Walstedder Gerätehaus soll umfassend umgebaut werden
Alarmgang und neue Duschen

Walstedde -

Nicht nur am Bodenbelag hat der „Zahn der Zeit“ genagt. Auch in den Umkleiden und den Sanitärbereichen sind dringend Renovierungs- und Umbauarbeiten notwendig. Die Stadt hat daher zur Umgestaltung des Walstedder Feuerwehrgerätehauses nun Fördermittel beantragt.

Donnerstag, 19.11.2020, 09:22 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 09:30 Uhr
Für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Walstedder Feuerwehrgerätehaus hat die Stadt nun Fördermittel beantragt.
Für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Walstedder Feuerwehrgerätehaus hat die Stadt nun Fördermittel beantragt. Foto: Dietmar Jeschke

 

Die Feuerwehr wird weiblicher. Und das nicht nur, was die Reihen der Kameraden im hauptberuflichen Einsatz betrifft, sondern auch in den Löschzügen der Freiwilligen Wehren auf dem Land. Und das ist aus Sicht der städtischen Verantwortlichen auch gut so, mangelt es doch gerade in Pendlerstädten wie Drensteinfurt zunehmen an Helfern, die im Notfall auch tagsüber zur Verfügung stehen.

Eine ausreichend „breite“ – und damit geschlechterübergreifende – Personaldecke ist somit für die Einsatzbereitschaft nur von Vorteil. Sie setzt allerdings auch mancherorts Investitionen in die Gebäudesubstanz voraus. Denn vor allem kleinere Standorte – wie etwa in Walstedde – verfügen entweder nicht oder aber nur über notdürftig hergerichtete Umkleide- und Sanitärbereiche für Männer und Frauen.

Hilfe bei der Finanzierung notwendiger Um- und Erweiterungsbauten soll nun das Förderprogramm „Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021“ bieten bieten, zu dessen Teilnahme die Bezirksregierung die Gemeinden in ihren Zuständigkeitsbereichen aufruft. Mit dabei sein will auch die Stadt Drensteinfurt. Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt berichtete, sollen für die Umgestaltung des Walstedder Gerätehauses Mittel von rund 237 000 Euro beantragt werden. Den gleichen Anteil müsste im Zuteilungsfall die Stadt aufbringen.

Wie Bauamtsleiter Christoph Britten erläuterte, sehe der bereits im Jahr 2017 erstellte und noch aktuelle Brandschutzbedarfsplan für den Walstedder Löschzug eine Geschlechtertrennung im Bereich der Umkleiden vor. 2018 wurden daraufhin Gelder für das Haushaltsjahr 2019 eingestellt, um eine erste Erweiterungsplanung zu ermöglichen. Bei ersten Begehungen und Gesprächen mit der Feuerwehr vor Ort sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Umkleiden um einen Damenbereich erweitert werden müssen. Außerdem muss auf Dauer ein Stellplatz für das Notstromaggregat gefunden werden. Und zu guter Letzt sollen auch die Sanitäranlagen für Männer sowie der Schulungsraum und der Bereitschaftsbereich überarbeitet werden.

„Die bestehenden Parkplätze für die Einsatzkräfte reichen aus, dürfen aber nicht durch die Erweiterung reduziert werden“, schilderte Christoph Britten. „Auf die Fläche des anliegenden Pumpwerkes kann nicht zugegriffen werden. Sie stellt ebenfalls die Ausbaureserve des Pumpwerkes dar. Außerdem verlaufen dort Kanalleitungen.“

Fazit: Eine Erweiterung könnte nicht in der Fläche, sondern allenfalls in der Höhe erfolgen. Das allerdings mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten, die die Verwaltung im Falle einer Aufstockung auf rund eine Millionen Euro schätzt.

„In Zusammenarbeit zwischen dem Architekturbüro, der Verwaltung und der Feuerwehr wurde daraufhin ein Konzept entwickelt, welches erdgeschossig bleibt, den Anforderungen aus dem Brandschutzbedarfsplan gerecht wird, sich aber auf die für die Feuerwache notwendigen Funktionsräume beschränkt“, erklärt der Bauamtsleiter.

Die neue Planung umfasst daher eine Erweiterung der Umkleiden um den gesamten hinteren Bereich des Gerätehause und die Integration der Duschen und Sanitärräume in diesem Bereich. „Durch die letztgenannte Maßnahme wird nun eine effektive ,Schwarz-Weiß-Trennung‘, also eine klare Abtrennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich aufgrund der Kontamination der persönlichen Schutzausrüstung, insbesondere bei Brandeinsätzen, ermöglicht, die der Arbeitsschutz unbedingt vorsieht“, betonte Britten.

Ferner soll an der Nordseite ein sogenannter „Alarmgang“ eingerichtet werden, der im Einsatzfall als direkter Zugang der Einsatzkräfte vom Parkplatz aus dient. Die bestehenden und als „abgängig“ zu bewertenden Sanitärräume sollen künftig als Büro, Zentrale und Lager für die Atemschutzausrüstungen und die First Responder dienen.

Abschließend sollen die restlichen Räume und der Fußboden in den Fahrzeughallen renoviert werden. „Die Umbaumaßnahme zielt stark auf eine kosteneffiziente und funktionsgerichtete Planung ab. Um die Notwendigkeit einer Aufstockung zu umgehen, wird auf eine Vergrößerung des heutigen Schulungsraums, einen separaten Raum für die Werkstatt und den Bereitschaftsraum verzichtet“, schilderte Christoph Britten. „Auch wird das Notstromaggregat zunächst keinen Platz in der Fahrzeughalle finden, sondern muss zunächst auf dem Grundstück des Pumpwerkes oder beim Löschzug Drensteinfurt eingestellt werden.“ Wie Bauausschussvorsitzender Markus Wiewel (CDU) erklärte, sei ja nun schon seit längerem klar, dass im Walstedder Gerätehaus einiges zu machen ist. „Das es nun jedoch so schnell geht, ist schon ein wenig überraschend“, so Wiewel. Mit Blick auf die in Aussicht gestellten Fördergelder sei der Schritt jedoch richtig.

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