Duo „LiteraMusica“ zu Gast in Everswinkel
Wörterwelten mit Tiefgang

Everswinkel -

Mit tiefsinnigen und zugleich urkomischen Lebensweisheiten unterhielten Sängerin Jule Vollmer und Pianist Elmar Dissinger ihr Publikum anlässlich des Frauentags. Das Duo „LiteraMusica“ gastierte in der KiTa Weidenkorb.

Dienstag, 15.03.2016, 06:03 Uhr

Ihr Name ist Programm: Das Duo „LiteraMusico“ um Sängerin Jule Vollmer und Pianist Elmar Dissinger servierte sowohl literarische als auch musikalische Häppchen.
Ihr Name ist Programm: Das Duo „LiteraMusico“ um Sängerin Jule Vollmer und Pianist Elmar Dissinger servierte sowohl literarische als auch musikalische Häppchen. Foto: Bulla

Anlässlich des internationalen Frauentags hatte der Arbeitskreis Literatur im Kulturkreis Everswinkel am Sonntagvormittag zwei hochkarätige Gäste zu Gast: das Duo „LiteraMusico“ um Schauspielerin, Autorin und Sängerin Jule Vollmer sowie Pianist und Komponist Elmar Dissinger , die schon des öfteren das Everswinkeler Publikum zu begeistern wussten.

Und so wundert es nicht, dass Susanne Müller an diesem Tag in der KiTa Weidenkorb (zwinkel) die beachtliche Anzahl von 72 Besuchern begrüßen konnte. Die Sprecherin des Kulturkreises stellte dabei zufrieden fest, dass auch einige Herren darunter waren. „So viele Männer hatten wir noch nie zum Frauentag da“, freute sie sich, bevor das Künstlerduo mit seinem kleinen satirischen Kabinettstückchen „Vom Strampler bis zum Stützstrumpf“ loslegte. Die Vollblutmusiker präsentierten nicht nur musikalische, sondern auch literarische Hörgenüsse. Kulinarische hatte es zuvor am umfangreichen Buffet gegeben, das die Gastgeber mit selbst gemachten Snacks bestückt hatten.

Gleich die erste Geschichte, die Jule Vollmer zum Besten gab, strapazierte die Lachmuskeln der Zuhörer aufs Äußerste. Sie lachten herzlich, als die Schauspielerin vom Schicksal einer Frau berichtete, die das Pech hatte, just in dem Augenblick in den Wehen zu liegen, als es bei König Fußball 1954 um alles oder nichts ging. Es war jener 4. Juli, als die Deutsche Nationalmannschaft im Endspiel zur Weltmeisterschaft stand. Jule Vollmer schilderte mit viel Witz und Charme, was dies für eine werdende Mutter und schließlich auch für das Kind bedeutet, am Tag der Entscheidung unter dem Jubel der Nation geboren zu werden.

Musikalisch ging es weiter. Begleitet von Elmar Dissinger sang Jule Vollmer von Glück, Leidenschaft und Lust. „Und das Leben ist ein Zirkus, und man steht da mittendrin. Die Manege ist der Alltag, und man sucht stets nach dem Sinn“, schmetterte sie zur bekannten Melodie aus der Dreigroschenoper. Obwohl die Sängerin nicht immer ganz den Ton traf, da sie gesundheitlich etwas angeschlagen war, machte es Spaß, ihren Chansons zuzuhören. Zumeist waren es selbst geschriebene Stücke. Doch nicht nur. Denn natürlich durfte zu diesem Anlass auch der Song, den „die Knef“ einst wohl zu Ehren aller Frauen geschrieben hatte, nicht fehlen. Das Publikum stieg gesanglich mit ein bei: „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“.

Jule Vollmers Erzählungen sind durchweg tiefsinnig und gleichzeitig urkomisch. Da geht es unter anderem um anhängliche Tanten, schlaue Omas, um den allzu faulen Ehemann, den es zu überlisten galt, damit er sich sportlich betätigt. Oder um Konfirmationsgeschenke, die definitiv nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Das literarisch-musikalische Programm des Duos überzeugte die Besucher von Anfang an auf ganzer Linie. So sehr, dass die Zuschauer die beiden sympathischen Musiker nicht ohne Zugaben von der improvisierten Bühne abtreten ließen.

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