Königskamp: Geplante Sitzung vertagt / Bearbeitung der Einwendungen umfangreicher als erwartet
Ausschussmitglied verklagt Ausschuss

Everswinkel -

Nein, es war kein „April-Scherz“ damals. Am 1. April 2009 erfolgte der kommunalpolitische Beschluss „zur Entwicklung eines Allgemeinen Wohngebietes nord-westlich der Ortslage Alverskirchens“. Der entsprechende Bebauungsplan erhielt die fortlaufende Nummer 52 und die Bezeichnung „Königskamp“. Dieser Aufbruch wird sich am 1. April 2015 zum sechsten Mal jähren – aber ein Baugebiet „Königskamp“ wird es dann immer noch nicht geben.

Mittwoch, 21.01.2015, 08:01 Uhr

Blick zurück: Vor einem Jahr wurde in der Sitzung von Bezirks- und Planungsausschuss in Alverskirchen die Wohnraum-Bedarfsanalyse des beauftragten Planungsbüros vorgestellt. Viel weiter als mit dem Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss für den Königskamp ist man ein Jahr später noch nicht. Die Bearbeitung der Einwendungen erfordert viel Zeit.
Blick zurück: Vor einem Jahr wurde in der Sitzung von Bezirks- und Planungsausschuss in Alverskirchen die Wohnraum-Bedarfsanalyse des beauftragten Planungsbüros vorgestellt. Viel weiter als mit dem Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss für den Königskamp ist man ein Jahr später noch nicht. Die Bearbeitung der Einwendungen erfordert viel Zeit. Foto: Meyer

Die für den 3. Februar geplante gemeinsame Sitzung des Bezirks- und Planungsausschusses, in der über die eingegangenen Einwendungen zum Bebauungsplan „Königskamp II“ und zum Flächennutzungsplan beraten und beschlossen werden sollte, ist von der Gemeindeverwaltung jetzt abgesagt worden.

„Aufgrund der umfangreichen Einwendungen werden wir einiges selbst erarbeiten und erarbeiten lassen müssen. Bis das alles aufgearbeitet ist, dauert das seine Zeit“, erklärt Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher auf WN-Anfrage. Wie berichtet, hatte unter anderem der Alverskirchener Alfred Wolk, der 2013 erfolgreich vor dem Oberverwaltungsgericht Münster gegen den ursprünglichen Bebauungsplan geklagt hatte, gegen die Neuplanung Einwendungsunterlagen mit Umfängen von 50 beziehungsweise über 60 Seiten eingereicht und beklagt darin, dass die Neuplanung immer noch nicht konform sei mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes und der Wohnraumbedarf nicht sachgerecht ermittelt worden sei. Diese Eingabe fordert nun ihren Tribut.

So sind derzeit nicht nur die Gemeindeverwaltung und deren juristischer Beistand mit der Bearbeitung beschäftigt, sondern auch das Planungsbüro Tischmann und Schrooten sowie das Büro Schulten, das genau vor einem Jahr das Wohnraum-Bedarfsgutachten im Bezirks- und Planungsausschuss präsentierte. Alles, was die Gemeinde zusammen mit dem Gutachterbüro an Bedarf ermittelt habe, „wird in Gänze in Zweifel gezogen“, und somit sei das Büro gefordert, zu allem Stellung zu nehmen. „Am Ende ist es doch mehr Arbeit als zunächst gedacht“, begründet Reher die zeitliche Neuausrichtung gegenüber der ursprünglichen Planung. Neuer Ausschusstermin ist nun der 11. März um 18 Uhr im Landhaus Bisping.

Damit wird das Baugebiet nicht mehr Thema in der Februar-Ratssitzung sein können, und ebenso wenig in der folgenden Ratssitzung am 26. März. „Das wird sogar noch länger dauern“, weil der Flächennutzungsplan geändert und neu ausgelegt werden müsse. Reher rechnet mit einem Zeitraum Ende Mai oder Ende Juni.

Möglicherweise droht noch ein weiterer Stolperstein. Beim Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss am 25. März vergangenen Jahres im Bezirksausschuss war Peter Pannhorst (Sachkundiger Bürger der SPD) mit den Stimmen von CDU und FDP und bei Enthaltung von SPD-Vertreter Uwe Wolf für befangen erklärt und ausgeschlossen worden, weil er sich zuvor aus persönlichen Gründen mit schriftlichen Eingaben gegen die ursprüngliche Bebauungsplanung Königskamp gewehrt hatte. Wie die WN aus gut informierten Kreisen erfahren haben, hat Pannhorst beim Verwaltungsgericht Münster Klage gegen den Bezirksausschuss eingereicht. Bürgermeister Ludger Banken bestätigt auf WN-Anfrage, „dass es ein solches Klageverfahren von Herrn Pannhorst gibt.“ So etwas habe es – soweit sich Banken erinnern kann – in der Geschichte Everswinkels noch nicht gegeben.

Ob dieses Verfahren Einfluss auf den Ablauf des Projekts Königskamp haben kann, vermag Banken nicht zu beurteilen. „Das weiß ich nicht. Ich kann es nicht ausschließen.“ Amtsleiter Reher kann sich dies „nicht vorstellen“, stellt aber auch fest, dass „von gewisser Seite alles getan wird, um das Baugebiet möglichst zu verhindern“. Dabei gebe es nach wie vor dringenden Bedarf und Nachfragen. Einige Interessenten seien „schon sehr verbittert, dass es so lange dauert“, andere seien „schon zermürbt“.

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