Neue Ideen und neue Wege bei der Gestaltung und Ausrüstung der Flächen gefragt
Spielplätze für Generationen

Everswinkel -

Der demografische Wandel wird in vielen Bereichen des Lebens deutlich. Auch auf den Spielplätzen der Gemeinde. Einerseits sind weniger Kinder dort anzutreffen, andererseits haben sich deren Erwartungen an die Ausstattung gewandelt. Und auch die ältere Generation soll künftig mehr Aufenthaltsqualität genießen können. Deshalb wird jetzt auch an seniorentaugliche Spielgeräte gedacht.

Donnerstag, 17.05.2012, 11:05 Uhr

Neue Ideen und neue Wege bei der Gestaltung und Ausrüstung der Flächen gefragt : Spielplätze für Generationen
Möblierungsbeispiel aus dem Mehrgenerationenpark in Münster mit Seniorenspielplatz im „Grünen Finger“. Auch in Everswinkel wird jetzt an generationsübergreifende Spiel- bzw. Bewegungsgeräte gedacht. Foto: Hitze

Spielen ist keine Frage des Alters. Der Spieltrieb ist angeboren. Mit ihm erwerben Kinder Kenntnisse und Fähigkeiten, mit ihm gestalten Erwachsene einen großen Teil ihrer Freizeit. Ob beim Karten-, Brett-, Computer- oder Ballspiel. Vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung erscheint es somit nur konsequent, auch Spielbereiche für Erwachsene im öffentlichen Raum zu schaffen. Die Entwicklung des Jugendzentrums zu einem Haus der Generationen ist ein erster Schritt, die Einrichtung von Spielpunkten draußen ist ein zweiter. Umweltberater Bernd Schumacher erweist sich da als Schrittmacher. Er hat sich der Idee angenommen, Kinderspielplätze zu Mehrgenerationen-Spielplätzen weiterzuentwickeln.

Die demografische Entwicklung führe zu Veränderungen, „und das ist auch auf den Spielplätzen spürbar“, zeigte Schumacher jüngst im Familien- und Sozialausschuss auf. „Es sind weniger Kinder, das spüre ich auch an einigen Spielplätzen.“ Andererseits sei heute eine vielfältigere Nutzung gefragt. „Kinder entwickeln sich und erwarten heute etwas anderes – darauf muss ich reagieren.“ Schumacher will die Entwicklung nach eigenen Worten „keineswegs verschlafen“ und sieht es als „Herausforderung in einer sich verändernden Gesellschaft“. Deshalb hat der Umweltberater auch so genannte Seniorenspielgeräte bei seinen Investitions- und Gestaltungsüberlegungen ins Auge gefasst. Geräte, die eine sportliche Herausforderung darstellen oder die Sinne ansprechen.

12 000 Euro sind in diesem Jahr im Topf für Ersatz- bzw. Austauschmaßnahmen auf den gemeindlichen Spielplätzen. Dabei führe der Weg weg von der klassischen Gestaltung mit Rutsche, Sandkasten und Schaukel und hin zu einer ganz anderen Raumgestaltung als „Spielpunkt“. Die Planung des Spielbereichs am künftigen Baugebiet „Königskamp“ in Alverskirchen ist dafür ein Beispiel. 8 000 Euro sind für den Geräteaustausch vorgesehen. „Ich weiß noch gar nicht, wo ich etwas austauschen möchte“, hatte Schumacher geäußert, andererseits aber schon einmal die Spielplätze Auf dem Esch , Esch II und Windthorststraße als Tätigkeitsfelder genannt. Bei diesen Anlagen gehe es im weitesten Sinne um eine Veränderung und eine „Erhöhung der Aufenthaltsqualität mit Blick auf alle Altersgruppen“, verdeutlicht Schumacher gegenüber den WN. So solle beim Austausch eines Spielelementes darauf geachtet werden, dass mehrere Altersgruppen von dem neuen Gerät profitieren. Der Umweltberater will nun detailliertere Pläne vorlegen. Fest steht indes schon, dass am Seniorenzentrum Haus St. Magnus mit der Errichtung eines Seniorenspielgerätes, für das 4 000 Euro zur Verfügung stehen, „ein Versuchsballon“ gestartet wird.

Weitere 15 000 Euro beinhaltet der Haushaltsplan der Gemeinde für Unterhaltungsmaßnahmen auf den verschiedenen Spielplätzen. „Erfreulich ist die Tatsache, dass wir in 2011 kaum Vandalismusschäden hatten“, Schmierereien und Sprayer-Attacken dagegen schon, bilanzierte Schumacher.

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