötigt keinen Neubau. Und auch der Schulhof wird nicht verkleinert“, so Harenkamp. Am Donnerstagabend wird sich auch der Schulausschuss mit diesem Thema beschäftigen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7681872?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F
Nachrichten-Ticker