Projekt gegen Ausgrenzung
Aktion gegen traurige Gesichter

Everswinkel -

Nicole Beimann ist beim Betreuungs- und Beratungsdienst der Diakonie in Münster beschäftigt. Sie arbeitet dort als Rechtliche Betreuerin, aber nach eigenem Bekunden ist das Projekt „Lilli will lernen – Armut grenzt Kinder aus“ ihre eigentliche Herzensangelegenheit. Auf Einladung der Evangelischen Frauenhilfe informierte Beimann am Mittwoch über diese Aktion.

Freitag, 06.03.2015, 18:03 Uhr

„Lilli will lernen  – Armut grenzt Kinder aus“ ist die Herzensangelegenheit von Nicole Beimann.
„Lilli will lernen  – Armut grenzt Kinder aus“ ist die Herzensangelegenheit von Nicole Beimann. Foto: Wehmeyer

Sie soll Familien helfen, bei denen das Geld nicht ausreicht, um für Einschulung ihrer Kinder den Tornister und andere Schulmaterialien zu kaufen. „Der Tag der Einschulung ist für die Kinder ein ganz wichtiger Tag, auf den sie sich freuen und dem sie lange entgegenfiebern“, unterstrich die Referentin dessen Bedeutung. Die Ausgrenzung beginne oft schon beim „Tonni-Tag“ im Kindergarten, bei die Kleinen ihren Tornister mitbringen dürfen. „Ich habe vor der Einschulung meines Sohnes selbst erlebt, dass nicht alle Kinder einen Tornister vorweisen konnten.“ Das sei für die Kinder eine traurige und oft tränenreiche Erfahrung. „Wir möchten den Kindern diese Erfahrung ersparen und gehen deshalb in die Gemeinden, um über das Projekt zu informieren und Bedarfe zu erkennen.“ Es sei zwar eine Aktion des Evangelischen Kirchenkreises Münster , aber es spiele überhaupt keine Rolle, welcher Konfession die Kinder angehören. „Bei den Bedarfszahlen, die uns aus den Gemeinden und unseren Kinder-Tagesstätten gemeldet werden, benötigen wir keinen Namen und keine besonderen Nachweise“, verwies Beimann auf das unbürokratische Vorgehen.

Finanziert werde die Erstausstattung ausschließlich durch Spenden. „Wir haben einige Großsponsoren, wie beispielsweise die Sparkasse und die Firma Coppenrath, von der wir die Tornister günstig beziehen können, aber auch jeder kleine Betrag wird dringend benötigt“, warb Beimann um Unterstützung. Im Jahr 2010 seien 30 Tornister nachgefragt worden, im Jahr 2014 seien es schon 184 gewesen. Neben dieser Starthilfe ins Schulleben werbe die Aktion auch für so genannte Lernpatenschaften, um die Nachhaltigkeit der Förderung zu gewährleisten.

Natürlich war Inhalt der Spendendose, die bei jedem Treffen der Frauenhilfe die Runde macht, am Mittwoch für die Aktion „Lilli will lernen“ bestimmt.

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