Projekttag in der Gedenkstätte Buchenwald
„Die Fahrt ist uns wichtig“

Drensteinfurt -

Eigentlich sollte es für den Politikkursus der Teamschule kurz vor den Weihnachtsferien losgehen. Die Studienfahrt nach Weimar samt Besuch der Gedenkstätte Buchenwald stand auf dem Programm. Daraus wurde bekanntlich nichts. Nun gibt es einen neuen Termin.

Montag, 11.01.2021, 07:58 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 08:00 Uhr
Auf dem Ettersberg in der Nähe von Weimar befindet sich die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, das die Neuntklässler des Politikkurses der Teamschule nun im April besuchen wollen.
Auf dem Ettersberg in der Nähe von Weimar befindet sich die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, das die Neuntklässler des Politikkurses der Teamschule nun im April besuchen wollen. Foto: Dietmar Jeschke

Eigentlich sollte es für den Politikkursus kurz vor den Weihnachtsferien losgehen. Doch daraus wurde aus den bekannten Gründen nichts. Ebenso wenig wie für die übrigen Studien- und Klassenfahrten, die die Teamschule 2020 geplant hatte. Und blickt man angesichts der in der vergangenen Woche gefassten Beschlüsse zur Verlängerung des Lockdowns in die nähere Zukunft, sieht es nicht wirklich besser aus.

Trotzdem steckt das Lehrerkollegium den Kopf nicht in den berühmten Sand, sondern blickt mit ein wenig Optimismus auf das Frühjahr. In der Hoffnung, dass dann wenigstens zwei der für dieses Jahr geplanten Reisen stattfinden können: die Abschlussfahrt der Zehntklässler und eben die seit vielen Monaten geplante Studienfahrt der Politikschüler des neunten Jahrgangs nach Weimar und zur Gedenkstätte des benachbarten ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald.

„Die Fahrt ist uns wichtig“, betont Lehrer Heiko Schwarz . Wohlwissend, dass die konkrete Planung angesichts der ungewissen Corona-Aussichten auch weiterhin mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Doch das, so Schwarz, sei überschaubar. „Die Bahnfahrt müssen wir nicht langfristig vorher buchen. Und die Jugendherberge hat uns zugesagt, dass wir den Aufenthalt im Bedarfsfall erneut kostenlos stornieren können“, so der Fachbereichsleiter für die Jahrgänge acht bis zehn.

Start am 22. April

Die Fahrt, an der insgesamt 20 Schüler und neben Heiko Schwarz auch Schulsozialarbeiterin Simone Minnemann sowie Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck teilnehmen werden, soll nach Möglichkeit am Donnerstag, 22. April, starten. Am Freitag steht dann zunächst ein Stadtrundgang unter dem Motto „klassisches Weimar“ samt Besuch des „Hauses der Weimarer Republik“ auf dem Programm, bevor am Samstag, 24. April, die KZ-Gedenkstätte Buchenwald besucht wird. Und das, anders als bei der Premierenfahrt vor eineinhalb Jahren, nicht nur im Rahmen einer Führung, sondern im Zuge eines ganztätigen museumspädagogisch organisierten Projekttages. „Bei der letzten Fahrt hatten sich einige Schüler darüber beschwert, dass sie nicht lange genug Zeit hatten, um das Museum zu erkunden.“ Was, so Lehrer Heiko Schwarz weiter, übrigens normalerweise nicht ganz so oft passiert. Deshalb setzt man nun auf ein Konzept aus verschiedenen Bausteinen, zu denen neben einem Einführungsgespräch und einer Führung durch die Anlage auch eine materialgestützte Recherche in der Dauerausstellung sowie eine Auswertungsrunde und ein Abschlussgespräch gehören.

Bei der letzten Fahrt hatten sich einige Schüler darüber beschwert, dass sie nicht lange genug Zeit hatten, um das Museum zu erkunden.

Lehrer Heiko Schwarz

Untergebracht sind die Schüler während ihres Aufenthaltes in der zentral in Weimar gelegenen Jugendherberge, von der aus es am Sonntagmittag wieder in Richtung Heimat geht.

Ebenfalls nach den Osterferien sollen die Zehntklässler zu ihrer Abschlussfahrt starten – wenn die Bedingungen es denn zulassen. Geplant war die Reise eigentlich schon zu Schuljahresbeginn. Doch der Termin wurde ebenso geändert wie das Ziel. Angesichts der Corona-Lage soll es nun nicht nach Italien, sondern auf die Insel Borkum gehen. Die übrigen Klassenfahrten für die jüngeren Jahrgänge liegen derweil bis auf Weiteres „auf Eis“.

Die Mahn- und Gedenkstätte

-dje-Das KZ Buchenwald war während der NS-Zeit eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Von 1937 bis 1945 wurde es zur Unterbringung von Zwangsarbeitern auf dem Ettersberg bei Weimar betrieben. Wie der heutigen Dokumentation zu entnehmen ist, waren in den acht Jahren insgesamt rund 266 000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Etwa 56 000 Häftlinge starben. Als die dritte US-Armee kurz vor Kriegsende anrückte, übernahmen Häftlinge die Leitung des Lagers von der abziehenden SS, nahmen 125 der Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne. Nach dem Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager genutzt. Es existierte bis 1950. Von den 28 000 dort Internierten starben 7000. Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet. Ab 1991 wurde diese saniert

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