Everswinkel
Verkehrsberuhigung in Grün

Mittwoch, 05.03.2008, 23:03 Uhr

Alverskirchen. Das Ortsbild am Alten Hof und die Verkehrsberuhigung an der Schützenstraße standen im Mittelpunkt der Bezirksausschusssitzung am Dienstag. Während der grüne Charakter durch Bäume am Alten Hof erhalten werden soll, wird es für Autofahrer an der Schützenstraße künftig etwas enger, um den Reiz des Schleichweges zu minimieren.

Nachdem sich die Wurzeln zu weit vorgewagt und schon Schäden an Rohrleitungen, einer Mauer und am Gehweg verursacht hatten, waren drei der sechs Ahornbäume am Alten Hof gefällt worden. Doch wie sollte es vor dem Hintergrund der diversen Ansprüche an jenen Bereich – Fuß- und Schulweg, Verkehrsfläche und Parkraum sowie Grünstreifen und Gliederung – weitergehen? Die Wahl bestand zwischen der Beseitigung des Grünstreifens, dessen Umgestaltung ohne Bäume oder einem sukzessiven Umbau mit dem Erhalt der traditionellen Struktur.

Umweltberater Bernd Schumacher empfahl den schrittweisen Umbau. „Das könnte auf lange Sicht eine Lösung für den Alten Hof sein“, machte er deutlich. Für die abgängigen Bäume schlug er für diesen Standort den schmal bleibenden und maximal sechs bis sieben Meter hoch wachsenden Säulen-Ahorn vor. Dieser Weg wurde von den Bezirksausschussmitgliedern durchgängig begrüßt.

„Der Pflanzstreifen muss erhalten bleiben, weil dort ein Schulweg ist“, und die parkenden Pkw auf der Straße seien ja „eine gute Verkehrsberuhigung“, erklärte Heinz Tertilt ( CDU ). Eine Argumentation, die auch Dagmar Brockmann (FDP) betonte. Alfred Wolk (SPD) bezeichnete die geplante Vorgehensweise als „sinnvoll“. Jene Bäume, die Schaden angerichtet hätten, seien gefällt worden, „und weiterer Handlungsbedarf besteht zurzeit nicht“, sprach er sich klar für den Erhalt der restlichen drei, 25 bis 30 Jahre alten, Ahorn-Bäume aus und regte gleichzeitig die umgehende Neuanpflanzung an den drei frei gewordenen Stellen an, „um ein einheitliches Bild zu bekommen“. Einigkeit bestand letztendlich darin, nur beetweise umzugestalten. So werden nun in dem derzeit baumlosen Beet zwei junge Säulen-Ahorn-Bäume gepflanzt als „Prototypen“ für etwaigen weiteren Austausch in der Zukunft.

Etwas grüner wird es auch in der Schützenstraße. Der Problematik, dass diese Anliegerstraße offenbar ein sehr hohes Verkehrsaufkommen aufweist und als – fragwürdige – Abkürzung zwischen Telgter Straße und Hauptstraße genutzt wird, soll nun mit Pflanztrögen aus Betonstein begegnet werden, die standfest und von dauerhafter Qualität sind und für Engstellen auf der Straße sorgen werden. Am 29. Januar hatte es einen Ortstermin mit den Anwohnern gegeben, die sich auch bereit erklärten, die Tröge zu bepflanzen und zu pflegen. Ein Entgegenkommen, das Susanne Wellermann (CDU) als „sehr positiv“ bezeichnete.

Verwunderung löste beim Ausschussvorsitzenden Karl-Theo Gerd-Holling (CDU) die von Umweltberater Schumacher genannte Zahl von sechs Pflanztrögen aus, die man für eine Verkehrsberuhigung benötige. Tertilt und Brunhilde Schwinhorst (CDU) befürchteten gar eine massive Beeinträchtigung der Aufstellfläche für die Schützen beim Schützenfest. „Da gibt’s Schwierigkeiten. Wir können das nicht jetzt so beschließen und davor die Augen verschließen“, bekräftigte Schwinhorst. „Sechs Kübel und ein Poller auf diesem kurzen Stück sind übertrieben.“

Schumacher zeigte sich flexibel und offen. „Wenn wir mit drei Pflanzgefäßen klar kommen, bin auch zufrieden.“ Der Kompromiss sieht nun vor, mit einer reduzierten Zahl an Trögen zu beginnen und zu beobachten, ob sich der gewünschte Effekt einstellt.

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