Deutsches Milchkontor: 500 Millionen Euro in drei Jahren investiert
Global Player mit Rohstoff Milch

Everswinkel -

Mit dem Ende der Milchquote seit dem 1. April rechnet das Deutsche Milchkontor (DMK) MK auch in Zukunft mit einer Zunahme der Milchmenge von bis zu vier Prozent jährlich, biete seinen Landwirten aber auch weiterhin eine garantierte Abnahme der angelieferten Milchmengen. Die DMK Group konzentriert sich auf die Entwicklung von „maßgeschneiderten Produkten für nationale und internationale Märkte“ im Bereich Molkereiprodukte und Ingredients, um auch bei steigender Milchmenge höchst flexibel auf Marktschwankungen reagieren zu können.

Mittwoch, 15.04.2015, 08:04 Uhr

Für das Deutsche Milchkontor  mit seinem Zentralstandort Everswinkel sowie 16 weiteren Molkerei-Standorten setzt auf verstärkte Präsenz auf internationalen Wachstumsmärkten.
Für das Deutsche Milchkontor  mit seinem Zentralstandort Everswinkel sowie 16 weiteren Molkerei-Standorten setzt auf verstärkte Präsenz auf internationalen Wachstumsmärkten. Foto: Meyer

Jüngstes Beispiel sei das Russland-Embargo, das einen erheblichen Einfluss auf den Käseabsatz europäischer Molkereien gehabt habe. Das DMK habe sich aber schnell auf die veränderten Marktbedingungen einstellen und Rohmilch in die Bereiche Molkereiprodukte und Ingredients lenken können, um die Wertschöpfung zu erhöhen. „Ermöglicht wird diese Umlenkung durch unsere vernetzte Werkstruktur. Grundsätzlich sind kurze Wege für den wertvollen Rohstoff Milch ein wesentliches Qualitätskriterium. Trotzdem ist unsere Werksstruktur in Deutschland so aufgebaut, dass Milchmengen bei Bedarfsänderung kurzfristig in andere Werke und somit Produktgruppen umgeleitet werden können“, erklärt Dr. Josef Schwaiger, Sprecher der Geschäftsführung.

Der Fokus der Unternehmensstrategie ist auf ein breit aufgestelltes Produktportfolio, moderne Produktionsstätten und verstärkte Präsenz auf internationalen Wachstumsmärkten ausgerichtet. „Die guten Ergebnisse 2014, die wir trotz des stark volatilen Marktes erwirtschaften konnten, dokumentieren den Erfolg unseres Strategiedreiklangs“, betont Schwaiger. „Durch Investitionen in ein zielgerichtetes Sortiment wertschöpfender Produkte, hochmoderne, innovative Produktionsstätten und internationale Märkte können wir auch in Zukunft temporäre Schwankungen oder sogar Marktverwerfungen abfedern und unseren Genossenschaftsmitgliedern einen wettbewerbsfähigen Milchauszahlungspreis bieten.“

5,3 Milliarden Euro Umsatz mit 17 Molkerei-Standorten

Das Deutsche Milchkontor (DMK) verarbeitet nach eigenen Angaben aktuell jährlich 6,7 Milliarden Kilogramm Milch an 17 Molkereistandorten. Weitere acht Standorte stehen für die Produktion von Babynahrung, Eiskrem und Gesundheitsprodukten zur Verfügung. Insgesamt habe sich DMK in den vergangenen drei Jahren mit Investitionen von über 500 Millionen Euro auf künftige Marktanforderungen und wertschöpfende Milchverarbeitung für die Zukunft der Genossenschaftsmitglieder vorbereitet. Im Bereich der milchverarbeitenden Produktionsstätten sei eine im europäischen Vergleich „schlagkräftige und kosteneffiziente Werkstruktur geschaffen worden“. Der Umsatz der DMK Group betrug 5,3 Milliarden Euro in 2014, der mit Abstand der größte Molkereiumsatz in Deutschland. DMK erwirtschaftete einen Gewinn von 42 Millionen Euro. Das Unternehmen habe bewusst auf einen höheren Gewinn verzichtet, um Auszahlungseinbußen der Landwirte im 4. Quartal abzufedern und seinen Anteilseignern ein möglichst stabiles Milchgeld auszuzahlen. Rund 9 000 Milcherzeuger umfasst der Kreis. Nach einem Rekordauszahlungspreis für 2013 (37,40 Cent/Kilogramm habe das DMK seinen genossenschaftlichen Milcherzeugern trotz „extrem schwieriger Marktbedingungen“ in der zweiten Jahreshälfte 2014 durchschnittlich 36,86 Cent/Kilogramm auszahlen können und liege damit auf dem Niveau der Vergleichsmolkereien. Bei einer Eigenkapitalquote von 37 Prozent sei ist das Unternehmen auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

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In den vergangenen drei Jahren habe DMK mehr als 500 Millionen Euro in die heimischen Standorte und die Entwicklung fortschrittlicher Produktions- und Verfahrenstechniken investiert, teilt das Unternehmen mit. So entstehe in Zeven eines der modernsten und leistungsfähigsten Milchpulverwerke, in Edewecht betreibe man die größte Käserei Europas, und mit der neuen Mozzarellakäserei in Georgsmarienhütte wolle man den Bedarf in Wachstumsmärkten wie Asien decken. Zudem sei am Standort Erfurt in die Abfüllung aseptischer Produkte investiert worden, die für den Export besonders geeignet seien.

Regional fest verwurzelt und als internationaler Konzern weiterhin auf Wachstum ausgerichtet – so lautet die Devise des Unternehmens. Der Auslandsumsatz steige stetig, und für das DMK steht die Erschließung neuer Absatzmärkte in Osteuropa, Asien, Afrika und Südamerika weiterhin im Blickpunkt. Aktuelles Beispiel ist die Eröffnung der neuen Vertriebsniederlassung in Dubai im ersten Halbjahr 2015. „Dort werden künftig sämtliche Geschäftsaktivitäten in den Golf-Staaten, den MENA-Ländern sowie in Afrika gebündelt.“ Die vor rund zwei Jahren eröffnete Niederlassungen in Shanghai beschäftigten inzwischen über 20 Mitarbeiter und hätten sich im asiatischen Markt etabliert. Ein Beispiel von langfristigen internationalen Beziehungen seit auch die Belieferung des japanischen Marktes mit Käse. „Die Nachfrage nach Milchprodukten bleibt in den Wachstumsländern stabil und wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Das gilt insbesondere für Asien und die MENA-Staaten“, ist sich Schwaiger sicher, und vor allem für China. „Im Rahmen der weiteren Internationalisierung fokussieren wir uns auf Länder, die ihren Bedarf mittel- bis langfristig nicht selbst decken können.“

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