Ratsparteien werben bei Jugend für ihre Ideen
Positionen und Pläne

Everswinkel -

Die Landjugend von Everswinkel und Alverskirchen hatte eingeladen, acht Vertreter der vier Ratsfraktionen und über 50 interessierte Jugendliche folgten dem Aufruf. Bei dem Info-Abend für Jungwähler setzten die Kommunalpolitiker bei der Frage, warum man denn ausgerechnet ihre Partei wählen solle, unterschiedliche Akzente.

Mittwoch, 30.04.2014, 07:04 Uhr

Dagmar Brockmann erinnerte an ihre aus der DDR geflüchteten Eltern und betonte, „Freiheit ist für mich ein hohes Gut“. Freie Entscheidungen und eine tolerante Einstellung seien liberales Gut. So sei die FDP auch gegen Reglementierungen in Neubaugebieten, „denn wer viel Geld investiert, sollte auch selbst entscheiden können, wie sein Haus aussieht“. FDP-Fraktionsführer Friedrich unterstrich, „wir brauchen eine bürgerliche Mehrheit ohne absolute Mehrheit, damit keine Entscheidungen durchgewunken werden.“

CDU-Ratsherr Folker hätte natürlich nichts gegen eine absolute Mehrheit und versprach, „wir werden immer offen über alles diskutieren und nicht über die anderen Parteien hinweg“. Die CDU wolle mit einem jungen Team versuchen, die Interessen der Bürger im Rat umzusetzen und dabei mit den Gemeindegeldern vernünftig zu haushalten. Für die gute Ausstattung der Gemeinde und die soliden Finanzen „ist die CDU seit Jahrzehnten verantwortlich“. Alverskirchens Wahlkandidat Gerbermann ergänzte, „die CDU sei konservativ, habe aber „die passende Prise modern dabei“.

Für die SPD seien „soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit“ ein wichtiges Anliegen, machte Dr. Wilfrid Hamann klar. Politik trage auch eine soziale Verantwortung für diejenigen, die sich gewisse Dinge nicht leisten könnten – „das sind auch sehr christliche Werte, die wir berücksichtigt sehen wollen“. Für eine optimal Zukunftsgestaltung vor Ort sei es unverzichtbar, sich mit dem Ist-Zustand zu beschäftigen, „um dann zu sehen, wie wir weiter planen können“. Es könne nicht funktionieren, nur Ad-hoc-Entscheidungen zu treffen, wenn Dinge auf den Nägeln brennen. Die SPD-Fraktion habe in der ablaufenden Ratsperiode „mehr Anträge eingebracht als jede andere Partei – daran sieht man, welche Partei Dinge anstößt“.

Die Grünen sehen sich laut Winkler als „einzige Partei, die sich konsequent für Klima- und Umweltschutz einsetzt“. Da die Klimaveränderung unvermeidlich komme, stelle sich die Frage, „wie stellen wir uns als Gemeinde auf“. Winkler bilanzierte, in Everswinkel werde etwas getan, „aber ohne Konzept“. Weiteres Thema sei die Energieversorgung. Die Grünen treten ein für eine regionale und lokale Versorgung mittels ‚Windkraft und Blockheizkraft, um sich von Konzernen und anderen Staaten unabhängig zu machen. Stelthove appellierte für „vernetzteres Denken“, beispielsweise im Hinblick auf die Flüchtlinge. „Warum sind die Flüchtlinge hier? Haben wir nicht auch dazu beigetragen, dass die Not in ihren Ländern so groß ist?“

Was die Ziele für die nächsten Jahre anbelangt, so setzt die SPD mehr auf Gesamtlösungen bei Projekten. In Alverskirchen sei eine solche bei den Raumwünschen von Schule, Kindergarten und Sportverein versäumt worden. „Es wird in Zukunft die Aufgabe sein, Lösungen zu finden, mit denen mehrere Wünsche befriedigt werden können“, betonte Hamann. Auch die Schul- und Radwegesicherung bleibt ein wichtiges Thema. „Man muss sich schon fragen, warum man sich so gegen eine Beleuchtung sträubt“, wo doch die nötigen Kabel schon im Boden lägen, spielte Wesbuer auf den stark frequentierten Radweg zwischen Everswinkel und Alverskirchen an.

Den Liberalen geht es dagegen darum, keine neuen Standards zu schaffen – die Beleuchtung eines Radweges wäre ein solcher, der weitere Begehrlichkeiten wecke. Auch bei den toll ausgestatteten Sportstätten „denke ich, dass wir da fast das Ende erreicht haben“, zeigte Friedrich auf. Ganz wichtig sei dagegen die Sanierung der Straßen, die viel Geld verschlingen werde. Die Grünen streben eine stärkere Einbindung der Bürger in Entscheidungen des Rates an, machte Stelthove deutlich und führte die Verkehrswerkstatt als Beispiel an. Klare Linie beim Thema Parkplatzkonzept: „Wir wollen nicht, dass der Magnusplatz zu einem Pkw-Verkehrsplatz wird.“

Für die CDU ist die Schließung der Lücken im Radwegenetz – etwa an der L793 – ein „großes Ziel“. Außerdem müsse jungen Familien ermöglicht werden, zu bauen. „Es kann nicht sein, dass wir in einem freien Europa sagen, nur organisches Wachstum aus uns selbst heraus.“ „Es ist wichtig, dass wir auch weiterhin Leute von außen dazubekommen“, bekräftigte Folker. In Alverskirchen habe das OVG die Grenzen aufgezeigt, aber in Everswinkel gebe es die Möglichkeit.

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