Everswinkel
Jubel, Fähnchen und Umarmungen - Alverskirchen holt Landes-Silber

Montag, 14.09.2009, 12:09 Uhr

Alverskirchen - „Adendorf, Rhein-Sieg-Kreis, Barlo, Kreis Borken . . .“ die Augen von Heiner Vogt werden größer und größer, Dagmar Brockmann kann sich ein Lächeln nicht mehr verkneifen, und Bürgermeister Ludger Banken wedelt schon begeistert mit einer BTA-Fahne. „Das heißt, wir haben mindestens die Silberplakette gewonnen“, freut sich Brockmann - „. . . wenn er weiter alphabetisch vorgeht und nichts vergessen hat.“ Und erst als Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg der Gemeinde Zyfflich im Kreis Kleve zu ihrer Bronzeplakette gratuliert, ist es ganz sicher: Alverskirchen wurde nicht genannt und hat schon Silber beim Landeswettbewerb „ Unser Dorf hat Zukunft “ sicher. „Ich werd verrückt“, sagt Peter Kretschmer. „Das ist so spannend!“.

Obwohl es am Ende dann doch nicht zur Goldplakette reicht, sieht man nur strahlende Gesichter unter der kleinen Alverskirchener Abordnung, die am Sonntag zur Bekanntgabe der Landes-Gewinner nach Bad Sassendorf gekommen ist. Der frenetische Jubel wird begleitet von Umarmungen , gegenseitigem Schulterklopfen und wildem Fähnchenwedeln. „Silber!“, schreit Kretschmer ins Handy. „Silber!“. Die Heimat muss ja schließlich auch in Kenntnis gesetzt werden.

„Im Vorfeld hatten wir keine Erwartungen. Schon der Sieg auf Kreisebene war eine Überraschung. Wenn man keine Erwartungen hat, kann man auch nicht enttäuscht werden“, lautet die einhellige Meinung der BTA-Mitglieder. Begeistert ist auch Heiner Vogt. „Für die erste Teilnahme ist Silber ein tolles Ergebnis. Wir werden die Hände jetzt nicht in den Schoß legen, sondern auf dieser Grundlage weitermachen.“ Und auch Bürgermeister Banken ist die Freude anzusehen: „Vor ein paar Jahren wäre dieser Erfolg für Alverskirchen noch undenkbar gewesen.“

Im Rahmen des Bauernmarktes im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse in Ostinghausen bei Bad Sassendorf gab am Sonntagvormittag NRW-Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg gemeinsam mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Johannes Frizen, die Gewinner der 27 Silber-, 26 Bronze- und sechs Goldmedaillen bekannt. An der 23. Auflage des Wettbewerbs nahmen auf Kreisebene 1 044 Dörfer aus ganz Nordrhein-Westfalen teil. 26 Dörfer aus dem Rheinland und 33 Dörfer aus Westfalen qualifizierten sich für den Landeswettbewerb. Die Sieger des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ und damit Gewinner der Goldplakette sind Elsoff im Kreis Siegen-Wittgenstein, Keppeln im Kreis Kleve, Lieberhausen im Oberbergischen Kreis, Niederhelden im Kreis Olpe, Oeynhausen im Kreis Höxter und Waldfeucht im Kreis Heinsberg. Sie dürfen NRW beim Bundeswettbewerb vertreten.

Zu den Kriterien, nach denen die Bewertungskommission unter Vorsitz von Annegret Dedden (Landwirtschaftskammer NRW) alle 59 Dörfer beurteilt und bewertet hat, gehören die Verbesserung der Lebensqualität und der Erhalt des Dorf- und Landschaftscharakters, bürgerschaftliche Eigenverantwortung, die wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen zur Sicherung vorhandener Arbeitsplätze. Bewertet wurden auch das soziale und kulturelle Leben, die Erhaltung der prägenden Bausubstanz sowie die Grüngestaltung, die Einbindung der Dörfer in die Landschaft, die Bewirtschaftung und Entwicklung der Landschaft und der Biotop- und Artenschutz. Neben den Medaillen des Landes wurden 21 Sonderpreise aufgrund besonderer ökologischer Maßnahmen, sozialer und kultureller Leistungen, unternehmerischer Initiativen und besonderer gestalterischer Details vergeben.

„Der Ruck, der ausgelöst durch die Wettbewerbsteilnahme, durch die Dörfer geht, ist toll“, zeigte sich Landwirtschaftskammer-Präsident Frizen beeindruckt von dem Engagement der Bürger. Beeindruckend war auch die große Zahl derer, die sich im Innenhof des Hauses Düsse versammelt hatten und mit Spannung die Bekanntgabe der Sieger verfolgten. „Ich habe das Gefühl, dass keiner mehr in den Dörfern ist, weil aller hier sind“, lachte die Landrätin des Kreises Soest, Eva Irrgang, die unterstrich, „ohne Sie wären die Dörfer ärmer“.

Mit mehr als 1 000 Teilnehmern liege Nordrhein-Westfalen bundesweit an der Spitze. „In unseren Dörfern werden aktive Gemeinschaften gelebt, die kreativ und innovativ ihr Umfeld voranbringen. Oft hört man, dass die Bürger sich nicht mehr engagieren, doch Sie haben das Gegenteil bewiesen. Dies ist ein großer Tag für NRW“, betonte Irrgang. Noch einmal richtig feiern werden alle Alverskirchener wohl am 21. November, wenn in Remblinghausen im Kreis Meschede NRW-Minister Eckhard Uhlenberg während der Abschlussveranstaltung die Preise überreichen wird.

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