Stadt will Flächennutzungsplan ändern
Neue Windräder in der Rieth

Drensteinfurt -

Aus der jahrelang geführten Debatte zum Thema „Ausbau der Windenergie“ war zuletzt buchstäblich die Luft raus. Nach langwierigen Prüfungen und zähen Debatten wurde der „Sachliche Teilflächennutzungsplan Windenergie“ verabschiedet. Doch der mühsam erstellte Plan soll schon bald wieder in Teilen Geschichte sein

Samstag, 20.02.2021, 16:37 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 16:40 Uhr
In der Bauerschaft Rieth könnte nach erfolgreicher Planänderung schon bald Platz für neue Windanlagen entstehen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, plant ein Investor dort den Bau von zwei 200 Meter hohen Windrädern.
In der Bauerschaft Rieth könnte nach erfolgreicher Planänderung schon bald Platz für neue Windanlagen entstehen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, plant ein Investor dort den Bau von zwei 200 Meter hohen Windrädern. Foto: Dietmar Jeschke

Aus der jahrelang geführten Debatte zum Thema „Ausbau der Windenergie“ war zuletzt buchstäblich die Luft raus. Aus gutem Grund, hatte die Politik nach langwierigen Prüfungen und zähen Debatten mit der Verabschiedung der 49. Änderung des „Sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie“ doch einen vorläufigen Schlussstrich unter das Thema gezogen, indem sie die Bereiche, in denen Windräder mit welcher Höhe stehen dürfen, klar definiert hat. Doch der mühsam erstellte Plan soll schon bald wieder in Teilen Geschichte sein.

Wie die Verwaltung in der Vorlage zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am kommenden Montag mitteilt, soll mit der nun 50. Planänderung Raum für zusätzliche Windkraftanlagen geschaffen werden – und zwar in der Bauerschaft Rieth unweit der Kreisstraße 21.

In der dortigen Windkonzentrationszone (WKZ), schildert die Verwaltung, plant ein Investor die Errichtung von zwei Windenergieanlagen (WEA) mit einer jeweiligen Gesamthöhe von 200 Metern. Dabei gibt es jedoch zwei Probleme. Zum einen teilt eine Hochspannungsleitung das Areal in zwei Bereiche. Die entsprechenden Windräder müssen so einen Sicherheitsstreifen zur Leitung freihalten, was die Positionierung der Anlagen bereits stark einschränke.

„Wald im Sinne des Gesetzes“

Problem Nummer zwei: Sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Teilfläche der Konzentrationszone befindet sich jeweils ein kleinerer Bereich, der eben nicht als WKZ ausgewiesen ist. Diese Bereiche sind daher weder mit einer Windenergieanlage bebaubar, noch dürfen sie von deren Rotor überstrichen werden. Grund dafür ist die Tatsache, dass diese Bereich bei der Aufstellung der Teilflächennutzungsplanes noch als „Wald im Sinne des Gesetzes“ ausgewiesen waren und somit im Rahmen der „Potenzialflächenanalyse aus der Flächenkulisse herausgefallen sind“.

Mittlerweile, schildert die Verwaltung weiter, habe sich die Sachlage jedoch in Teilen geändert: „Nach Überprüfung und Rücksprache mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat sich ergeben, dass die betroffene nördlich gelegene Fläche inzwischen offiziell umgewandelt wurde und somit heute keine Waldfläche mehr darstellt“, erklärt Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung. Entsprechend soll die besagte Teilfläche nun im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplanes der Windkonzentrationszone VIII zugeschlagen werden, wozu jedoch aus behördlicher Sicht ein sogenanntes „Vollverfahren“ notwendig ist.

Vorhandene Flächenpotenzial ausschöpfen

Die Empfehlung der Stadt an die Politik: „Für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Erzeugung und Nutzung von Windenergie im Drensteinfurter Stadtgebiet wird empfohlen, die 50. Änderung des Flächennutzungsplans und somit die Anpassung des ,Sachlichen Teilflächennutzungsplans Windenergie‘ durchzuführen, da der damalige Grund zur Herausnahme der Fläche heute faktisch nicht mehr gegeben ist“, fasst Christoph Britten den Verwaltungsvorschlag zusammen. „Hinzu kommt, dass nur durch die Anpassung der WKZ VIII möglich wird, mehrere Windenergieanlagen so in der Zone zu positionieren, dass sie wirtschaftlich und nach heutigem Stand der Technik betrieben werden können. Folglich könnte die Zone bei Nichtanpassung nicht umfassend genutzt und somit das vorhandene Flächenpotenzial und somit die Zielrichtung des ‚Sachlichen Teilflächennutzungsplans Windenergie‘ nicht voll ausgeschöpft werden.“

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