Superfood
Landwirte im Münsterland testen pflanzliche Alternativen zu Fleisch

Drensteinfurt -

Viele Menschen wollen bei der Ernährung etwas für den Klimaschutz tun. Weniger Fleisch zu essen, kann dabei helfen. Vor allem, wenn der pflanzliche Ersatz nicht aus dem Ausland importiert wird, sondern aus der Region kommt. Von Renée Trippler
Sonntag, 04.04.2021, 15:30 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 04.04.2021, 15:30 Uhr
Auf dem Hof von Burkhard Voss können die Lupinen direkt nach der Ernte verarbeitet werden. Das Schrot und Mehl kann dann zu Bratlingen geformt oder zum Backen verwendet werden.
Auf dem Hof von Burkhard Voss können die Lupinen direkt nach der Ernte verarbeitet werden. Das Schrot und Mehl kann dann zu Bratlingen geformt oder zum Backen verwendet werden. Foto: ret
Die Deutschen essen immer weniger Fleisch. 57, 3 Kilogramm haben sie nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) im vergangenen Jahr durchschnittlich gegessen. Der Fleisch­konsum ist damit so gering wie zuletzt vor 30 Jahren. Klingt gut, reicht aber nicht. Denn die intensive Landwirtschaft und Massentierhaltung sind schlecht für die Umwelt. „Wir müssen wieder zurück zum Sonntagsbraten“, sagt Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Guido Ritter von der Fachhochschule (FH) Münster. Zu viel, zu billig: Fleisch müsse wieder exklusiver werden. „Die Zeichen der Zukunft stehen auf weniger Fleisch und mehr pflanzlicher Ernährung. Das ist nicht nur gesund für den Menschen, sondern auch gesund für den Planeten“, sagt Ritter. Um mehr Menschen davon zu überzeugen, weniger Fleisch zu essen, müsse man gute Alternativen anbieten. „Wir brauchen Brückenprodukte.“ Denn Ernährung sei Gewohnheitssache. „Wir haben uns so an den täglichen Fleischkonsum gewöhnt, dass für viele ein Leben ohne völlig unvorstellbar ist.“ Fleischähnliche Produkte auf pflanzlicher Basis sollen überzeugten Fleischessern die Umgewöhnung erleichtern. Diese werden oft aus Soja oder anderen Hülsenfrüchten hergestellt. Die Pflanzen werden oft aber im großen Stil im Ausland angebaut und importiert – nicht gut für die Klimabilanz der Produkte. Quinoa wächst auch in Drensteinfurt So wie bei dem Trend-Nahrungsmittel Quinoa: Der Großteil des Getreides kommt aus Südamerika. Seit einigen Jahren wird der „Inkaweizen“ aber auch im Münsterland angebaut .
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