Brauhaus-Areal: Verwaltung schlägt gemeindliches Einvernehmen vor
„Harmonischer Gesamteindruck“

Drensteinfurt -

Nun wird es konkret: Nach jahrelangem Stillstand präsentiert die Verwaltung den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung am Montag die Pläne zum geplanten Mehrfamilienhaus samt Bäckerei und Café auf dem ehemaligen Brauhaus-Gelände.

Freitag, 23.04.2021, 05:23 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 05:30 Uhr
So könnte es an der Mühlenstraße bald aussehen: Links ist das geplante Neubauprojekt mit vier Giebeln zur Straßenseite hin zu sehen. Rechts im Anschluss befinden sich das ehemalige Geschäftshaus Grumann sowie die Alte Küsterei.
So könnte es an der Mühlenstraße bald aussehen: Links ist das geplante Neubauprojekt mit vier Giebeln zur Straßenseite hin zu sehen. Rechts im Anschluss befinden sich das ehemalige Geschäftshaus Grumann sowie die Alte Küsterei. Foto: Stadt

Es ist schon ein recht wuchtiger Baukörper. Aber er steht, wenn er denn tatsächlich so gebaut wird, auch auf einem recht stattlichen Grundstück. Und was noch viel wichtiger ist: Er fügt sich sowohl gestalterisch als auch von seinen Dimensionen in die Umgebungsbebauung ein.

Deshalb sieht die Verwaltung – bis auf einige Details – auch keine Probleme, die dem geplanten Neubauprojekt auf dem Gelände des einstigen Brauhauses zwischen Alter Post und Haus Steinfurt im Weg stehen könnten. Am Montag wird die Politik Gelegenheit haben, sich in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses dazu zu äußern.

Wie berichtet, plant ein Investor an der ortsbildprägenden Stelle einen Neubaukomplex, der neben 13 Wohnungen auch eine Bäckerei samt Café beherbergen soll. Der entsprechende Bauantrag dazu war im Januar in der Verwaltung eingegangen. Dass er erst jetzt zur Debatte steht, hatte unter anderem damit zu tun, dass die denkmalrechtliche Erlaubnis bei Einreichung der Unterlagen noch nicht vorgelegen hatte.

Wie Bauamtsleiter Christoph Britten in der Vorlage zur Sitzung erläutert, erwecke die vorliegende Planung – vor allem mit Blick auf die Hauptansicht an der Mühlenstraße – „unter gestalterischen Aspekten einen harmonischen Gesamteindruck“. Ferner werde die bereits bestehende Raumkante entlang der Mühlenstraße aufgegriffen und bis zur Einmündung der Schlossallee fortgeführt. „Die gegenüberliegende Alte Post wird durch diese Raumeinfassung darüber hinaus, je nach Betrachter, möglicherweise noch besser in Szene gesetzt. Auch die Fassadengestaltung ist durch die Auswahl von rotbuntem Verblendmauerwerk angemessen und fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein“, erklärt Britten. „Die Verwendung von roten Tondachziegeln ist in diesem Bereich der Innenstadt beinahe obligatorisch.“

Auch wenn die gestalterischen Belange bei der planungsrechtlichen Bewertung von Bauvorhaben keine prägnante Rolle spielten, so tun sie dies aber sehr wohl im Rahmen der denkmalrechtlichen Prüfungen.

Kleine Detailfragen habe man mittlerweile mit dem Investor geregelt. Dabei ging es unter anderem um die Zahl der Stellplätze. Diese reichen zwar gemäß Planentwurf für die 13 Wohnungen aus. Für die geplante gewerbliche Nutzung sind hingegen nur zwei Stellplätze auf eigenem Grundstück ausgewiesen. Notwendig jedoch sind mindestens sieben. Bezüglich der fünf noch auszuweisenden Stellplätze sei mit dem Investor ein Ablösevertrag vorbereitet worden, schildert die Verwaltung, die betont, dass eine Stellplatzablösung ausschließlich für die Gewerbeeinheit in Betracht kommt, nicht aber für Anwohnerstellplätze.

Zusammenfassend, erklärt Christoph Britten, könne das gemeindliche Einvernehmen zum Bauvorhaben erteilt werden. „Die planungsrechtliche Prüfung hat zu keinerlei Beanstandungen geführt, und auch die denkmalrechtliche Abstimmung ist letztlich positiv verlaufen“, erklärt der Bauamtsleiter. Aus Sicht der Verwaltung werde das Vorhaben überdies aus verschiedenen Gründen begrüßt. Es entspreche einer Fortführung der städtebaulichen Qualität in diesem „hochsensiblen Innenstadtbereich“ und sorge mit der Ansiedlung eines Cafés zudem für eine städtebaulich gewünschte Belebung des öffentlichen Raumes mit Aufenthaltscharakter, heißt es in der Vorlage abschließend.

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