Schulen rüsten sich für den Distanzunterricht
In Kontakt bleiben über IServ

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde -

In den Schulen wurde in den vergangenen Tagen ordentlich rotiert. Denn ab Montag steht bis Ende Januar einmal mehr das Lernen auf Distanz für alle Jahrgänge auf dem Plan. Technisch sind die Einrichtungen recht gut dafür gerüstet, die persönliche Nähe fehlt aber doch.

Samstag, 09.01.2021, 07:36 Uhr aktualisiert: 09.01.2021, 07:40 Uhr
Die Stühle bleiben auch in den Drensteinfurter Schulen für mindestens drei weitere Wochen unbesetzt.
Die Stühle bleiben auch in den Drensteinfurter Schulen für mindestens drei weitere Wochen unbesetzt. Foto: Dietmar Jeschke

Seit Dienstag ist klar, dass die Lehrer ihre Schützlinge bis Ende Januar höchstens per Videochat sehen werden. Präsenzunterricht findet nicht statt – auch nicht, wie von Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen zunächst gehofft, für die Abschlussjahrgänge, die im Mai ihre Prüfungen haben.

Nun also wieder Lernen auf Distanz für alle. In der Teamschule wird, das ist einem Elternbrief zu entnehmen, erst am Dienstag, 12. Januar, damit begonnen, da am Montag noch ein Vorbereitungstag erforderlich ist. Gleiches gilt für die Lambertusschule Walstedde.

Die Eltern sind dringend angehalten, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken. In der Teamschule wird ausschließlich eine Notbetreuung für die Fünft- und Sechstklässler sowie für ältere Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf angeboten. Damit soll vermieden werden, dass die Lehrer, wie in den Tagen vor den Weihnachtsferien, zweigleisig fahren, also sowohl die Schüler zu Hause als auch die in der Schule unterrichten müssen. „Das Betreuungsangebot dient dazu, die Erledigung der Aufgaben aus dem Distanzlernen unter Aufsicht zu ermöglichen“, heißt es in dem Schreiben. Stand Freitagmorgen waren dafür drei Kinder angemeldet.

Mensa bleibt geschlossen

Die Mensa bleibt bis Ende Januar geschlossen. Auch der Schulbusverkehr ist so lange ausgesetzt. Klassenarbeiten werden in dieser Zeit zwar nicht geschrieben, eine Leistungsbewertung findet aber statt. Bei wem digitales Lernen aus technischen Gründen nicht möglich ist, der kann sich nach Absprache Aufgabenpakete im Sekretariat abholen.

Ein dickes Fragezeichen steht noch hinter der Zeugnisausgabe Ende Januar. Wie diese vonstatten gehen soll, dazu gebe es bislang keine Handlungsanweisung seitens der Bezirksregierung, sagt Heiko Schwarz, Abteilungsleiter für die oberen Jahrgänge. Die Zeugniskonferenzen würden in jedem Fall digital ablaufen.

Die aktuellen Zahlen erfordern nun von uns allen etwas anderes – noch mehr Rücksichtnahme und Verzicht.

Rinkerodes Schulleiterin Jutta Nienhaus

Zwar in gewisser Erwartung, aber dennoch mit reichlich Unsicherheit angesichts fehlender Beschlüsse gestaltete sich die weitere Unterrichtsplanung auch an der Drensteinfurter KvG-Grundschule. Gleichwohl, betonte Schulleiter Norbert Bolz , sei man für das Distanzlernen gut gerüstet. Im Kern soll der Unterricht dabei – ähnlich wie in der Teamschule – über die Internetplattform IServ laufen. Was jedoch voraussetzt, dass den Schülern zu Hause ein privates Tablet, ein Laptop oder PC zur Verfügung steht. Denn im Gegensatz zur Walstedder Lambertus- oder zur Teamschule hinkt die Digitalausstattung der KvG-Grundschule nach wie vor hinterher. Aber, betont Bolz: Man sei auf einem guten Weg. Mittlerweile verfügten die Jahrgänge drei und vier über ähnliche Digital-Wandtafeln – sogenannte „Activ-Panels“ –, wie sie in der Lambertusschule bereits für alle Klassen Standard sind. Woran es hapert, ist allerdings der Internetzugang in den Klassen. Der soll nun nach Rücksprache mit der städtischen IT-Abteilung zügig installiert werden. Schülern, denen zu Hause kein digitales Endgerät zur Verfügung steht, werde analoger Ersatz in Form von schriftlichem Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Steuerungsgruppe und Krisenteam

Auch an der Rinkeroder Grundschule hätte man den Kindern lieber den gewohnten Rahmen geboten. „Doch die aktuellen Zahlen erfordern nun von uns allen etwas anderes – noch mehr Rücksichtnahme und Verzicht“, betont Schulleiterin Jutta Nienhaus .

Noch am Dienstag hätten Steuerungsgruppe und Krisenteam eine Videokonferenz abgehalten, um einige Eckpunkte für die nächsten Wochen zu umreißen. „Wir sind froh, seit den Sommerferien die Plattform IServ schulintern sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerebene nutzen zu können“, sagt auch Nienhaus. Damit sei der Distanzunterricht weitaus besser möglich als noch im März, als die Schulen zum ersten Mal schließen mussten. Die Plattform macht E-Mail- und Videokontakte, Aufgabenablagen, Chats, gemeinsame Terminkalender und Textverarbeitung möglich. Aufgabenpakete können aber auch analog in der Schule abgeholt werden. Wer ein iPad leihen möchte, der kann seinen Bedarf bis Sonntagabend anmelden, ist dem Elternbrief auf der Homepage zu entnehmen. Davon haben bislang acht Familien Gebrauch gemacht. „Auf der Liste der Notbetreuung stehen 17 Schülernamen“, berichtet Nienhaus. 15 sind es aktuell an der Lambertusschule Walstedde. „Die Eltern haben sehr gewissenhaft geprüft, ob sie ihr Kind in die Schule schicken oder nicht“, weiß Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel.

Konzentrierte Einzelarbeit

Für Erst- und Zweitklässler sind in Rinkerode täglich mindestens 60 Minuten konzentrierte Einzelarbeit in Deutsch und Mathe vorgesehen, für die Dritt- und Viertklässler wird dieser zeitliche Rahmen auf mindestens 120 Minuten in den Fächern Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Englisch erweitert.

An der Lambertusschule werden derzeit zusätzlich Ideen erarbeitet, um den Kindern auch in Fächern wie Musik, Kunst oder Sport digitale Angebote machen zu können. „Das ist alles kein adäquater Ersatz, aber zumindest eine Form, die sinnvoll und weiterführend ist“, sagt Birgitta von Rosenstiel über den Distanzunterricht. Die Konzepte dafür seien in den vergangenen Wochen evaluiert, verfeinert und individuell auf die einzelnen Jahrgänge abgestimmt worden.

Auch für die Zeugnisausgabe Ende Januar hat von Rosenstiel schon Überlegungen zum Verfahren angestellt. Den Viertklässlern könnte ihr Zeugnis, das für die Anmeldung an der weiterführenden Schule nötig ist, per Post zugeschickt werden. Die Drittklässler würden auf digitalem Weg zunächst eine Art Ansichtsexemplar ohne Siegel und Unterschrift erhalten. Das offizielle Zeugnis gäbe es, sobald der Unterricht wieder in der Schule stattfinden kann.

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