Verwaltung will Vorreiterrolle im Kreis ausbauen und nimmt an „Städte-Challenge“ teil
Mehr Öko-Strom aus Sonnenlicht

Drensteinfurt -

In Drensteinfurt gibt es bereits eine ganze Reihe von Solaranlagen. Aber es sollen noch mehr werden. Die „Städte-Challenge“ soll dazu beitragen.

Sonntag, 21.02.2021, 21:02 Uhr aktualisiert: 21.02.2021, 21:10 Uhr
Um den Ausbau der Photovoltaik zu beschleunigen, will die Stadt nun an einer „Städte-Challenge“ teilnehmen.
Um den Ausbau der Photovoltaik zu beschleunigen, will die Stadt nun an einer „Städte-Challenge“ teilnehmen. Foto: dpa

Auf zahlreichen Hofdächern sind sie seit Jahren installiert. Ebenso wie auf einigen städtischen Gebäuden und auf so manchem privaten Hausdach. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt Drensteinfurt im Kreisvergleich mittlerweile der Vorreiter in Sachen Solarstrom ist. In Zahlen: Im Stadtgebiet von Drensteinfurt waren im Jahr 2019 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 0,86 kWp je Einwohner installiert. Im Durchschnitt der 13 Kommunen im Kreis Warendorf waren es lediglich 0,75 kWp je Einwohner. Für die Verwaltung aber kein Anlass, sich auszuruhen. Im Gegenteil: Im Zuge der von der Stadt Karlsruhe und der Bewegung „Parents for Future“ gestarteten Initiative will die Verwaltung nun an einer „Städte-Challenge“ teilnehmen, deren Ziel es ist, die installierte Photovoltaikleistung im Stadtgebiet so schnell wie möglich zu verdoppeln.

Das Jahr 2020 gehörte zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Christoph Britten, Stadt Drensteinfurt

„Fast die Hälfte der im Jahr 2020 in Deutschland verbrauchten Strommenge stammte aus erneuerbaren Energien“, erklärt Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung des am Montag (22. Februar) tagenden Stadtentwicklungsausschusses, in der die Verwaltung der Politik das Projekt vorstellen möchte. „Dass sich trotz dieses bereits hohen Anteils erneuerbarer Energien die Erde aufheizt, ist leider allzu deutlich zu spüren. Das Jahr 2020 gehörte zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Jahr war außerdem sehr trocken, und die Niederschläge fielen auch bei uns weniger gleichmäßig. In den Sommermonaten sind sie wochenlang ausgeblieben. Es ist ganz ohne Zweifel notwendig, dafür zu sorgen, dass die weitere Aufheizung der Erdatmosphäre unter zwei Grad Celsius – besser noch unter 1,5 Grad Celsius – gehalten wird.“

Städtevergleich soll Ansporn sein

Wer an dem – übrigens kostenlosen – Städtevergleich teilnimmt, der sollte unabhängig von den Gewinnchancen am Thema arbeiten, schildert Britten den Hintergrund der Aktion. Die Kommune könne etwa weitere Dächer der öffentlichen Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausstatten, den Bau von Freiflächenanlagen privater Investoren unterstützen, in Neubaugebieten Vorschriften zur Nutzung der Solarenergie erlassen, ihre Öffentlichkeitsarbeit ausbauen oder ein Förderprogramm für Photovoltaikanlagen auflegen.

Neue Freiflächen-Photovoltaikanlage in Mersch

Einiges davon wurde in Drensteinfurt bereits in die Tat umgesetzt. Zusammen mit dem Werse-Energie-Netzwerk wurden schon vor einigen Jahren die Dächer der städtischen Gebäude geprüft, und auf der Stadtverwaltung, der Kardinal-von-Galen-Grundschule und der Teamschule wurden PV-Anlagen installiert. Erst unlängst hat die Politik zudem grünes Licht für den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage in Mersch mit mehr als 5000 Solarmodulen gegeben. Und für das Baugebiet Mondscheinweg wurden verbindliche Regelungen zur Installation von PV-Anlagen über den Verkauf der städtischen Grundstücke festgelegt. Einzelne Punkte, an denen man künftig nun noch intensiver feilen möchte. Auch wenn die Chancen, dass Drensteinfurt letztlich zu den Siegern des Vergleiches gehören wird, eher gering sind. Denn: „Diese Chancen hängen ganz maßgeblich von der Höhe des bereits erreichten Anschlusswertes ab. Eine Kommune, die bisher kaum über Photovoltaikanlagen verfügt, könnte deren Wert leicht verdoppeln. Hingegen haben es diejenigen Kommunen, in denen kaum ein Dach ohne PV-Anlage ist, relativ schwer“, schildert Christoph Britten. „ „Letztlich sollte aber nicht die Chance auf den Gewinn über die Teilnahme entscheiden, sondern die Signalwirkung, die von der Aktion ausgeht.“

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