Unterhaltsame kulinarische Lesung mit Rezitator Joachim Henn
Doppelter Hochgenuss

Everswinkel -

Der Mund, so erkannte es schon Wilhelm Busch in seiner „Widmung zu einem Kochbuch“, ist zu vielerlei zu gebrauchen: zum Rauchen, zum Küssen, zum Gähnen, zum Sprechen. „Zum Schluss jedoch nicht zu vergessen: Hauptsächlich dient der Mund zum Essen!”, rezitierte Joachim Henn den beliebten Dichter. Zumindest von der letzten Funktion machten die Gäste im Gasthof Arning reichlich Gebrauch.

Dienstag, 13.05.2014, 06:05 Uhr

Hier fand auf Einladung des Kulturkreises unter dem Motto „Prost! Mahlzeit!” eine kulinarische Lesung mit Henn statt. Den literarischen Höchstgenuss komplettierte ein mehrgängiges Menü. Alle zwei Jahre organisiert der Arbeitskreis Literatur in Zusammenarbeit mit Heiner und Elke Arning solch einen literarisch-kulinarischen Abend. Zuletzt drehte sich 2012 alles um die Kochbuchautorin Henriette Davidis.

Susanne Müller als Sprecherin des Arbeitskreises freute sich über den „wunderbaren Rezitator“ Henn. Dieser habe in 25 Jahren Tätigkeit an deutschsprachigen Theatern, unter anderem als Dramaturg am Schlosstheater Moers und bei der Mitarbeit an über 100 Produktionen, Ensembleprojekten, Stückbearbeitungen oder eigenen Stücken viele Erfahrungen gesammelt. „Von diesem Erfahrungsschatz lässt er uns heute profitieren.“

Essen und Trinken bewegt die Gemüter und bietet viel Gesprächsstoff. Kein Wunder, dass sich zahlreiche Schriftsteller und Dichter mit diesem Thema beschäftigt haben. Henn unternahm zwischen den einzelnen Gängen einen amüsanten und äußerst unterhaltsamen Streifzug zu diesem Thema. Dabei gestikulierte und imitierte er und verhaspelte sich nicht einmal. Er eröffnete den Abend mit „Offne Tafel“ von Johann Wolfang von Goethe, rezitierte Deftiges von Friederike Kempner sowie mehr oder weniger tiefsinnige Gedanken zum Trinken. Laute Lacher erntete er für Kurt Tucholskys Kurzgeschichte „Wo kommen die Löcher im Käse her?“. Eigentlich möchte das Kind hier nur von seinen Eltern wissen, wo die Löcher im Käse her kommen. Diese eigentlich lapidare Frage bietet aber viel Raum für haarsträubende Erklärungen und endet schließlich in einem großen Streit, in dem es schon lange nicht mehr um den Käse geht. Das Ergebnis sind gleich mehrere Klagen, drei gekündigte Hypotheken und ein kleiner Junge, der immer noch keine Antwort auf seine Frage hat.

Verheißungsvoll war der Blick auf die Karte: Eine frische Spargelcrèmesuppe machte den Anfang, im Hauptgang unter anderem gefolgt von Hähnchenbrustfilet „italienisch“, buntem Sommergemüse, Schweinelendchen an geschmorten Champignons und Pfefferrahm. Diverse Weine sowie Mascarpone-Crème und Rote Grütze als Nachtisch rundeten das Menü ab

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2446333?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F128%2F2592642%2F2592643%2F
Nachrichten-Ticker