Entscheidung beim Dorf-Wettbewerb
Kein neues Gold für Alverskirchen

Alverskirchen -

Knapp vorbei ist auch daneben. Eine Binsenweisheit aus Fußballerkreisen. Für Alverskirchen war es ganz knapp. Der Traum vom erneuten Gold, vom erneuten Gewinn des Dorf-Wettbewerbs ist am Freitag geplatzt. Das Zeitreisemobil zog nicht, die Weihnachtsbaumkönigin bewirkte kein Wunder. Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses am Freitagmorgen im Kreishaus gab es kein Gold fürs Golddorf von 2008.

Samstag, 30.08.2014, 07:08 Uhr

Da waren die Hoffnungen noch groß: Auftakt zum Dorfrundgang mit der Kommission des Dorf-Wettbewerbs am vergangenen Montag auf dem Hof Gerd-Holling. Das Bürger-Team hatte eine gelungene Präsentation mit verschiedenen Stationen vorbereitet.
Da waren die Hoffnungen noch groß: Auftakt zum Dorfrundgang mit der Kommission des Dorf-Wettbewerbs am vergangenen Montag auf dem Hof Gerd-Holling. Das Bürger-Team hatte eine gelungene Präsentation mit verschiedenen Stationen vorbereitet. Foto: Meyer

Lange hatte es offenbar im Kreis der Kommission nach einem Erfolg für Alverskirchen ausgesehen. Die Präsentation am 25. August war bestens gelaufen, hatte Struktur, Charme und Witz. Die Hoffnungen des Bürger-Teams waren nicht unberechtigt. Doch dann kam Hoetmar . Als letzte Station am letzten Tag der Bereisungen rollte das Dorf das gesamte Feld von hinten auf und sicherte sich den Sieg.

„Wir haben Schönes erlebt, das Münsterland und der Kreis glänzen mit ihren Orten. Wir sind stolz auf das, was wir gesehen haben“, leitete der Kommissionsvorsitzende Paul Tegelkämper die Bekanntgabe ein, an der auch der BTA-Vorsitzende Peter Kretschmer als interessierter Zuhörer teilnahm. Er war just zu Beginn der Pressekonferenz per Mail übers Ergebnis informiert worden. „Die Bewertungskommission hat es sich nicht leicht gemacht aber nach eineinhalb Stunden die Entscheidung einhellig getroffen“, so Tegelkämper. Und die fiel eben zugunsten des Bundes-Golddorfs von 1975. „Was wir da vor Ort gesehen haben, sprengte wirklich den Rahmen.“ Auch Jurymitglied Dagmar Brockmann aus Alverskirchen stellt gegenüber den WN fest: „Hoetmar hat voll überzeugt.“

Die Bewertung für Alverskirchen

Die Bewertung der Kommission des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ für Alverskirchen im Wortlaut:„In der „Dorfwerkstatt Alverskirchen“ wurden unter Beteiligung der Dorfbewohner Ziele und Projekte für die weitere Entwicklung des Dorfes erarbeitet. .Die Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung des Dorfes fand die Anerkennung der Kommission. Die Darstellungen der Bedeutung der Landwirtschaft und als Bestandteil der Dorfgemeinschaft auf dem Hof Gerd-Holling waren beispielhaft. Die Öffentlichkeitsarbeit, die Öffnung des Hofes für Schule und Kindergarten sowie die Teilnahme am Projekt „Expedition Münsterland“ der Universität Münster, die Aufstellung von Hofschildern, aber auch die Eigenversorgung durch eine Holzhackschnitzelheizung sind hervorzuheben.Beeindruckt war die Kommission von der Beachtung der demographischen Herausforderung bei der Entwicklung des Dorfes. Diese schließen die Entwicklung des Kindergartens und der Grundschule, das Miteinander der Generationen, das Angebot der Vereine und die Vereinbarkeit von Familie und eın. Die Darstellung der Konzepte und Projekte der St.-Agatha-Grundschule und des St.-Agatha-Kindergartens und die baulichen Maßnahmen im Kindergarten zur Umsetzung einer gelebten Inklusion sind besonders beachtlich. Die umfangreichen Aktivitäten der Vereine und der Kirchengemeinde sind erwähnenswert. Auffällig war die gute Koordination und Vernetzung von Einrichtungen im Ort.Die großzügigen und attraktiven Sportanlagen des DJK Rot-Weiß Alverskirchen, die mit großer Eigenleistung erbrachten Bauleistungen, das umfangreiche, auch auf ältere Menschen ausgerichtete und breit gefächerte Sportangebot sowie die Jugendarbeit fanden die Anerkennung der Kommission. Hervorzuheben ist der von der Landjugend angelegte „Niedrigseilgarten“. Die Einrichtung der „Schatzkammer“ der St.-Agatha-Kirche sowie das Angebot des Dorf-Archivs fanden die Anerkennung der Kommission. Das Bürgerradwegenetz wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ergänzt. Die Darstellung der Renaturierung der Angel und der partnerschaftlichen Umsetzung des Landschaftsplans, die Vernetzung des Ortes mit der Landschaft sowie die Erläuterungen zur Bedeutung der Landwirtschaft für die Pflege und Erhaltung der Münsterländer Parklandschaft waren beeindruckend. Die gelungene Präsentation des Dorfes rundete den guten Gesamteindruck ab.“Alverskirchen erhält eine Auszeichnung für die Beachtung der demographischen Herausforderungen bei der Entwickung des Dorfes, verbunden mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro.

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Es gibt keine Platzierten unter den übrigen Dörfern, jedes Dorf erhält eine Auszeichnung, verbunden mit einer Prämie in Höhe von 500 Euro. Alverskirchen wird von der Jury besonders „für die Beachtung der demografischen Herausforderungen bei der Entwicklung des Dorfes“ gewürdigt. BTA-Chef Kretschmer nahm die Entscheidung gelassen. Natürlich habe man ein „gutes Gefühl“ nach der Bereisung gehabt, „alle Beteiligten haben einen super Job gemacht. Ich bin überhaupt nicht enttäuscht“. Er habe nicht das Gefühl, dass man verloren habe – „das Dorf hat gewonnen, alle Dörfer haben gewonnen“. Der Wettbewerb sei letztendlich – wie zuvor auch schon betont – nur ein „Puzzleteil des Ganzen“. Man werde sich nun mit der Bewertung Alverskirchens auseinandersetzen und „in die Analyse einsteigen“. Hoetmar habe er von Anfang an als einen der Favoriten eingeschätzt. „Hoetmar ist ein würdiger Sieger, das muss man anerkennen“, applaudiert Kretschmer fair dem neuen Golddorf, das im nächsten Jahr den Kreis beim Landeswettbewerb vertreten wird. Dieser weiteren enorme Zeitaufwand entfällt nun für Alverskirchen. Die Zeit wird man anders, fürs Dorf nutzen.

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