Faszinierender Abend mit Rüdiger Paulsen im Möbelhaus
Wenn Balladen zum Rollenspiel werden

Everswinkel -

Für die Besucher ist es ein besonderer und überaus faszinierender Abend. Bei seiner Präsentation von bekannten und weniger bekannten Balladen von bekannten und weniger bekannten Dichtern wirft Rüdiger Paulsen die ganze Kraft seiner Persönlichkeit in die Waagschale. In schwarz gekleidet, vor schwarzem Hintergrund, kommt die Ausdrucksstärke seiner Gestik und Mimik in beeindruckender Weise zur Geltung. Dazu passend seine sonore und kraftvolle Stimme, die alle Facetten dieser Dichtkunst aufnimmt und ausdrückt.

Samstag, 01.06.2013, 10:06 Uhr

Er schlüpft in die Rolle der handelnden Personen, lässt sie lebendig werden und zieht so die Zuhörer in seinen Bann. Passend zu dieser außergewöhnlichen Veranstaltung ist auch der außergewöhnliche Ort. Das Ambiente der Räumlichkeiten des Geschäfts „Massivmöbel Niehoff“ unterstreicht den besonderen Charakter des Abends.

Eingeladen hatte das Bür-ger-Team Alverskirchen . Hartmut Krenz, zuständig für Kultur beim BTA, begrüßt Rüdiger Paulsen als alten Weggefährten. Paulsen macht seit 25 Jahren auch Veranstaltungen für Kinder und beherrscht – wie Krenz, der auch als „Happu Krenz“ bekannt ist – die Kunst des Ballonmodellierens. „Durch Rüdiger Paulsen bin ich vor 15 Jahren mit dieser Kunst erstmals in Berührung ge-kommen“, verrät Krenz im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Paulsen erzählt, dass er seine Liebe für klassische deutsche Balladen vor etwa zehn Jahren entdeckt hat. „Zusammen mit einem Theaterfreund habe ich ein Bühnenprogramm entwickelt, von dessen Erfolg wir selbst überrascht waren“, so der Vollblutschauspieler. Unterstützt wird er von seiner Frau Carola. „Ich führe Regie und bin für die Beleuchtung zuständig“, erklärt sie ihre Rolle in dem Familienbetrieb.

Für Alverskirchen hat Paulsen Auszüge aus seinem Programm „. . . und der Mensch versuche die Götter nicht!“ im Gepäck. Mit einleitenden Worten führt er die Besucher in das historische Umfeld der einzelnen Balladen, beleuchtet die Hintergründe der Handlung und sorgt so für ein besseres Verständnis. Neben Werken von Annette von Droste-Hülshoff („Der Knabe im Moor“), Otto Ernst („Nis Randers“, eine Ballade über eine wunderbare Rettung aus Seenot) und Carl-Ferdinand Meyer („Die Füße im Feuer“) wählt er aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire immer wieder Balladen seines Lieblingsdichters Friedrich Schiller. „Der Handschuh“, „Der Taucher, „Die Kraniche des Ibykus“ und „Der Ring des Polykrates“ rezitiert Paulsen frei und mit der ihm eigenen Inbrunst. Und auch die wunderbare Geschichte von Freundschaft und Liebe, die in der „Bürgschaft“ beschrieben wird, darf nicht fehlen. Zur Einführung in die Ballade „Der Taucher“ weiß Paulsen zu erzählen: „Schiller hat nie das Meer gesehen. Er hat das Plätschern eines Baches betrachtet und es literarisch hochgerechnet.“ Und er erklärt damit anschaulich Schillers dichterische Leistung.

Viele Alverskirchener mussten es wohl geahnt haben, dass sie mit Rüdiger Paulsen einen unvergesslichen Abend erleben würden; denn zu Beginn mussten für den großen Andrang immer mehr Stühle in den Raum getragen werden. Wie gut, dass die Veranstalter ein Möbelgeschäft als Ort des Geschehens ausgewählt hatten . . .

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