Nach 22 Jahren veranstaltet der BSHV wieder ein zweiteiliges Erntefest mit historischen Geräten
Ganz großes Landwirtschafts-Kino

Everswinkel -

Vor 22 Jahren war es ein Riesen-Event, das die Massen anzog. Im August 1993 veranstaltete der Bürgerschützen- und Heimatverein zunächst ein Kornschneiden mit historischen Geräten, bei dem die früher übliche landwirtschaftliche Schwerstarbeit eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde, und drei Wochen später ein großes Dreschfest. In diesem Jahr gibt es eine Neuauflage. Am Sonntag geht es mit der Getreideernte los.

Donnerstag, 16.07.2015, 08:07 Uhr

Ausflug in frühere Zeiten: Im August 1993 veranstaltete der Bürgerschützen- und Heimatverein ein Kornschneiden mit verschiedenen historischen Geräten und in alten Trachten auf dem Feld Lütke Winkelsett. Am kommenden Sonntag – 22 Jahre danach – gibt es eine Neuauflage.
Ausflug in frühere Zeiten: Im August 1993 veranstaltete der Bürgerschützen- und Heimatverein ein Kornschneiden mit verschiedenen historischen Geräten und in alten Trachten auf dem Feld Lütke Winkelsett. Am kommenden Sonntag – 22 Jahre danach – gibt es eine Neuauflage. Foto: Meyer

Auf dem Sitz des alten Lanz Bulldog Ewald Stumpe . Kleine schwarze Rauchwolken quillen aus dem Auspuffrohr, dazu das typische Motorengeräusch. Tack, tack. Tack, tack, tack, tack. Im Schlepptau des Trecker-Oldies eine alte Schneidmaschine. Langsam zieht das Gespann seine Bahnen auf dem Feld Lütke Winkelsett. Lachende Frauen mit bunten Schürzen und weißen Kopfhauben greifen unterdessen ins Korn, klauben ein, zwei Bündel zusammen, verschnüren es, stellen die Strohgarben auf. Landwirtschaft anno dazumal. Ein Zeugnis früherer Schwerstarbeit für die bäuerliche Familie auf dem Feld.

Mehr als 300 Zuschauer verfolgen diese landwirtschaftliche Geschichtsstunde vor fast genau 22 Jahren und sind fasziniert. Drei Wochen später lockt der große Dreschtag, bei dem das Getreide mittels Dreschflegel, Wannemühle, Häcksel- und alten Dreschmaschinen verarbeitet wird, sogar rund 1 000 Besucher auf den Hof Schulze Kelling. Ein echtes Erlebnis, das vier Jahre später, im August 1997, mit einem Festzug durchs Dorf und einem Dreschfest auf dem Hof eine Neuauflage erfährt. Jetzt, nach 18 bzw. 22 Jahren ist es wieder soweit. Zeit für großes Landwirtschafts-Kino.

Der Bürgerschützen-und Heimatverein Everswinkel richtet gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein Everswinkel ein Erntefests mit alten historischen Geräten und Maschinen aus. Und wieder wird es eine Geschichte mit zwei Folgen. Der Auftakt erfolgt an diesem Sonntag (19. Juli) auf dem Feld nahe des Umspannwerks an der K3 zwischen Everswinkel und Alverskirchen. Bereits im Herbst vergangenen Jahres begannen mit der Saat des Roggens die ersten Vorbereitungen. Zum Einsatz kommen ab 14 Uhr verschiedenste Erntegeräte aus der Vergangenheit, von der Sichel über Sense und Sichte bis hin zum Mähschneider, dem Selbstbinder und einem der ersten selbstfahrenden Frontmähdrescher.

„Wir wollen zeigen und erläutern, wie arbeitsaufwendig und Schweiß treibend die Getreideernte vor der Mechanisierung erfolgte und wie sie sich in den letzten 100 Jahren entwickelt hat“, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, Josef Beuck. Zu Demonstrationszwecken wird daher auch ein moderner Mähdrescher zu bewundern sein. In zwei Durchgängen sollen am Sonntag alle Maschinen nacheinander zum Einsatz kommen. Es ist dem Orga-Team gelungen, Landwirte der „älteren“ Generation zu finden, die mit den alten Geräten noch umzugehen vermögen.

Nach dem Schneiden werden die Strohgarben zur Trocknung und weiteren Abreife zu Richten aufgestellt. Dieses „Erntebild“ wird dann eine Woche an der Alverskirchener Straße zu bewundern sein, bis die Garben bei normalem Wetterverlauf am darauffolgenden Samstag auf alte Leiter- bzw. Ringsenwagen geladen und in der Scheune auf dem Hof Schulze Kelling zwischengelagert werden. Und zwar bis zum Dreschfest, das wiederum als Kooperation von BSHV und Landwirtschaftlichem Ortsverein Everswinkel am 27. September am Mitmach-Museum gefeiert wird.

Auf dem Erntefeld wird ab 16 Uhr vom Landwirtschaftlichen Ortsverein, den Landfrauen und der Landjugend ein neuer Erntedankkranz aus den frisch geernteten Ähren gebunden, der dann später in der Kirche seinen Platz finden wird. Alle Besucher können sich aktiv beteiligen und ihr Geschick beim Kranzbinden einbringen.

Die Besucher werden am Sonntag gebeten, die Parkplätze an der Reithalle zu benutzen. Bis zum Erntefeld sind es dann lediglich noch 500 Meter Fußweg. Bei extrem schlechtem Wetter – das aber derzeit nicht zu erwarten ist – wird das Erntefest um eine Woche auf den 26. Juli verschoben.

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