Kindertheater „Hille Pupille“ zu Besuch im Rathaus
Ein „Fall“ mit ganz anderem Verlauf

Everswinkel -

Kinderbücher bestechen meist durch ihre äußere Einfachheit. Es gibt einen linearen Handlungsstrang, meistens eine Gruppe von Freunden, ein Problem und am Ende eine Lösung. Vor allem sind sie sehr didaktisch aufgebaut. Man kann etwas lernen, für das Leben, eine Moral daraus ziehen. In Udo Weigelts „Ich war’s nicht!“ ist die Moral zumindest zweifelhaft. Aber von Anfang an.

Dienstag, 11.11.2014, 07:11 Uhr

Spannung am Sonntag im Rathaus. Hille Menning erzählte mit ihren Puppen die Geschichte „Ich war‘s nicht!“
Spannung am Sonntag im Rathaus. Hille Menning erzählte mit ihren Puppen die Geschichte „Ich war‘s nicht!“ Foto: Stoever

In diesem Bilderbuch geht es um ein sympathisches Frettchen mit einer Sammelleidenschaft: Es liebt Himbeeren . Doch die werden ihm gestohlen. Seine Freunde, eine Maus, ein Biber und ein Igel, verdächtigen das Rabenmädchen Sabine, die schon einmal lange Finger gemacht hat. Doch Sabine beteuert ihre Unschuld, bis schließlich der wahre Übeltäter gefunden ist: Die Ameisen haben die Himbeeren genommen. Die Maus geht daraufhin zum Ameisenhügel und droht den Räubern, ihren Freund, den Ameisenbären zu rufen, sollten die Ameisen die Himbeeren nicht wieder herausrücken. Den Ameisen ist ihr Leben wichtig genug, die Geduld der Maus nicht herauszufordern. Sie geben die Himbeeren zurück.

Was die Kinder daraus lernen könnten, gefällt Hille Menning nicht. Für ihr Figurentheater hat sie den Plot daher etwas abgeändert. Das zunächst ausgestoßene Rabenmädchen Sabine geht anstelle der Maus zu den Ameisen – und appelliert an deren Gutmütigkeit. Die Ameisen entschuldigen sich. Sie hätten nicht gewusst, dass die Himbeeren schon jemandem gehören. Sie geben die Beeren zurück, und das dankbare Frettchen Fred gibt ihnen sogar eine seiner heiß geliebten „Himmelbeeren“ ab. Das ist sicher die harmonischere Lösung für alle Beteiligten. Und so stehen auch noch lange nach dem Auftritt von Hille Menning im Rathaus Kinder bei Fred. Sie haben ihn in ihr Herz geschlossen.

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