„Geier!Live“ unter dem Motto Ehrenamt
Bereicherung statt Belastung

Everswinkel -

Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Einige stehen dabei im Fokus der Öffentlichkeit – viele jedoch wirken im Stillen. „Sie verdienen genauso viel Anerkennung“, fand Gastwirt Klemens Diepenbrock. Deshalb stand „Geier!Live – der etwas andere Theken-Talk“ am Freitagabend unter dem Motto „Stille Ehrenämtler“.

Montag, 19.11.2012, 07:11 Uhr

„Geier!Live“ unter dem Motto Ehrenamt : Bereicherung statt Belastung
Ein Prosit auf das Ehrenamt: Mit „Tausendsassa“ Karl Schulte stieß Klemens Diepenbrock auf Alverskirchen an. Foto: Isabel Niesmann

Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Einige stehen dabei im Fokus der Öffentlichkeit – viele jedoch wirken im Stillen. „Sie verdienen genauso viel Anerkennung“, fand Gastwirt Klemens Diepenbrock .

Deshalb stand „ Geier !Live – der etwas andere Theken-Talk“ am Freitagabend unter dem Motto „Stille Ehrenämtler“. In dem bis zum Bersten gefüllten Schankraum plauderte Gastwirt und Gastgeber Diepenbrock ganz nach der Grundidee der Veranstaltungsreihe „mit Everswinklern über Everswinkel “. In der vierten Auflage der beliebten Talkshow hatte er drei engagierte Ehrenamtler zu Gast, die nie viel Aufhebens um ihre Person machen. Für viel frische und kreative Musik in gemütlicher Atmosphäre sorgte „Michis Hausband“.

„Ich weiß gar nicht, warum ich hier bin“, gestand Irmgard Telges bescheiden, die als erster Gast auf dem roten Hocker Platz nahm. „Ich aber schon“, betonte Diepenbrock. Denn die energiegeladene Mitsiebzigerin engagiert sich seit Jahren in der Seniorenbetreuung des Hauses St. Magnus. Neben ihrer wichtigen Arbeit dort stand viel Unterhaltsames aus ihrem Privatleben im Mittelpunkt ihrer Erzählungen. Ihr Motto sei: „Je öller – je döller“. „Im Hinblick auf meine beiden Hochzeiten, die eine noch im Alter von 70 Jahren, habe ich sehr viel Glück gehabt“, sagte sie. „Der Mensch ist nicht geboren, um alleine zu sein“, pflichtete Diepenbrock ihr bei und ergänzte. „Du bist immer frisch, positiv und voller Tatendrang, das ist toll“.

Mit der Harmonie war es aber dann beim traditionellen Bier-Wettzapfen ganz schnell vorbei. Hier war Telges klar im Hintertreffen, denn von dem guten Gerstensaft ging einiges daneben. „Mach den Zapfhahn zu!“, rief Diepenbrock. „Du bist beim Geier. Dein Bier wird ja drei Mal so teuer wie normalerweise“, beanstandete er spaßeshalber den großen „Bierverlust“, bedankte sich aber am Ende bei seinem ersten Talk-Gast: „Dafür, dass Du nichts sagen wolltest, warst Du sehr amüsant, unterhaltsam und charmant sowieso!“

Der nächste Besucher sei eine wirkliche Persönlichkeit in Alverskirchen und beinahe so berühmt wie die Heilige Agatha, begrüßte Diepenbrock Karl Schulte. Dieser legte vor über 50 Jahren den Grundstein für das Dorfarchiv. „Dass einmal so etwas Großes daraus entsteht, hätte ich nicht gedacht“, so der ehemalige Schulleiter rückblickend. Damit aber nicht genug: Schulte ist zudem Mitbegründer des Rot-Weiß-Alverskirchen, hat über 30 Studienreisen organisiert und war in der Freiwilligen Feuerwehr. „Du bist ein wahrer Tausendsassa im Ehrenamt und hast Dich nie damit gebrüstet“, lobte Diepenbrock Schultes Engagement für Alverskirchen. „Zu wenig Leute sind ehrenamtlich tätig. Es ist Arbeit, aber es ist eine dankbare Arbeit, bei der man die Zellen frisch hält und viel lernt“, betonte Schulte.

Dem konnte sich der letzte Talkshow-Gast Gabi Kirsch nur anschließen. Ehrenamtlich arbeitet sie fast Vollzeit im Familienzentrum „Zwinkel“ und ist Mitbegründerin des Kulturkreises Everswinkel. „Das Engagement kommt von früher. In meiner Jugend war ich Landjugendvorsitzende, Schul- und Klassensprecherin. Mein Vater war auch immer engagiert. Da dachte ich: Das gehört dazu.“ Besonders schön ist es natürlich, wenn aus dem Ehrenamt eine Anstellung wird: „Aus meiner Arbeit im Haus St. Vitus ist eine geringfügige Beschäftigung entstanden.“ Und noch ein weiteres, ganz stilles Ehrenamt führt Kirsch zudem aus: „Zu Hause habe ich eine Pflegestation für kranke Katzen.“ „Unglaublich, wie schaffst Du das denn alles? Der Tag hat doch nur 24 Stunden“, zeigte sich Diepenbrock von Kirsch beeindruckt. Die aber meinte: „Das geht gut, denn Ehrenamt ist nicht nur Belastung, sondern es gibt auch eine ganze Menge. Man lernt neue Leute kennen, und es macht Spaß.“

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