Verblüffend, feinsinnig und mitreißend: Bunter Abend bei „Bühne frei!“
Umgezogen – und keiner merkt‘s

Everswinkel -

Es gibt ein weltberühmtes Experiment. In dem läuft ein Gorilla quer durch das Bild und fast niemand sieht ihn, weil die Beobachter sich auf andere Dinge konzentrieren. „Blindheit der Aufmerksamkeit“ heißt dieses Phänomen. Genau das gelang auch Mentalist Timon Krause am Donnerstagabend im Gasthof Diepenbrock, wo eine neue Ausgabe von „Bühne frei!“ auf dem Programm stand.

Samstag, 24.05.2014, 08:05 Uhr

Bereits zum dritten Mal war der Mentalist bei dem vom Kulturkreis organisierten Kleinkunstfestival zu Gast. Einen Gorilla hatte er zwar nicht dabei, dafür wechselte er aber auf der Bühne das T-Shirt und ein Großteil der Gäste bemerkte es nicht. Nicht weniger verblüffend: Er „pflanzte“ Zuschauerin Jenny ein Wort in den Kopf. Als er sie aufforderte, ein beliebiges Motiv zu zeichnen, malte sie tatsächlich das von ihm vorher vermutete Segelboot. Moderatorin Susanne Müller war beeindruckt: „Das war wieder faszinierend. Du machst uns alle sprachlos“.

„Es gibt hier immer wieder etwas Neues zu erleben“, freute sich Müller, als sie die Rockband „Bigger Travel“ ankündigte. Die besteht nämlich aus einem Vater und seinen beiden Söhnen. „Hausmusik der besonderen, der anderen Art.“ Seit einiger Zeit schreiben und spielen Michael Duschek (Gesang und Bass), Christian Reinke (Gesang und Gitarre) und Simon Duschek (Schlagzeug) ihre eigenen Lieder. Mit einer eindrucksvollen Kostprobe ihrer ganz besonderen kraftvollen musikalischen Mischung zog das Rock-Trio die Zuhörer in ihren Bann.

Anschließend betrat Reinhartz IV in Blaumann, Gummistiefeln und mit Mistgabel die Bühne und stellte sich als das „vierte von drei gewollten Kindern“ vor. Er erzählte abenteuerliche und amüsante Geschichten aus seinem Leben, zum Beispiel von seiner Großmutter, die sich während des Essens und gleichzeitigen Erzählens in eine „offene Popcornmaschine“ verwandle. Hinter der Kunstfigur Reinhartz IV verbirgt sich der Everswinkeler Versicherungskaufmann Uwe Kruithoff, der zum ersten Mal auf einer richtigen Bühne stand. Das war dem 43-Jährigen nicht anzumerken, er meisterte seinen Auftritt mit teilweise derbem Humor souverän.

Feinsinniger kam Frank Haberstroh daher, die bekannte Stimme der Lokalnachrichten bei Radio WAF. Der Journalist und Teilzeit-Comedian hielt eine Damenrede und lieferte lustige und lebendig erzählte Anekdoten von einem turbulenten Wochenende an der See. So zitierte er unter anderem Clint Eastwood mit „Wenn eine Frau nicht spricht, sollte man sie auf keinen Fall unterbrechen“. Dann konzentrierte er sich auf sein eigentliches Thema, „das flüchtige Leben und die Welt im Wandel“. Dazu unternahm er eine Zeitreise ins Jahr 2024: „Dann wird es hier eine Bürgermeisterin geben, Everswinkel heißt Diepenbrock-City, und der Saal hier wird zehn Mal so groß sein, weil „Bühne frei!“ so erfolgreich sein wird“.

Über einen größeren Saal und vor allem eine größere Bühne hätten sich die Mitglieder des Projekt-Ensembles „Flipside“ mit Sicherheit gefreut. Mit nur zehn Sängern waren sie bereits in kleinerer Besetzung als üblich angereist – es wurde dennoch ziemlich eng. Das hinderte sie aber nicht daran, mit ihrer mitreißenden Darbietung verschiedener Musical-Ausschnitte beste Stimmung zu verbreiten. Allen war anzusehen, dass sie neben dem Singen auch das Tanzen und Schauspielern lieben. Mit vollem Körpereinsatz präsentierten sie Ausschnitte aus „Mozart!“, „Les Miserables“ und zum Abschluss ein Medley aus „Grease“. Ohne eine Zugabe ließen die Zuschauer die Truppe da natürlich nicht von der Bühne. Am 13. September kommen sie wieder zum Musical-Dinner in der Festhalle.

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