Sanierungsbedarf im Unterbau des Rathauses / Straßenbau-Investitionen
Auf „tönernen Füßen“

Everswinkel -

Wenn sich der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich jetzt der Problematik annehmen und sie filmisch in Szene setzen würde, wäre absehbar, wie die Szenen aussehen würden: Ein Furcht erregendes Knacken, sich in Windeseile ausbreitende Risse, dann zunächst ein dramatisches Absacken des Ostflügels, bevor schließlich der gesamte Rest des Gebäudes in einer riesigen Staubwolke in sich zusammenfällt und vom Everswinkeler Rathaus nur noch ein Haufen Schutt übrig ist. Und dies alles, weil die Betonpfeiler die Last der Gemeindeverwaltung nicht mehr zu tragen vermochten . . .

Freitag, 12.12.2014, 08:12 Uhr

„Unfallgefahr!“ Dieses Warnschild hat eigentlich nichts mit dem Zustand des Rathaus-Unterbaus zu tun, sondern macht darauf aufmerksam, dass die Zufahrt zur Tiefgarage generell kein Aufenthaltsraum ist. Momentan kommt kommt dem Hinweis aber ein Symbolcharakter zu, denn sowohl die Rampe als auch Boden und Stützen in der Garage sind sanierungsbedürftig.
„Unfallgefahr!“ Dieses Warnschild hat eigentlich nichts mit dem Zustand des Rathaus-Unterbaus zu tun, sondern macht darauf aufmerksam, dass die Zufahrt zur Tiefgarage generell kein Aufenthaltsraum ist. Momentan kommt kommt dem Hinweis aber ein Symbolcharakter zu, denn sowohl die Rampe als auch Boden und Stützen in der Garage sind sanierungsbedürftig. Foto: Meyer

Nun ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Regisseur von Katastrophenfilmen wie „Independence Day“, „Godzilla“, „The Day After Tomorrow“ oder „2012“ für die Probleme an der Bausubstanz des Everswinkeler Verwaltungszentrums interessieren könnte, äußerst gering. Für die Gemeindeverwaltung dagegen sind sie von sehr hoher Priorität. Im Haushalt für 2015 steht eine Summe von 100 000 Euro für die Sanierung der Tiefgarage des Rathauses und der Betonrampe, in der bereits große Löcher und Risse klaffen. „Es ist nicht nur die eigentliche Einfahrt in die Tiefgarage, sondern es sind auch der Boden und die Stützen“, umriss Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher in der Sitzung des Bauausschusses die Sanierungsnotwendigkeit. So wurden die tragenden Stürzen in der Garage bereits geöffnet und Labor-Untersuchungen bezüglich des Materialzustandes in Auftrag gegeben. Der habe „Auswirkungen nicht nur auf die Tragfähigkeit der Garage, sondern auch für alles darüber“, erläuterte Reher. Darüber – das ist das Rathaus.

Seit 26 Jahren ruht das Gebäude auf den insgesamt 20 Betonpfeilern im Untergrund. Der nun ganz frisch vorliegende Labor-Bericht hat für etwas Entspannung gesorgt: „Es ist nicht ganz so schlimm, wie schlimmstenfalls befürchtet – es sind nicht so viele Stützen betroffen“, sagt Reher auf WN-Anfrage. Somit sei man auch zuversichtlich, mit den veranschlagten 100 000 Euro auszukommen. Die Stützen, bei denen der Stahl schon deutlich korrodiert und angegriffen ist, sollen zu Beginn des nächsten Jahres freigelegt und saniert werden. „Je eher man das macht, umso besser.“

Geld – vermutlich rund 57 000 Euro – wird auch in die Turnhalle der Grundschule investiert, wo ein Austausch der Hallendecke als Auflage des Brandschutzes geplant ist. Und um die neue Decke nicht kurze Zeit später für eine neue Beleuchtung und Belüftung wieder öffnen zu müssen, wird das gleich mit erledigt. Jeweils 100 000 Euro sind für die Neugestaltung des Parkplatzes Bergstraße und für Umbaumaßnahmen an der Dr. Pöllmann-Straße im Zuge der Erweiterung des Strohbücker-Marktes eingeplant. Möglicherweise sind auch noch Eingriffe an der Vitusstraße nötig, da die Anliefer-Lkw nach der Entladung am Edeka-Markt dort dann abfahren. Diese beiden Straßenbau-Projekte bezeichnete Bürgermeister Ludger Banken auch als „Maßnahme zur Stärkung des Ortskerns“.

Noch offen ist der Ausgang beim Thema „Waschplatz“. Der ist gemäß Haushaltsplan-Entwurf beim Bauhof vorgesehen und mit 50 000 Euro veranschlagt. Benötigt werde er für die Fahrzeuge der Feuerwehr nach Einsatzfahrten und die Fahrzeuge des Bauhofs, zeigte Reher auf und informierte, dass der Kreis auf einen dauerhaften, fachgerechten und Waschplatz dränge. Die CDU-Fraktion hatte zu der Sitzung einen Antrag eingereicht, diese Haushaltsposition zu streichen und eine anderweitige Wasch-Lösung zu finden. Reher gab zu bedenken, dass so ein Waschplatz groß genug und jederzeit zugänglich sein müsse, die frostsichere Unterbringung von Leitungen und Gerät müsse gewährleistet sein, und die Nähe zum Bauhof sei sinnvoll. „Auch bei privaten Firmen wären Umbauten nötig“, und es sei die Frage, ob da auch die Einleitungsgenehmigungen reichten. Zudem dürfe ein externer Waschplatz auch nicht zu weit entfernt sein, so seien die gerade gereinigten Fahrzeuge im Winter allein durch die Weiterfahrt zum Standort schon wieder verdreckt. Die Gemeinde prüft derzeit noch eine alternative Möglichkeit, aber der Ausschuss folgte der Empfehlung, den Ansatz im Haushalt zu belassen und zunächst zu sperren, um im nächsten Jahr handlungsfähig zu sein.

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