Selbsttesterfahrungen an der Lambertusschule
Eine Schulstunde geht dafür drauf

Walstedde -

Langsam aber sicher haben sich die Abläufe eingespielt. Und nachdem nun auch die Feinabstimmung für eine praktikable Organisation in Sachen Schnelltests an der Walstedder Grundschule erfolgreich vorgenommen worden ist, läuft alles eigentlich ganz gut. Doch es ist zeitaufwändig.

Freitag, 23.04.2021, 05:55 Uhr aktualisiert: 23.04.2021, 06:01 Uhr
Das kitzelt ganz schön: Philine Tosun beim Selbsttest, den alle Schüler zwei Mal wöchentlich durchführen sollen. Lehrerin Nicole Kühne schaut, dass die Zweitklässlerin alles richtig macht.
Das kitzelt ganz schön: Philine Tosun beim Selbsttest, den alle Schüler zwei Mal wöchentlich durchführen sollen. Lehrerin Nicole Kühne schaut, dass die Zweitklässlerin alles richtig macht. Foto: Nicole Evering

Zwei Selbsttests pro Schüler und Woche: Das hatte die NRW-Landesregierung zur Voraussetzung für die Rückkehr zum Präsenzunterricht nach den Osterferien gemacht.

Bei der Zustellung hatte es zunächst allerdings arg gehapert. Wie berichtet, hatten auch die Schulen im Drensteinfurter Stadtgebiet an mehreren Ferientagen extra Personal abgestellt, um die Testkits in Empfang zu nehmen. Dabei wartete dieses teils vergeblich. „Ich habe den Mittwoch und den Freitag in der Schule verbracht, eine andere Kollegin den Donnerstag“, berichtet Birgitta von Rosenstiel, Rektorin der Walstedder Lambertusschule. Geliefert worden seien die Kartons dann schließlich am Samstag.

Mittlerweile habe sich das eingespielt: Die Tests für die folgende Woche kämen immer rechtzeitig Mitte der laufenden Woche an. Auch die Kinder seien im Umgang nach und nach routinierter geworden. Immer montags und mittwochs wird am Böcken auf Corona getestet. „Das ist allerdings sehr zeitaufwändig“, sagt Lehrerin Nicole Kühne. Zusammengenommen eine Schulstunde brauche es, bis alle 35 Kinder in ihrem zweiten Jahrgang durchgetestet seien.

Spezielle Abläufe entwickelt

Dabei hat sich ein spezielles Prozedere eingespielt. Alle Kinder an ihrem jeweiligen Sitzplatz den Selbsttest gleichzeitig machen zu lassen, hat sich als nicht praktikabel erwiesen. „Kinder sind einfach noch nicht so geschickt wie Erwachsene“, weiß Kühne. Da seien am Anfang die Wattestäbchen auf den Boden gefallen oder die Röhrchen mit der Testflüssigkeit umgekippt. Wer Schabernack im Sinn hatte, habe sein Stäbchen beim Kumpel ins Röhrchen getaucht. Und auch, wie tief das Wattestäbchen in die Nase eingeführt werden soll, hatten die Kinder am Anfang noch nicht so richtig raus. „Da gab es schon mal Tränen“, erinnert Kühne.

Das Fazit: Grundschüler brauchen einfach mehr Hilfestellung bei den landesweit einheitlich zur Verfügung gestellten Selbsttests. Von denen würde sich auch Birgitta von Rosenstiel wünschen, dass sie gerade für kleinere Kinder etwas einfacher zu handhaben wären.

Schüler werden in Kleingruppen getestet

Da die Schüler ohnehin nicht zeitgleich, sondern leicht versetzt zum Unterricht erscheinen, werden sie in Walstedde nun in Kleingruppen getestet. Zwei bis drei Kinder greifen parallel zum Wattestäbchen und rühren in ihren Nasenlöchern. Lehrerin Nicole Kühne sitzt daneben und hat alles im Blick. Das Hantieren mit der Testflüssigkeit übernimmt anschließend sie, damit nichts schief geht. Immer wieder wird zwischendurch desinfiziert. Manchmal fühle sie sich dabei ein wenig wie eine Laborantin, sagt Kühne lachend. Wer fertig ist, darf noch raus auf den Schulhof, dann sind die nächsten dran. Es dauert also, bis der eigentliche Unterricht starten kann.

Das benutzte Material muss gesondert entsorgt werden, damit die Putzkräfte später nicht aus Versehen mit dem – möglicherweise – kontaminierten Abfall in Berührung kommen. Die durchgeführten Tests müssen außerdem noch dokumentiert werden. Nach zwei Wochen werden die Aufzeichnungen gelöscht. Viel zusätzliche Arbeit für das Personal. „Das klappt nur, wenn auch alle Lehrer immer früh in die Schule kommen“, so Nicole Kühne.

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