Am Rinkeroder Bahnübergang sind kleinere Maßnahmen zur Verkehrssicherung geplant
Schilder putzen und frische Farbe

Rinkerode -

Die Verkaufssituation auf der Route durch den Rinkeroder Ortskern sowie am Bahnübergang bereitet einigen Einwohnern seit längerem Sorgen. In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stellte die Stadt nun das Ergebnis einer verkehrstechnischen Untersuchung vor.

Mittwoch, 18.11.2020, 23:19 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 16:58 Uhr
Einige Rinkeroder kritisieren die Verkehrssituation im Bereich von Bahnübergang und der Einfahrt zum Pröbstingweg. Eine tatsächliche Gefahr sieht das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro allerdings nicht.
Einige Rinkeroder kritisieren die Verkehrssituation im Bereich von Bahnübergang und der Einfahrt zum Pröbstingweg. Eine tatsächliche Gefahr sieht das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro allerdings nicht. Foto: Dietmar Jeschke

Er ist schon so etwas wie das „Nadelöhr“ des Pankratiusdorfes – und bedarf daher regelmäßig ein wenig Geduld, wenn man ihn denn passieren möchte. Und das nicht nur, wenn sich die Schranken senken. Sondern auch, wenn Fahrzeuge, die den Bahnübergang am Gasthof Lohmann in Richtung Albersloh überqueren, bei Gegenverkehr nach links in den Pröbstingweg abbiegen möchten. Denn dann staut sich der Verkehr mitunter über den Bahnübergang hinweg in Richtung Dorfmitte.

Eine nicht ungefährliche Situation, meinten einige Rinkeroder, die sich diesbezüglich bereits im vergangenen Jahr an die Stadt gewandt hatten. Letztere hatte auch reagiert – und das Ingenieurbüro NTS mit einer verkehrstechnischen Untersuchung des Bahnhofsbereichs beauftragt. Und das auch aus ganz eigenem Interesse. Denn im Zuge der Neuaufstellung des Regionalplanes könnte es sein, dass das Bebauungsplangebiet Nr. 3.05 „Gewerbe- und Mischgebiet in Rinkerode“ östlich der Bahnlinie spürbar wachsen wird. Wodurch sich zwangsläufig die Frage stellt, welche verkehrlichen Auswirkungen das auf die innerörtliche Verkehrsachse samt Bahnübergang haben wird. Am Montag stellten Stadtverwaltung und Heiko Timm vom Ingenieurbüro das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung im Stadtentwicklungsausschuss vor.

Die berühmte „Quintessenz“ hatte Bauamtsleiter Christoph Britten bereits in der Vorlage zur Sitzung zusammengefasst: „Der Bahnübergangsbereich erzeugt keine Gefahren durch Rückstau auf den Gleisen. Entgegenkommende Fahrzeuge gewähren den Linksabbiegern in den Pröbstingweg regelmäßig Vorfahrt, sodass Rückstaus nur temporär sind und sich schnell wieder auflösen können. Wohl aber besteht eine gewisse Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer durch Autofahrer, wenn diese, wie beobachtet, den seitlichen Fußweg nutzen, um an wartenden Linksabbiegern vorbeizufahren“, schildert Britten. „Die Gefahr ist allerdings nicht durch eine Bauleitplanung zu lösen, sondern hier muss an die Vernunft der Autofahrer appelliert werden, dies zu unterlassen.“

Dennoch habe man einige „Handlungserfordernisse“ erkannt. So sollen zum einen Beschilderungen gereinigt oder erneuert werden und eine Haltelinie mit dem Hinweis „bei Rot hier halten“ vor dem Ampelkreuzungsbereich am Bahnübergang geschaffen werden. Außerdem sollen nach Rücksprache mit der Bahn die Signalanlagen gereinigt will und ein Andreaskreuz erneuert werden. will. „Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW als Straßenbaulastträger der L 850 wird sich in diesem Bereich betätigen und will Beschilderungen sowie Haltelinien in seinem Einflussbereich reinigen oder erneuern“, schildert Christoph Britten.

Was den weiteren Ortskern betrifft, so seien die Verkehrsprobleme als „geringfügig“ einzustufen, heißt es im Gutachten. In der Spitze habe man lediglich einen Rückstau von drei Fahrzeugen im Kreuzungsbereich Albersloher Straße, Weitkamp und Alte Dorfstraße beobachten können. „Bei der Betrachtung dieses Knotenpunkts fiel allerdings auf, dass landwirtschaftliche Verkehre sowie Schwerlastverkehre im Bereich der abknickenden Vorfahrtsstraße teilweise in den Gegenverkehr fahren (müssen), weil der Kurvenradius für diese Fahrzeuge sehr klein ist“, so der Bauamtsleiter. „Hieraus können sich gleichwohl Konflikte oder Gefahrsituationen mit dem Gegenverkehr entwickeln.“

Insgesamt könne die bestehende Infrastruktur weiteren, durch eine „geringfügige Nachverdichtung im Bereich des Bebauungsplangebiets Nr. 3.05“ entstehenden Verkehr problemlos aufnehmen. Anders sehe es allerdings bei einer großflächigen Überplanung des Gebietes aus. „In diesem Falle müsste die Erschließung des Gebietes nördlich der Albersloher Straße neu gedacht werden, und es müsste eine entsprechende Umleitung des Verkehrs über eine neu zu schaffende Straße erfolgen“, schildert Christoph Britten. „Dies lässt sich jedoch aufgrund fehlender Eigentumsverhältnisse erst angehen, wenn großflächige Flächenverfügbarkeiten – beispielsweise über das kommunale Bodenmanagement – gesichert werden können oder die Flächen nach Ausweisung eines großflächigen Bebauungsplans aus dem Instrument der Bodenumlegung herausgelöst werden können. In diesem Zusammenhang ließe sich dann auch über eine Verkehrsberuhigung oder gar Sperrung des Pröbstingweges für den Verkehr nachdenken, um die Situation für Fußgänger und Radfahrer am Rinkerode Bahnhof zu verbessern.“

„Ich bin überrascht, wie man so ein Gutachten nach nur zwei Tagen anfertigen kann“, erklärte Ausschussmitglied Bernhard Stückmann, der zugleich Rinkeroder Ortsvorsteher ist. Vor allem die Situation an der oben erwähnten Kurvenkreuzung im Bereich von Weitkamp, Alter Dorfstraße und Albersloher Straße sei hochgradig gefährlich, betonte Stückmann. „Jeder Lkw fährt hier in den Gegenverkehr. Das ist eine schlimme Situation. Da kann ich meines Erachtens nicht sagen, das wäre nicht nennenswert“, so Stückmann weiter.

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