Konzept zur Energieversorgung im Baugebiet Mondscheinweg ist unter Dach und Fach
In zehn Jahren schaut man weiter

Drensteinfurt -

Mehrere Jahre wurde nun diskutiert und verändert. Nun ist die Planung für das Baugebiet Mondscheinweg samt neuem Energiekonzept auf dem Weg. Auf dem Gelände der Feuerwache soll ein Blockheizkraftwerk für Erdgas und Biomethan samt Wärmepumpen entstehen.

Dienstag, 23.02.2021, 16:24 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 14:36 Uhr
Auf dem Gelände der Feuerwache an der Konrad-Adenauer-Straße soll die künftige Heizzentrale für das Baugebiet Mondscheinweg entstehen. Im Blockheizkraftwerk soll dann neben Erdgas auch Biomethan verfeuert werden.
Auf dem Gelände der Feuerwache an der Konrad-Adenauer-Straße soll die künftige Heizzentrale für das Baugebiet Mondscheinweg entstehen. Im Blockheizkraftwerk soll dann neben Erdgas auch Biomethan verfeuert werden. Foto: Dietmar Jeschke

Bevor sich das künftige Baugebiet zur „unendlichen Geschichte“ entwickelt, zogen die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am Montag mit der Verabschiedung des Energiekonzepts einen endgültigen Schlussstrich unter die Planungen. Wie von der Verwaltung vorgeschlagen, wurde das bisherige Konzept der Wärmeversorgung mittels Blockheizkraft noch einmal in wesentlichen Teilen modifiziert. So wird künftig nicht allein Erdgas als Energieträger dienen. Zum Einsatz kommen vielmehr auch Biomethan und Wärmepumpen.

Grund dafür, erläuterte Constantin Krass von den Stadtwerken Ostmünsterland, sind die geänderten Förderrichtlinien (wir berichteten). Denn wer seinen Neubau vom Typ KfW 55 nach den neuen Richtlinien des „EE-Paketes“ baut, der erhält nicht nur zinsgünstige Darlehen in Höhe von 150 000 Euro (bislang 120 000 Euro), sondern auch einen um 8250 Euro höheren Tilgungszuschuss. Das allerdings nicht umsonst. Denn Voraussetzung zur Erlangung des „EE“-Status ist, dass die Energieversorgung mehrheitlich aus regenerativen Quellen erfolgen muss. Und dazu ist es neben dem Einsatz von Wärmepumpen notwendig, den Erdgasanteil in den Heizkraftwerken um 33 Prozent zu reduzieren und als Ersatz (teureres) Biomethan zu verfeuern.

Wir können flexibel auf alles reagieren, was in Zukunft kommt.

Constantin Krass (Stadtwerke)

Für Häuslebauer, die ihr Grundstück von der Stadt erwerben und die damit unter Anschlusszwang an das Nahwärmenetz stehen, bedeutet dies neben höheren Fördermitteln daher auch höhere Kosten. So steigt die Hausanschlusspauschale von 11 300 auf 15 000 Euro. Zudem schlägt das Biomethan am Ende des Jahres bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaushalt mit zusätzlichen 100 Euro an Heizkosten zu Buche. Unter dem Strich, betonte Constantin Krass, bleibe jedoch trotzdem mehr im Portemonnaie der neuen Hausbesitzer. Zudem sei der Liefervertrag auf zehn Jahre beschränkt. Und das bedeute, dass man eben in einem Jahrzehnt schauen könne, welche nachhaltigeren und unter Umständen auch günstigeren zentralen Heizmethoden zum Einsatz kommen könnten.

„Das Konzept ist deutlich besser als das erste“, erklärte Ausschussmitglied Georg Feldmann (CDU). „Auch wegen der Flexibilisierung.“ Andreas Kurzhals (FDP) monierte dagegen abermals die Verzögerungen, die die nun nochmalige Umplanung bei der Erschließung mit sich bringe.

Grüne weiter unzufrieden

Dass in zehn Jahren eine Neuausrichtung in Sachen Energieträgerwahl möglich ist, begrüßte auch Stefan Gengenbacher (Grüne). „Das Ergebnis der neuen Planung ist ein Schritt in die richtige Richtung, hin zum Einsatz von mehr regenerativen Energien. Aus diesem Grunde stimmte die Grünen-Fraktion dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Wärmeerzeugung über ein Nahwärmenetz im Baugebiet Mondscheinweg zu“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Grünen. „Dennoch: Auch das neue Konzept entspricht nur in Ansätzen einer zukunftsweisenden Form der Energieversorgung. Die hier gewählte Luft-Wasser-Wärmepumpe deckt nur einen geringen Teil des Wärmebedarfs ab und dies über das Jahr gerechnet mit einem mäßigen Wirkungsgrad.“

Zudem, so die Grünen, scheinen die Kostenangaben für mögliche Tiefenbohrungen und zur entsprechenden Heiztechnik zu hoch. In Münster und Warendorf würden größere Geothermienutzungen erfolgreich eingesetzt. Letztendlich, monieren die Grünen, ließe sich mit der gewählten Luft-Wasser-Wärmepumpe bei der Dimensionierung der Blockheizkraftwerke keine Einsparung erzielen, da sie, anders als eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung, in den kritischen Zeiten des Winters keinen Beitrag zur Deckung des Wärmebedarfs leisten könne. „Dies wurde bei der Kostengegenüberstellung ebenfalls vernachlässigt“, so die Grünen, die im gleichen Atemzug darauf verweisen, dass die CO₂-Abgabe bereits jetzt konventionelle Energieträger teurer mache. „Innerhalb der Laufzeit der geplanten Heizanlage wird diese CO₂-Besteuerung zu einem rasanten Preisanstieg von Erdgas führen, im Verhältnis wird sich die Nutzung regenerativer Energien positiver darstellen“, sind sie überzeugt.

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