Klemens Diepenbrock hat mit seiner Idee einen Knüller entwickelt
Wenn der Wirt zum Talkmaster wird

Everswinkel -

Talk-Shows gibt es viele im deutschen Fernsehen. Talk-Master auch. Gute wie weniger gute. Lokale Talk-Master sind dagegen eher selten. Gastwirt Klemens Diepenbrock gehört neuerdings zu ihnen. Mit seinem Theken-Talk hat er eine zündende Idee gehabt. Freitag geht der Spaß in die dritte Runde.

Mittwoch, 15.08.2012, 10:08 Uhr

Klemens Diepenbrock hat mit seiner Idee einen Knüller entwickelt : Wenn der Wirt zum Talkmaster wird
Im Gasthof Diepenbrock geht‘s rund, wenn der Chef zur Talkrunde einlädt. Nach „Pastor, Prinz und Nikolaus“ und den „Nachtmenschen“ werden nun „Land-Musikanten“ rund um den Zapfhahn erwartet. Foto: Meyer

Harald Schmidt kann es. David Letterman kann es sowieso, schließlich gilt er sozusagen als Wegbereiter. Thomas Gottschalk kann es dagegen weniger gut – sagt man. Markus Lanz und Reinhold Beckmann können es auch. Und neuerdings kann es auch Klemens Diepenbrock : Gästen Geschichten, Anekdoten, Bonmots und Persönliches entlocken. „Talk-Show“ nennt man das international wie national. Dass Everswinkel seit dem Frühjahr auch eine solche – wenn auch etwas andere – Talkrunde hat, ist einem gewissen Zufall zu verdanken. Und einer plötzlichen Eingebung.

Wenn es am Freitag (17. August) im Gasthof Diepenbrock ab 20.08 Uhr wieder „Geier!Live“ heißt, geht der Late-Night-Talk am Zapfhahn in die dritte Runde. Nach „Pastor, Prinz und Nikolaus“ im März und „Everswinkeler Nachtmenschen“ im April lautet die Losung des Abends nun „Everswinkeler Land-Musikanten“. Und da der Wetterbericht Hoffnung auf eine laue Sommernacht macht, wird die Theke kurzerhand nach draußen in den Biergarten verlegt – und verlängert, „so dass das Podium mitten in der Theke ist“, freut sich „Geier“ Diepenbrock schon. Seine Idee einer lockeren wie lokalen Gesprächsrunde zündete gleich mit der ersten Veranstaltung.

Auslöser für die Idee war seinerzeit ein Sofa. Das brachte seine Frau mit nach Hause, und Klemens Diepenbrock dachte sich gleich, „Mensch, das wäre doch ein prima Talk-Sofa“. Der Gedanke rutschte dann aber erst einmal ins Unterbewusstsein ab. Bis Diepenbrock im Fernsehen eine Folge von „Inas Nacht“ mit Ina Müller sah. Der frech-fröhliche Talk aus einer Hamburger Kneipe katapultierte die Idee wieder ins Bewusstsein und mündete in dem Wunsch: „Das könnte ich ja auch mal machen.“

Klar war für ihn von Anfang an, dass das eine rein lokale Sache werden sollte. „Ich will nur mit Everswinkelern über Everswinkel talken. Ich brauche keine Olympia-Stars oder sowas.“ Die erste Gästerunde im März ergab sich gewissermaßen zwangsläufig, denn es war Fastenzeit. „Kann jemand, der zuvor in Saus und Braus gelebt hat, überhaupt fasten?!“ Diese Frage stellte sich Diepenbrock – und seinen Gästen. Pfarrer Heinrich Hagedorn, Karnevalsprinz Thomas Spieß und Bernhard Zimmermann. Dass sich der Pfarrer dabei als gut gelaunter Trumpf mit pfiffigen Antworten erwies, überraschte Gastgeber und Besucher gleichermaßen. Die Antwort Hagedorns auf die Frage eines Zaungastes, was der Pastor denn eigentlich so unter seiner Sutane trage, hat der Theken-Talker bis heute nicht vergessen: „Weiß der Geier . . .“ Die zweite Auflage trug den Titel Nachtmenschen. „Das sind nicht die, die bei mir oder Heiner Arning nachts um zwei Uhr aus der Kneipe stolpern“, lacht Diepenbrock. Nein, es waren Feuerwehrmann Dietmar Fersch, Seniorenheimleiter Markus Giesbers und Zeitungsbotin Heti Peper, die ebenso zum Show-Act wurden. Kneipe voll, Stimmung bestens.

Das Erfolgsrezept ist genial einfach und offenbar einfach genial: Man überlege sich ein Thema und ein Motto, suche sich die passenden „Originale“ aus dem Dorf, die auch etwas zu erzählen haben, beziehe auch die Kneipenbesucher mit ein, die auf Karten Fragen an die Gäste formulieren dürfen, und garniere das Ganze mit einer kurzweiligen Musikeinlage. Dafür sorgen Schwager Michael Drees und dessen Freund Ralf Peters aus Emsdetten, die gleich einschlugen wie die sprichwörtliche Bombe . „Die machen Musik aus Spaß und um sich etwas abzureagieren.“ Dass Diepenbrock zwischendurch auch ein Bier zusammen mit seinen Talk-Gästen zapft, gehört zur Show. Ein Dreieinhalb-Minuten-Pils, bei dem der Ziel-Applaus des Publikums über Sieger und Zweitplatzierten entscheidet. Natürlich spielt Eigennutz bei dieser Talk-Reihe eine Rolle, „es geht aber auch darum, die Gastro- und Kneipenszene etwas zu beleben“, betont der findige Wirt.

Jetzt also die dritte Show. Die Musikanten kommen. Harfenistin Giulia Wierbrügge, Christian Averbeck vom Spielmannszug Alverskirchen sowie Blasmusiker Manfred Kargus mit Keyboarderin Annegret Hagenkötter. Kargus als ehemaliger Leiter des BOE „wird sicher seine Fans mitbringen“, freut sich Diepenbrock, und er wird viel zu erzählen haben. Etwa vom Sommer in der amerikanischen Spieler- und Wüstenstadt Las Vegas. Den ganzen Juli über hat er zusammen mit zwei weiteren Musikern von 17 bis 23 im dortigen Hofbräuhaus aufgespielt. Was er dort so alles erlebt hat? Weiß der Geier . . . einfach mal nachfragen am Freitag beim Late-Night-Talk am Zapfhahn.

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