Kooperation der Nachbarstädte in Personalfragen angestrebt
Im Winter rüber ins Hallenbad

Drensteinfurt/Sendenhorst -

Eine engere interkommunale Zusammenarbeit streben die Nachbarstädte Drensteinfurt und Sendenhorst für die Zukunft an. In welchen Bereichen genau stärker kooperiert werden könnte, das sollen Gespräche im Frühjahr zeigen, wie Bürgermeister Carsten Grawunder auf Anfrage unserer Zeitung erklärt.

Montag, 21.12.2020, 05:09 Uhr
In den Wintermonaten ist im Erlbad naturgemäß nicht so viel zu tun wie während des Sommers. Eine Kooperation mit dem Sendenhorster Hallenbad könnte bewirken, dass das Freibad-Personal auch außerhalb der Saison in seinem angestammten Beruf arbeiten kann.
In den Wintermonaten ist im Erlbad naturgemäß nicht so viel zu tun wie während des Sommers. Eine Kooperation mit dem Sendenhorster Hallenbad könnte bewirken, dass das Freibad-Personal auch außerhalb der Saison in seinem angestammten Beruf arbeiten kann. Foto: Dietmar Jeschke

Eine engere interkommunale Zusammenarbeit streben die Nachbarstädte Drensteinfurt und Sendenhorst für die Zukunft an. In welchen Bereichen genau stärker kooperiert werden könnte, das sollen Gespräche im Frühjahr zeigen, wie Bürgermeister Carsten Grawunder auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Ein Thema wird dabei in jedem Fall die Bäderlandschaft sein.

Drensteinfurt verfügt bekanntlich über ein Frei-, Sendenhorst über ein Hallenbad. Gerade das Erlbad ist ein reines Saisongeschäft, „das grob von April bis September dauert“, so der Bürgermeister. Eineinhalb Arbeitsplätze für „Fachkräfte für Bäderbetriebe“ sind dafür aktuell im Stellenplan der Stadt vorgesehen. Diese werden durch Schwimmmeister Andreas Willuweit und Christopher Möller besetzt. Wenn es nach dem Drensteinfurter Bürgermeister geht, soll in diesem Bereich der Stellenplan ab dem Haushaltsjahr 2021 auf zwei Vollzeitbeschäftigte ausgeweitet werden.

In den Sommermonaten ist so viel zu tun, dass das Erlbad-Team von zusätzlichen externen Kräften unterstützt werden muss. Und doch sei der Dienstplan oft so eng gestrickt, dass spontane Events wie etwa das Nachtschwimmen manchmal nicht angeboten werden könnten, so Grawunder. Gleichzeitig bestehe der vielfache Wunsch nach einer Erweiterung der Öffnungszeiten. Man wolle an dieser Stelle flexibler sein. „Es ist allerdings schwierig, neues und gerade auch junges Personal für eine halbe Stelle zu finden“, begründet Grawunder seinen Vorstoß zur Aufstockung des Personalschlüssels. Über zeitlich befristete Saisonverträge will der Bürgermeister indes nicht nachdenken. „Das ist nicht meins.“ Zudem brauche es im Erlbad ein eingespieltes Team. In die Technik des Freibades könne nicht jedes Jahr jemand Neues eingearbeitet werden.

Es ist allerdings schwierig, neues und gerade auch junges Personal für eine halbe Stelle zu finden.

Bürgermeister Carsten Grawunder

Natürlich sei im Gegenzug gerade in den Wintermonaten für die Kräfte nicht ausreichend in ihrem eigentlichen Bereich zu tun. Das Personal wird dann bislang berufsfremd eingesetzt, derzeit beispielsweise verstärkt bei den Corona-Kontrollen und -Beschilderungen oder zur Erledigung von Hausmeistertätigkeiten. Das sei mit den Mitarbeitern zwar so besprochen, aber eine angemessene Lösung sei das nicht. An dieser Stelle könnte eine Kooperation mit der Nachbarstadt greifen, um einen effizienteren Personaleinsatz zu ermöglichen, findet der Bürgermeister.

Im Sendenhorster Hallenbad gibt es ebenfalls zwei Schwimmmeister. Und die Azubis der Städte würden schon jetzt in beiden Bädern eingesetzt, wie Bürgermeisterin Katrin Reuscher erklärt. Aufgrund akuter Ausfälle durch Krankheit und angesichts der Perspektive, dass ein Mitarbeiter absehbar in den Ruhestand gehen werde, sei Kämmerin Bettina Küch-Wallmeyer die Idee gekommen, die Zusammenarbeit weiter zu fassen. „Da Hallen- und Freibad hinsichtlich der Arbeit unterschiedliche Aspekte bieten, könnte eine Kooperation den Beruf bestimmt noch attraktiver machen“, weiß auch Reuscher, dass Fachkräfte heute nicht mehr vom Himmel fallen. In der Sendenhorster Politik soll diese Möglichkeit im Zuge der Haushaltsplanberatungen besprochen werden.

„Es ist eine interessante Idee, und es wäre toll, wenn wir das hinbekämen“, hat Grawunder stets ein offenes Ohr für solche Initiativen. Denn mit Blick auf die Stichworte demografischer Wandel und Fachkräftemangel sei es ohnehin angesagt, stärker mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten und Kräfte zu bündeln.

Vorausgesetzt, die entsprechenden Haushaltsmittel werden Anfang des neuen Jahres von den Räten bereitgestellt, könnten Carsten Grawunder und Katrin Reuscher im Februar oder März in konkrete Gespräche einsteigen um zu schauen, wie eine Kooperation genau ausgestaltet werden könnte.

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