Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Gemeinsam ein Zeichen setzen

Drensteinfurt -

Eine besondere Aktion, um Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema zu lenken, hat sich die städtische Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller einfallen lassen. Heute, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, soll die Alte Post illuminiert werden – in der Farbe der UN-Kampagne „Orange the World“.

Mittwoch, 25.11.2020, 06:33 Uhr
Im Juni ist die Alte Post schon einmal illuminiert worden, damals in Rot: Die „Night of Light“ war ein Hilferuf der Veranstaltungsbranche in der Corona-Krise. Nun wird das Gebäude am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen orange angestrahlt.
Im Juni ist die Alte Post schon einmal illuminiert worden, damals in Rot: Die „Night of Light“ war ein Hilferuf der Veranstaltungsbranche in der Corona-Krise. Nun wird das Gebäude am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen orange angestrahlt. Foto: -sre-

Mit der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ ruft das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ alljährlich alle Bürgerinnen und Bürger auf, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein Zeichen zu setzen. Darum heißt es auch am heutigen Mittwoch wieder #schweigenbrechen.

Die Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller und Bürgermeister Carsten Grawunder schließen sich der Aktion an und laden alle Interessierten ein, sich ebenfalls zu beteiligen. Ab Einbruch der Dunkelheit wird die Alte Post in orange illuminiert. Um 18.30 Uhr haben Interessierte die Gelegenheit, sich mit Info-Tafeln zu der Aktion fotografieren zu lassen – selbstverständlich Corona-konform mit Mund-Nase-Schutz. „So soll eine Collage entstehen und sichtbar werden, dass Drensteinfurt Nein zu Gewalt an Frauen sagt“, erläutert Elke Göller.

Auch in der Schaufensterdekoration der örtlichen Geschäfte wird zwischen dem 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) die Farbe Orange zu finden sein, flankiert von Plakaten des Hilfetelefons sowie der Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser im Kreis Warendorf, die das Ziel haben, die Unterstützungsangebote für Frauen noch bekannter und sichtbarer zu machen.

Kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat

„Orange ist die Farbe der UN Women Kampagne ‚Orange the World‘ und steht für ein Ende von Gewalt an Frauen“, erklärt Elke Göller. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, kein Kavaliersdelikt – sie ist eine Straftat. Der Schutz von Frauen vor Gewalt mit hohen Schutzstandards – gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise – ist jetzt wichtiger denn je,“ unterstreicht Carsten Grawunder.

Für viele Frauen sei es traurige Realität, dass die eigene Wohnung, in der man sich sicher fühlen sollte, zu einem gefährlichen Ort werde, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter. Die Zahlen des Bundeskriminalamtes ( BKA ) seien schockierend: An fast jedem dritten Tag werde in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Und alle 45 Minuten werde eine Frau Opfer von (versuchter) gefährlicher Körperverletzung in der Partnerschaft. „In der Corona-Pandemie ist nach den Berichten der Frauenhäuser, Beratungsstellen und Hilfetelefone davon auszugehen, dass häusliche Gewalt eher zunimmt – zumal damit zu rechnen ist, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt als die Zahl der polizeibekannten Fälle“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte.

Gewalt habe viele Gesichter und finde sich in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten. Sowohl psychisch als auch physisch ausgeübte Gewalt hinterlasse tiefe Wunden bei den Opfern. Partnerschaftsgewalt finde meist hinter geschlossenen Haustüren – im Verborgenen – statt. „Die Opfer werden nicht bemerkt oder trauen sich nicht, Anzeige zu erstatten – aus Angst vor den Konsequenzen“, erläutert Elke Göller.

141 792 Opfer von Partnerschaftsgewalt

2019 sei die Zahl von Mord und Totschlag, Sexualdelikten, Körperverletzungen oder Stalking in (Ex-)Beziehungen auf hohem Niveau geblieben. Es seien 141 792 Opfer von Partnerschaftsgewalt polizeilich erfasst worden, heißt es im Bericht, knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zu 81 Prozent seien Frauen betroffen gewesen, zu 19 Prozent Männer. Die Hälfte der Opfer habe mit dem Täter oder der Täterin in einem Haushalt gelebt.

Die neuen Zahlen der Kriminalstatistischen Auswertung Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes zeigten insgesamt sogar einen leichten Anstieg, berichtet die Verwaltung. Die detaillierte BKA-Auswertung wurde zum fünften Mal in Folge erstellt und gebe Einblick, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Beziehungen bei der Polizei bekannt werde und in welcher Beziehung Täter und Opfer zu einander stünden.

Mit dem bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter Tel. 08000 116 016 wird betroffenen Frauen seit 2013 bundesweit und rund um die Uhr kostenlos eine anonyme und niedrigschwellige Erstberatung in 18 Sprachen ermöglicht.

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