Vortrag zur „Friedlichen Revolution“ vor 25 Jahren
Ende eines Regimes

Everswinkel -

Gleich eine ganze Veranstaltungsreihe widmet das Katholische Bildungswerk Everswinkel-Alverskirchen dem Gedenkjahr der friedlichen Revolution, die vor 25 Jahren zum Fall der Mauer führte. Den Anfang machte Historiker Dr. Bernd Weber mit einem Rückblick auf die Ereignisse von 1989.

Samstag, 27.09.2014, 07:09 Uhr

Erinnerung an die Umstände, die zum Fall der Mauer führten: Der Vortrag von Historiker Dr. Bernd Weber war der Auftakt zu einer dreiteiligen Veranstaltungreihe.
Erinnerung an die Umstände, die zum Fall der Mauer führten: Der Vortrag von Historiker Dr. Bernd Weber war der Auftakt zu einer dreiteiligen Veranstaltungreihe. Foto: Wehmeyer

Sehr detailliert schilderte er das Geschehen in der damaligen DDR , das mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zu einer Entwicklung führte, die niemand vorhergesehen hatte. Die komprimierten Inhalte des von ihm verlesenen Konzepts erforderten dabei allerdings die volle Konzentration der Zuhörer.

Zunächst nahm Weber die gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen unter die Lupe, unter denen sich der Druck auf die Machthaber immer mehr verstärkte. „Für die oppositionellen Kräfte in der DDR war die umstrittene Ostpolitik unter Kanzler Willy Brand von großer Bedeutung“, nannte er einen der Ausgangspunkte des Protestes gegen das DDR-Regime. Dessen diktatorisches und antidemokratisches Wesen hatte Weber zuvor ausführlich beleuchtet. Die Ausweisung des Liedermachers Wolf Biermann sei ein weiterer Impuls für die oppositionellen Kräfte gewesen.

Historiker Dr. Bernd Weber resümierte die Ereignisse von 1989.

Historiker Dr. Bernd Weber resümierte die Ereignisse von 1989. Foto: Wehmeyer

„Am Anfang war Gorbatschow“, zitierte Weber den Historiker Prof. Dr. Andreas Rödder von der Universität Mainz . Gorbatschows Politik habe die Wiedervereinigung erst möglich gemacht. Dessen Propagierung von Glasnost und Perestroika hatte bekanntlich in der DDR keinen Anklang gefunden. „Das Verbot der sowjetischen Zeitung ‚Sputnik‘ war die schärfste Absage der DDR an die Reformen in der Sowjetunion“, rief Weber das Verhalten der Verantwortlichen in Erinnerung.

Neben internationalen Konstellationen wie die Öffnung der Grenze zwischen Österreich und Ungarn, und den Extremsituationen in den Botschaften in Warschau und Prag sei auch der ökonomische Niedergang der DDR ein Auslöser dafür gewesen, dass die Oppositionsgruppen zu Beginn des Jahres 1989 nicht mehr in der Minderheit waren. Die Beteiligung an den Montagsdemonstrationen in Leipzig nahm im Oktober auf 70 000 Menschen zu. Dabei habe aber der Ruf nach Reformen und nicht die Wiedervereinigung im Vordergrund gestanden. Mit einem Ausreisegesetz habe die DDR-Regierung versucht, den „Druck aus dem Kessel“ zu nehmen. Mit dem Ansturm auf die Grenze nach der Verkündung der Regelungen des Gesetzes durch Günter Schabowski seien dann die sich überstürzenden Ereignisse ausgelöst worden.

Die Veranstaltungsreihe wird am 23. Oktober mit dem Themenabend „Grenzenloses Grünes Band“ fortgesetzt, bei dem es um die ehemalige Grenze geht.

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