Klimaschutzwoche in Everswinkel
Kurze Wege – großer Nutzen

Everswinkel -

Clevere und effektive Ideen, die der Umwelt zunutze kommen, stehen bei der Klimaschutzwoche in Everswinkel im Mittelpunkt. Am Wochenende ging es auf den Biomassehof Heitmann. Hier wird mit Hilfe von Restwärme Holz getrocknet und zwischengelagert.

Dienstag, 09.09.2014, 08:09 Uhr

Effektive Nutzung: Maik Hanhart (ganz links) vom Betriebshilfsdienst und Maschinenring Warendorf und Marcel Richter (ganz rechts), Klimaschutzmanager des Kreises Warendorf, führten über den Bioenergie-Hof Heitmann.
Effektive Nutzung: Maik Hanhart (ganz links) vom Betriebshilfsdienst und Maschinenring Warendorf und Marcel Richter (ganz rechts), Klimaschutzmanager des Kreises Warendorf, führten über den Bioenergie-Hof Heitmann. Foto: Roer

„Dieses Holz kommt aus Alverskirchen. Also näher geht nicht“, betonte Maik Hanhart vom Betriebshilfsdienst und Maschinenring Warendorf stolz, während er den Interessierten auf dem Biomassehof Heitmann am Wochenende die Hackschnitzel in der neuen Lagerhalle zeigte. Der vor einem Jahr erbauten Halle galt das größte Interesse während der Besichtigung, die im Rahmen der Klimaschutzwochen stattfand.

„Der Hof Heitmann hat 2005 eine Biogasanlage gebaut“, leitete Hanhart den Rundgang über den Hof ein. Neben Strom, der sofort ins Netz eingespeist würde, produziere diese Anlage auch Wärme. Zunächst werde diese für die benötigte Prozesswärme der Anlage und dann zum Heizen der Ställe sowie des Wohnhauses genutzt. Doch üblicherweise bliebe dann noch Restwärme übrig. Für Bauer Klemens Heitmann stellte sich die Frage, wozu er die Restwärme effektiv nutzen könne – so begann er mit der Planung einer Trocknungsanlage.

Das gesamte Holz, das seit dem getrocknet wurde, kommt aus dem Münsterland. Kaminholz ist innerhalb von zwei Wochen lagerfähig, Hackschnitzel benötigen aufgrund ihrer Größe nur drei Tage.

Doch warum ist es überhaupt notwendig Holz zu trocknen? Die Antwort ist im Grunde klar: Wasser brennt nicht! Außerdem wird so der Bildung von Pilzen während der Lagerung vorgebeugt. Bei dem Weg vom Holz zum Brennholz ist es wichtig möglichst frisch Geschnittenes zu bekommen, dieses schnell zu trocknen und dann auf eine geeignete Lagerung zurückgreifen zu können. Mit der neu gewonnen Kapazität auf dem Hof Heitmann ist es nun möglich, Transportwege zu sparen und große Mengen an einem Ort zu lagern. Das reduziert nicht nur den Ausstoß von Abgasen während des Transports, es erleichtert zudem die Sicherung der Qualität des Holzes.

Nach den Unwettern Ende Juli stellte sich heraus, dass die Anlage zudem auch bei der Trocknung anderer Materialien ein geeignetes Hilfsmittel ist. Nach dem Regen konnte zum Beispiel Getreide, das sonst unbrauchbar geworden wäre, hier getrocknet werden.

Das alles sind gute Argumente, die Klimaschutzmanager Marcel Richter vom Kreis Warendorf davon überzeugten, dass es eine gute Idee ist, den Everswinkler Betrieb mit in die Klimaschutzwochen einzubeziehen.

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